Der Ar­beitsaufwand hat sich mit dem neuen Stall halbiert. Um wirtschaftlich Milch produzieren zu können, setzt Friedli in allen Bereichen auf hohe Effizienz.

Andreas Friedli war der Gastgeber am Stallrundgang Milchvieh des LZ Liebegg am Dienstagabend. Der 39-jährige Landwirt bewegt sich mit seinen 50 Kühen und einem Herdenschnitt von 11 00 Kilogramm Milch im Hochleistungssegment. Die Leistung aus dem Grundfutter – Gras- und Maissilage – ist hoch, sie liegt bei zwei Dritteln gegenüber einem Drittel aus dem Kraftfutter. Bei der Produktion des Grundfutters strebt Andreas Friedli darum Top-Qualität an.

Kot und Futter analysiert

Genau dieser Qualität und Verdaulichkeit des Futters ging Rebekka Flury vom LZ Liebegg mit der Schüttelbox und dem Kotsieb auf die Spur, denn «ideales Verdauen wirkt sich auf die Wirtschaftlichkeit aus». Flury analysierte Kot und Futterration bei Friedli und einem zweiten Betrieb, der BG Agrino in Remetschwil. Agrino ist in der Umstellungsphase auf Bio, produziert silofrei und erreicht mit den 45 Kühen einen Herdenschnitt von 8500 Kilo Milch.

Trotz unterschiedlicher Systeme zeigte sich auf beiden Betrieben eine gute Verdaulichkeit des Futters, aber tendenziell zu lange Fasern. Diese werden von den Kühen beim Fressen oft ausselektioniert. «Verlorenes Futter», kommentierte Rebekka Flury. Es sei wichtig, die Strukturwirksamkeit des Futters regelmässig zu überprüfen. Angefangen bei der Kontrolle des Futterverzehrs und der Wiederkautätigkeit mit 55 bis 60 Schlägen pro Bissen.

Genetik passt zur Strategie

Betriebswirtschafter Peter Estermann vom LZ Liebegg analysierte die Fütterungskosten. Nur 0,20 Franken pro kg Milch kostet das Futter auf dem Betrieb Friedli, 1,74 kg Milch holt er aus 1 kg TS heraus. «Die hohe Milchmenge pro Kuh ‹verdünnt› die Fütterungskosten», kommentierte Estermann. Zudem stellte er eine hohe Effizienz von Friedlis Kühen aufgrund der Genetik fest, ein wichtiger Erfolgsfaktor: «Eine hohe Milchmenge pro Stallplatz mit intensiver Fütterung bedingt Hochleistungszucht.» Wirtschaftlichkeit stellte er auch beim System Agrino fest, dank einer optimierten Milchleistung trotz Restriktionen in der Fütterung mit intensivem Anbau und vergleichsweise hohem Milchpreis. So oder so: «Für eine kostengünstige und effiziente Fütterung sollte nichts unverdaut bleiben», so das Schlusswort von Estermann.

 

Betrieb Familie Friedli

Betriebsleiter: Andreas und Manuela Friedli mit vier Kindern

Ort: Gebenstorf, 540 m ü. M.

Flächen42 ha, davon 21,5 ha offene Ackerfläche

Betriebszweige: Milchproduktion mit 50 HO- und RH-Kühen
(rund 500 00 kg pro Jahr, Wiesenmilch), rund
40 Aufzuchttiere; rund 30 Mutterschafe; ­Ackerbau mit Zuckerrüben, Weizen, Silomais

Arbeitskräfte: Betriebsleiterpaar, Mitarbeit von Vater Ernst Friedli