«Strukturell müssen fünf Prozent der Schweineplätze weg, um Wertschöpfung zu haben und den Absatz zu gewährleisten», heisst es im Marktkommentar des Produzentenverbandes dazu. Die Überkapazität in Zucht- und Mastställen sei eine Tatsache und die Plätze würden aktuell ausgelastet, mit den bekannten Konsequenzen.

Eine wenig überraschende Massnahme

Bereits nach der letzten Schweinekrise von Ende 2022 wurden nun beschossene Notfallmassnahmen ausgiebig diskutiert und ein Konzept im Grundsatz von den Suisseporcs-Delegierten abgesegnet. Dass diese Karte diese Woche gezückt wird, ist vor diesem Hintergrund und der aktuellen Marktsituation wenig überraschend und unbestritten. In der «erweiterten Fachkommission Markt» werden auch externe Akteure miteinbezogen, konkret Mäster und Züchter ohne Suisseporcs-Mitgliedschaft sowie ein zusätzlicher Händler von aussen. Ziel: Ein verbindlicher und austarierter Konsens.

Abo Schweinemarkt Spermaverkäufe sind kein Indikator für viele Schlachtschweine Freitag, 6. Februar 2026 Seit Montag, 9. Februar, werden in der Kalenderwoche 7/2026 für die Marktentlastungen gemäss Konzept demnach 12 Franken je Jager, also 60 Rappen pro Kilo Lebendgewicht vom Jagerpreis bei 20 kg Lebendgewicht, abgezogen und transparent bei Züchter und Mäster ausgewiesen. «Die Aufteilung auf Züchter und Mäster ist mit zwei Drittel zu ein Drittel beschlossen und vollzogen», stellt der Verband klar.

Proviande betreut den Fonds

Heute Nachmittag kommunizierte auch die Proviande. Um im kommenden Sommer und Herbst einen Schweinestau bei den Schweinehaltenden zu vermeiden, habe die Suisseporcs unterstützt durch den Verwaltungsrat von Proviande, eine branchenübergreifende Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Diese hat den Auftrag, kurz- und mittelfristige Massnahmen zur Entlastung des Schweinemarktes zu erarbeiten. Konkret wird nun ab dem 16. Februar bei den Schweinehaltenden ein vorderhand unbefristeter, finanzieller Einzug von 20 Rappen pro Kilo Schlachtgewicht zur Speisung eines Fonds, welcher bei Proviande eingerichtet und betreut wird, abgezogen. Pro Schlachtschwein also rund 18 Franken, womit wir wieder bei den 12 Franken für den Züchter und 6 Franken für den Mäster wären, wie von der Suisseporcs angekündigt. Über die Dauer des Einzugs entscheide die erweiterte Fachkommission der Suisseporcs.

Massnahmen im In- und Ausland möglich

Abo Überproduktion «Produktion kann nicht mehr über den Preis geregelt werden», sagt Marktpräsident Noldi Windlin zum Schweinemarkt Freitag, 23. Januar 2026 Was passiert mit dem eingezogenen Geld? Mit den Fondsmitteln sollen Marktentlastungsmassnahmen finanziert und dadurch das Überangebot an Schlachtschweinen im Sommer und Herbst 2026 reduziert werden. Sämtliche zweckdienliche Massnahmen wolle man sich offenlassen, sickert durch. Also Massnahmen im In- und/oder Ausland – sowohl bei Jagern als auch bei Schlachtschweinen.

«Marktgerechte Mengenbegrenzung» kommt aufs Tapet

Um die wiederkehrenden Verwerfungen im Schweinemarkt zu vermeiden, erarbeitet Suisseporcs mit der Unterstützung der Branche – insbesondere unter Einbezug des Schweinehandels – mittelfristig eine Lösung für eine marktgerechte Mengenbegrenzung. «Im Vordergrund steht dabei die Erarbeitung des Konzeptes zur freiwilligen Stilllegung von Zuchtschweineplätzen», heisst es wörtlich in der Medienmitteilung der Proviande. Dieses Konzept soll bereits im Zeitraum März und April diesen Jahres den Produzenten vorgelegt und im Anschluss den Suisseporcs-Delegierten zur Abstimmung unterbreitet werden.