«Es ist wie im Sport: Die eigene Leistung ist wichtig, aber auch jene der Mitspieler. Und die Rahmenbedingungen spielen eine zentrale Rolle», sagte Beat Gisin, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Landi Reba AG, an der Delegiertenversammlung in Lausen BL vor den Aktionärinnen und Aktionären.
Damit setzte Beat Gisin das Geschäftsergebnis der Landi Reba AG von Beginn an in den grösseren Kontext des weltweiten Handels: Kriege liessen die Ölpreise in die Höhe schnellen. Die Konsumstimmung sank und Billigproduzenten wie Temu oder Action drückten die Preise im Detailhandel.
Und genau mit Letzterem machte die Landi Reba AG am meisten Umsatz: 50,9 Prozent der 98 163 000 Franken Netto-Umsatz stammten aus dem Detailhandel. 21,5 % des Umsatzes generierte die Landi Reba AG mit Energiegeschäften und 27,6 % effektiv mit dem Handel von Agrarprodukten, sprich Futter, Feldsämereien und Pflanzenschutz.
So lief das Geschäft der Landi Reba AG 2025
Insgesamt erzielte die Landi Reba AG ein Geschäftsergebnis von 1,6 Millionen, 200 000 Franken weniger als im Jahr zuvor. Sie verfügte über ein Eigenkapital von 22,437 Millionen und hatte den Eigenfinanzierungsgrad um 3,6 % erhöht. Der Wert der einzelnen Aktien der 493 Aktionär(innen) ist auf 800 Franken gestiegen.
Fluch und Segen des Konkurrenzdrucks
Die Krise des Detailhandels blieb der rote Faden an dieser Generalversammlung. Beat Gisin stellte den Geschäftsbericht vor und sprach im nächsten Atemzug von all den Detailhandelsketten, die zugrunde gegangen sind.
Dazu gehören nostalgische Namen, wie die EPA, Pick Pay und Waro, aber auch weniger nostalgische Namen wie Jelmoli und Do it. «Von der Schliessung der Do-It-Filialen hat die Landi Reba AG profitiert», sagte Gisin. «Insbesondere die Filiale in Aesch BL», fügte er an. Auch der Onlinehandel sei gut gelaufen, dieser konnte auf über eine Million Franken gesteigert werden. Und doch: «Die Stimmung im Detailhandel ist knallhart», sagte Gisin.
Nicht ganz heimisches Zuhause
«Für mich fühlt sich der Landi-Laden etwas nach Zuhause an. Landi-Läden riechen einfach anders», sagte Christian Banga, Präsident des Verwaltungsrates, in seiner Eröffnungsrede. Die Landi Reba AG machte 50 % ihres Umsatzes aus dem Detailhandel mit Produkten, die aus dem Ausland stammten. Das hatte Beat Gisin ganz transparent gesagt.
«Grümpel» in den Landi-Läden
Das passte aber keinesfalls allen: Am Schluss meldete sich eine Stimme aus dem Publikum zu Wort: «Ich kann es doch nicht unterlassen, etwas zu diesen Läden zu sagen.» Ihm sei klar, woher das Geld komme, aber neben dem Verdienst sei doch auch die Ethik wichtig: «Ich werde oft darauf angesprochen, was für Grümpel – entschuldigen Sie dieses Wort – in diesen Landi-Läden zu kaufen ist. Und wenn man diese Preise anschaut, fragt man sich schon, wer daran neben den Produzenten wirklich verdient.»
Er hoffe, dass die Geschäftsleitung das diskutiere, und er sei sich bewusst, dass die Landi Reba AG damit das Geld verdiene. «Aber man ist nicht nur Buchhalter, sondern auch Mensch.»
«Diese Kritik ist für den Verwaltungsrat nicht neu», reagierte Christian Banga auf die Anmerkung. Es sei eine Gratwanderung: Einerseits könnten sie als bäuerliche Vertreter beim Angebot mitdiskutieren, andererseits wehe einfach ein rauer Wind im Detailhandel.

