Die biologische Landwirtschaft ist in den Kantonen Solothurn, Basel-Landschaft und Basel-Stadt seit vielen Jahren fest verankert. Rund 360 aktive Mitglieder sind bei Bio Nordwestschweiz angeschlossen. Seit 2024 wird der Verein im Co-Präsidium von Manuela Lerch und Simone de Coulon geführt. Am Dienstag, 10. März 2016, traf sich der Verband zu seiner Generalversammlung am Ebenrain in Sissach BL.
Der richtige Zeitpunkt für die Generalversammlung gibt zu reden
Rund 25 Delegierte und einige Gäste nahmen an der Versammlung teil. «Vielleicht liegt es am schönen Wetter oder wir haben die GV zu spät angesetzt, dass wir nur so wenige Mitglieder begrüssen dürfen», sagte Manuela Lerch. So führte bereits der Austragungszeitpunkt der Generalversammlung zu Diskussionen. Einige wünschten sich, den Anlass in Zukunft am Abend durchzuführen, andere möchten die GV spätestens Ende Februar durchführen. Letzteres wurde dann von der Versammlung gutgeheissen. Der Vorstand hielt noch einmal Rückblick auf die Herbstmesse Heso in Solothurn. «Bio Nordwestschweiz betreibt an der Heso immer einen Stand, wo wir den Besucherinnen und Besuchern nicht nur Informationen anbieten, sondern auch Verpflegung», sagte OK-Präsident Niklaus Müller. Mit einem Gewinn von 13 480 Franken konnte man hier eine positive Rechnung präsentieren.
«Auf rund 4451 ha Landwirtschaftlicher Nutzfläche wird in den Kantonen beider Basel Bio-Landbau betrieben», sagte Ebenrain-Leiter Christoph Böbner. Der Anteil an Bio-Betrieben liege mit 21,8 % leicht über dem Schweizer Durchschnitt. Der Ebenrain will im dritten Lehrjahr Bio-Pflanzenbau als Vertiefung anbieten. «Die Bio-Tierhaltung wird in den herkömmlichen Unterricht integriert», sagte Böbner.
Auch Statutenänderungen standen auf der Traktandenliste. Sie bedurften etwas mehr Diskussionen. Besonders das Thema «Lizenznehmende» erforderte eine Korrektur. Lizenznehmende sind Veredelungsbetriebe, die keine aktiven Bio-Landwirte sind. Damit diese an einer Generalversammlung stimmenmässig die Bio-Bauern nicht übertrumpfen können, wurde einstimmig beschlossen, dass 67 % der Wählenden immer einen Bio-Suisse-Betrieb führen müssen. Ausserdem wurden die Mitgliederbeiträge folgendermassen festgelegt: «Landlose Imker» (40 Franken), «Lizenznehmende» (80 Franken) und für Passivmitglieder sind es 40 Franken.
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Tierwohl in der AP 30+ stärker gewichten
Im Anschluss überbrachten Bio-Suisse-Präsident Urs Brändli und Laura Spring, Co-Verantwortliche für Politik bei Bio Suisse, nicht nur die Grüsse vom Mutterhaus, sondern berichteten auch über aktuelle politische Themen. Vor allem die AP 30+ gibt auch bei den Bio-Bauern zu reden: «Die Themen Tierwohl und Tiergesundheit werden nach dem heutigen Stand noch viel zu wenig abgebildet», sagte Spring. «Nicht nur bei der graslandbasierten Milch- und Fleischproduktion, sondern auch beim Klima müssen nicht nur auf Seite der Landwirtschaft, sondern auch auf Seite der Konsumenten weitere Massnahmen getroffen werden», forderte Brändli. Für beide steht ausser Frage, dass Bio am Markt nicht nur erfolgreich ist, sondern auch wichtige Leistungen für die gesamte Gesellschaft erbringt. «Unter anderem in den Bereichen Biodiversität, Bodenfruchtbarkeit und sauberes Trinkwasser», stellte Brändli klar.
Im Traktandum «Verschiedenes» kamen Wortmeldungen zur Zusammenarbeit mit dem Schweizer Bauernverband wie auch Meinungen zum Rahmenvertrag mit der EU. Einige regten sich auf, dass sich Bio Suisse bei der «Trinkwasser-Initiative» nicht stark genug vom Schweizer Bauernverband abgegrenzt hätte. Auch zum EU-Rahmenvertrag forderte ein Votant eine klare Meinung von Bio Suisse: «Wenn wir dem Rahmenvertrag zustimmen, wäre das der Tod von uns Bio-Bauern in der Schweiz», war seine Meinung.