Die Oberdorfstrasse im bernischen Münchenbuchsee wird saniert und die Parkplätze werden entsiegelt. Im Jahr 2022 gab es ein Mitwirkungsverfahren des Tiefbauamtes Kanton Bern – über 50 Eingaben gingen ein. Im Oktober 2025 lagen die Baupläne im Gemeindehaus auf. «Entsiegelte Böden speichern weniger Wärme und das Wasser versickert besser», erklärt der Gemeindepräsident Mani Waibel. So weit, so gut. Doch die Strasse werde schmaler. Jede Fahrbahn wird 3 Meter breit.
Einsprache gleich selbst entkräftigt
Normalfahrzeuge haben keine Probleme, sich zu kreuzen. Bei zwei übergrossen landwirtschaftlichen Fahrzeugen sieht die Situation aber ganz anders aus. Deshalb erhoben Kurt Stettler und zahlreiche andere Landwirt(innen), wie Marc Vogt, Hasi Strahm und der Lohnunternehmer Stefan Liechti, Einsprache.
Darauf reagierte das Tiefbauamt des Kantons mit definierten Kreuzungsstellen, die das Kreuzen erleichtern sollen, und passte die Pläne an. Die Landwirte schlugen vor, diese neuen Kreuzungsstellen in der Praxis zu testen. So organisierten Marc Vogt und Kurt Stettler mit Conrad Zingre vom Tiefbauamt einen Fahrversuch mitsamt Gemeindepräsident, Bauernkollegen, einem Mähdrescher und einem Traktor.
Gleich in der Praxis getestet
Conrad Zingre und Marc Vogt steckten mit Pylonen und Seilen die Strasse auf dem Parkplatz an der Bahnhofstrasse in Münchenbuchsee ab. Sie wollten sehen, ob sich die Fahrzeuge ohne Rückwärtsfahren kreuzen können.
Mähdrescher und Traktor fuhren aufeinander zu. Der Mähdrescher schwenkte leicht nach rechts. Und die beiden Fahrzeuge kreuzten sich. Obwohl links und rechts nicht mehr viel Platz war, ging das Ganze sauber über die Bühne.
«Ich finde es toll, dass wir das gleich getestet haben. Die Theorie ist eines, die Praxis etwas ganz anderes», kommentiert der Gemeindepräsident Mani Waibel. Marc Vogt sagt dazu: «Ob es keine Probleme gibt, sehen wir erst im Zusammenspiel mit allen Verkehrsteilnehmern.»