An der diesjährigen Medienkonferenz präsentierten die Vertreterinnen und Vertreter von Bio Suisse die aktuellen Zahlen: Der Gesamtumsatz von Bio-Lebensmitteln in der Schweiz konnte trotz der Teuerung erneut gesteigert werden und beträgt im Jahr 2025 4,266 Milliarden Franken, das entspricht einem Zuwachs von 2,8 % gegenüber dem Vorjahr. 

Höchster Marktanteil von Bio-Lebensmittel weltweit

Der Marktanteil von Bio-Lebensmitteln ist in der Schweiz weltweit am höchsten und liegt bei 12,3 %. In einem anspruchsvollen Marktumfeld seien das erfreuliche Zahlen, die dank des langjährigen Aufbaus und der guten Positionierung der Knospe bei den Konsumentinnen möglich seien, sagt Urs Brändli. Er ist Präsident von Bio Suisse. 

Das bei den Konsumentinnen und Konsumenten beliebteste Bio-Produkt ist das Ei mit einem Marktanteil von 28 %, dicht gefolgt von Gemüse, Salaten und Kartoffeln mit 27 %. Brot hat einen Anteil von 24,6 %, Molkereiprodukte kommen auf rund 14 %.

Jeder fünfte Betrieb in der Schweiz ist Bio

Knapp 7500 Produzentinnen und Produzenten bewirtschaften 18,4 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche. Auch hier eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Bei den neuen Produzentinnen handelt es sich allerdings mehrheitlich um Imkerinnen und Imker, die bis anhin mit einem Lizenzvertrag der Knospe unterstellt waren. 

Die gesamte nach Bio-Richtlinien bewirtschaftete landwirtschaftliche Nutzfläche in der Schweiz beträgt 191 360 Hektar, davon sind Betriebe im Bergebiet mit einem Anteil von 25,5 % gegenüber den Talbetrieben mit 13,9 % in der Mehrheit. 

Die meisten Biobetriebe sind im Kanton Bern, gefolgt vom Kanton Graubünden. Ein ambitioniertes Ziel bis zum Jahr 2030 ist eine Steigerung des Marktanteiles auf 15 %. Um diesen Anteil zu erreichen, möchte Bio Suisse unter anderem mit dem Label «Bio-Cuisine» in der Zukunft noch stärker auf die Gastronomie setzen. Hier stehen vor allem die Gemeinschaftsgastronomie, wie beispielsweise Mensas und Tagesschulen sowie die Systemgastronomie im Fokus.

Inland-Hafer ist sehr gesucht

Aktuell möchte Bio-Suisse den Anbau von Speisehafer fördern. Einerseits werde nach wie vor sehr viel Hafer importiert. Andererseits sei Hafer die ideale Kultur in der Fruchtfolge.

Rolf Bernhard, Co-Geschäftsleiter, erklärt anhand eines Beispiels aus seinem Betrieb, wie wichtig die richtige Sortenwahl ist: Im Erntejahr 2024, welches für alle Produzentinnen und Produzenten durch das sehr nasse und kalte Wetter schwierig war, konnte er mit seinem Getreide einen guten Ertrag erwirtschaften. 

Im letzten Jahr konnten seine Karotten gut mit der Trockenheit umgehen und lieferten einen stabilen Ertrag. Er erklärt damit den grossen Wert der Auswahl robuster Sorten, um die Erträge zu stabilisieren und biotaugliche Antworten parat zu haben.

40% weniger Nitrateintrag in Gewässer

Der Kreislauf eines Bio-Betriebes wurde anschaulich durch Dora Fuhrer, Mitglied des Vorstandes, dargelegt. Sie bewirtschaftet gemeinsam mit ihrem Bruder einen Bio-Betrieb im Gürbetal, Kanton Bern. Ihr Betrieb wird seit knapp 40 Jahren biologisch bewirtschaftet.

Sie legte dar, wie die Biodiversität ihres Betriebes auch die Erträge stützt und mithilfe der Nützlinge die Erträge verbessert werden können. «Wir legen grossen Wert auf einen langfristigen Erfolg, indem zum Beispiel die Nützlingsförderung hilft, die Erträge zu sichern. So fressen Laufkäfer auch die Larven des Kartoffelkäfers.» 

Mit dem Einsatz von Kunstdüngern würden Erträge nur kurzfristig gesteigert, gesamtbetrieblich gesehen erreiche man aber langfristig stabile Erträge dank höherer Bodenfruchtbarkeit und einer grossen Biodiversität. Es sei wissenschaftlich belegt, dass die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens höher sei und damit Klimaextreme besser ausgleichen könne. 

Der Schutz der natürlichen Ressourcen wie des Wassers oder des Bodens hat für Bio Suisse nach wie vor einen hohen Stellenwert: «Der Nitrateintrag ist in Biobetrieben gemäss einer Metastudie des FiBL bis zu 40 % deutlich geringer als bei anderen Bewirtschaftungsformen. Der Eintrag von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln fällt bei Bio logischerweise ganz weg», erläutert Laura Spring, Co-Verantwortliche Politik von Bio Suisse.