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Spitzenschwinger Fabian Staudenmann sagt:«Meine Mutter hat es als erstes bemerkt»

An der Generalversammlung der Schwand Treuhand und Beratung AG referierte der Berner Spitzenschwinger Fabian Staudenmann. Der Eidgenosse sprach darüber, wie er die Work-Life-Balance trotz Spitzensport meistert.

«Meine Mutter hat es als erstes bemerkt, dass ich nicht mehr der gleiche bin und an mir was ändern musste», sagte Fabian Staudenmann, der Spitzenschwinger aus Guggisberg BE. An der Versammlung der Schwand Treuhand und Beratung von letzter Woche in Münsingen BE gab der Eidgenosse Staudenmann viel Persönliches preis.

Mit seinem Referat, wie man die Work-Life-Balance trotz Spitzensport meistert, brachte Staudenmann viele Leute im Gemeindesaal Schlossgut zum Nachdenken.

Die Mütter haben fast immer recht

«Obwohl die Mütter fast immer recht haben, habe ich ihre Warnungen damals nicht ernst genug genommen», sagte Fabian Staudenmann. Erst als zwei Freunde, unabhängig voneinander, ihm sagten, dass er nicht mehr der Gleiche sei, gaben ihre Aussagen ihm doch zu denken: «Ich hatte mehrere Baustellen und habe nirgends mehr genügt», hielt er fest.

Die Schwingtrainings wurden schlechter, das Lernen für die Uni funktionierte nicht mehr richtig und auch ein Schwatz beim Grosi lag nicht mehr drin. «Daraufhin habe ich einen Sportpsychologen aufgesucht», erzählt der Schwinger.

Den Sport, das Mathematikstudium, das Training, die Familie, die Freunde – das alles unter einen Hut bringen – das wurde für Staudenmann zur Herausforderung. «Ich konnte mich nicht mehr richtig konzentrieren. Wusste nicht mehr, welche Rolle ich einnehmen soll», so seine Feststellung.

Durch seine Schwingerfolge kamen auch die Medienanfragen dazu: «Es wurde immer schlimmer und schlimmer, ich konnte es nicht mehr packen. Es ist mir nicht mehr gelungen, alles unter einen Hut zu bringen», so der Eidgenosse. Und führt aus: «Niemand muss sich schämen, Hilfe zu holen. Auch ihr Landwirtinnen und Landwirte nicht.»

Die Rolle und das Umfeld

Doch beim Sportpsychologen war Fabian Staudenmann in guten Händen. Nicht nur die Gespräche mit ihm halfen dem Spitzenschwinger. «Wir haben zusammen nicht nur über meine Leistungen gesprochen, sondern auch über mein Umfeld und meine Rolle», sagte Staudenmann. Das Erste, was er vom Sportpsychologen in Auftrag bekam, war, dass er für sich eine Jahresplanung aufstellen musste.

«Jeden einzelnen Termin habe ich in der Planung festgehalten. Wann die Trainings sind, wann die Schwingfeste, wann die Vorlesungen an der Uni, wann die Prüfungen, wann die Medienanfragen, und so weiter», zählte Staudenmann auf.

Spitzenschwinger Fabian Staudenmann sagt:«Meine Mutter hat es als erstes bemerkt»
In diesem Alter wusste Fabian Staudenmann noch nicht, dass er einmal ein erfolgreicher Schwinger sein wird.

Wo haben Ferien und Freizeit Platz?

Darauf habe ihn der Sportpsychologe gefragt, wann er denn Ferien und Freizeit haben wolle. «Das habe ich natürlich nicht in der Jahresplanung festgehalten, das hatte ja keinen Platz mehr», so seine Erklärung. Es sei aber sehr wichtig, sich trotz vollen Terminkalenders Ruhe und Auszeiten zu gönnen.

Auch Fabian Staudenmann merkte, dass er in Zukunft was ändern musste: «Wenn man als Schwinger an der Spitze mithalten will, muss man Prioritäten setzen», hielt er fest. Und Prioritäten hat Staudenmann gesetzt: Damit seine Schwingtrainings nicht zu kurz kommen, hat er sein Mathematikstudium aufgegeben und zum Studiengang VWL (Volkswirtschaftslehre) gewechselt.

«Zudem musste ich lernen, die Kritik an mir, wenn ich nicht gut geschwungen habe, auf dem Schwingplatz zu lassen und nicht mit nach Hause zu nehmen», sagt der Spitzenschwinger.

Familie und Freunde gaben ihm grossen Halt

Auch sei es wichtig, zu erkennen, welche Rolle man wann und wo einnehmen sollte. «Bei mir kommen viele Rollen zusammen. Wenn ich privat unterwegs bin, wenn ich als Leistungssportler auftrete, als Student oder wenn ich öffentliche Auftritte habe», so Staudenmann.

Jederzeit grossen Halt geben ihm aber seine Familie und seine Freunde. «Mein Grosi behandelt mich wie alle anderen ihre Enkelkinder genau gleich», betont er. Und das sei auch sehr wichtig, denn er fühle sich auch nicht als etwas Besonderes.

Den Ärmel reingezogen

Wichtig für Fabian Staudenmann sei es, dass man immer ein Ziel vor Augen habe. Eine Vision, die einen motiviere, seine Träume zu verwirklichen. «Das ist auch beim Schwingsport so. Ohne hartes Training, auch keine Erfolge», weiss er. Und Erfolge hatte Staudenmann schon: Der 26-jährige, 191 cm grosse Hüne, 119 kg schwer, begann im Jahr 2010 als Zehnjähriger mit seinen ersten Schwingtrainings.

«Den Ärmel reingezogen hat es mir, als Kilian Wenger beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 2010 in Frauenfeld Schwingerkönig wurde», so Staudenmann. Seinen ersten Kranz gewann Staudenmann dann 2017 beim Seeländischen Schwingfest in Meinisberg, den ersten Kranzfestsieg feierte der gelernte Automatiker dann 2021 beim Mittelländischen Schwingfest in Zollikofen.

2021 holte er dann auch den Sieg am Kilchberg Schwinget. Beim Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) 2025 in Mollis GL erreichte Staudenmann den 2. Rang.

Generalversammlung

[IMG 3-4] An der ordentlichen Generalversammlung der Treuhand und Beratung Schwand AG (TBS) in Münsingen konnte Verwaltungsratspräsident Daniel Gilgen Erfreuliches berichten: «Die Zahlen sind stabil, wir konnten neu Mandate aufnehmen.» Zudem lobte Daniel Gilgen die gute Zusammenarbeit zwischen der Landwirtschaft und der TBS. Insgesamt 39 254 Stunden leisteten ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im vergangenen Jahr. Steuererklärungen, Beratungen oder Jahresbuchhaltungen waren deren Tätigkeiten. Die Jahresrechnung konnte deshalb mit einem Plus von 6874 Franken abschliessen, das Eigenkapital der TBS beläuft sich auf 630 400 Franken. Eine Rochade gab es im Vorstand des Verwaltungsrates. Der langjährige Präsident Daniel Gilgen übergab sein Amt an Matthias Sigrist aus Heiligenschwendi weiter. Neu in den Verwaltungsrat nimmt Beat Baumgartner aus Mirchel Einsitz.

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