Agri Freiburg, früher Freiburger Bauernverband, ist in finanzielle Schieflage geraten. Am Montag, 2. März informierte das Präsidium von Agri Freiburg über die derzeit schwierige finanzielle und organisatorische Situation des Verbandes.
Die Ursachen der Lage sind vielfältig und müssen noch weiter abgeklärt werden; derzeit hat jedoch die Sanierung oberste Priorität. «Als ich das Amt des Präsidenten im November 2024 übernommen habe, sah ich sofort, dass es finanzielle Probleme gibt», sagt Adrian Brügger auf Anfrage. Diese Situation erfordere nun eine grundlegende Sanierung sowie eine tiefgreifende Reorganisation.
Die Situation als Chance nutzen
Ein externes Büro wurde nun beauftragt, um die Finanzen und Strukturen von Agri Freiburg genau unter die Lupe zu nehmen. «Bis heute wissen wir nicht, welche Abteilung eigentlich rentabel ist und welche nicht. Eine analytische Buchhaltung fehlt», sagt Brügger. Der Vorstand verpflichte sich, rasch die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, mit dem Ziel, diese Situation als Chance zu nutzen, um Agri Freiburg an die aktuellen Rahmenbedingungen und an die Erwartungen der bäuerlichen Familien des Kantons anzupassen. «Das grösste Problem ist sicher zurzeit, dass wir wenig liquid sind», so der Präsident. Einige Projekte seien schon sistiert worden.
Um die finanzielle Sicherheit von Agri Freiburg wieder gewährleisten zu können, brauche es sicher sechs bis zwölf Monate. «Ich hoffe, dass wir ab dem 1. 1. 2027 einen neuen, gesunden Verband präsentieren können», hält Brügger fest.
Für die 2500 Bauernbetriebe, die Agri Freiburg angeschlossen sind, werde sich bis dahin nichts ändern: «Wir werden all unsere Dienstleistungen wie bisher wahrnehmen», verspricht der Präsident. Eine Erhöhung des Mitgliederbeitrags habe bis jetzt nicht oberste Priorität. Auch personell soll es bei Agri Freiburg zu keinen Konsequenzen kommen.
In Abwesenheit des Direktors, der seit Anfang Januar 2026 aus gesundheitlichen Gründen fehlt, wird die Geschäftsführung ad interim vom Präsidenten von Agri Freiburg, Adrian Brügger, mit Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Agri Freiburg, sowie externer Hilfe übernommen.