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Der Konsument spart beim Labelfleisch – Prämie sinkt

Der Absatz von IP-Suisse-Schweinefleisch harzt. Nun bekommen die Mäster 5 Rappen weniger Prämie und die Produktion wird reduziert. Somit ist weder der Basispreis noch die Prämie kostendeckend.

Nur noch 35 Rappen statt wie bisher 40 Rappen je kg Schlachtgewicht bekommen die IP-Suisse-Schweinemäster als Prämie. Das Signal ist deutlich: Es hat zu viele Labelschweine, der Absatz stockt.

Nicht kostendeckend

«Die flexible Labelprämie wurde eingeführt, um solche Marktverhältnisse abzufedern. Ziel ist es, dass die Labeltiere nicht stehenbleiben und zu schwer werden, sondern übernommen und vermarktet werden», erläutert Niklaus Hofer, stellvertretender Geschäftsführer von IP-Suisse auf Nachfrage der BauernZeitung. Dabei sei sich IP-Suisse bewusst, dass die aktuelle Prämie nicht kostendeckend sei. Das heisst, der Produzent erbringt zusätzliche Leistungen, die ihm der Markt, sprich der Konsument, nicht bezahlt.

Den Grund dafür sieht Hofer in der veränderten Konsumentenstimmung. Steigende Kosten bei Strom, Krankenkassen und Mieten lassen den Konsumenten zu günstigeren Alternativen greifen oder gar ins Ausland ausweichen. Der Druck sei insbesondere beim Labelschweinefleisch zu spüren und die Abnehmer geben diesen an die Mäster weiter. Die Produzenten spüren den Preisdruck umso deutlicher, als auch der Basispreis aktuell immer noch nicht kostendeckend ist. Auch in der kommenden Woche gelten Schlachtschweine 3.80 Fr./kg SG, obwohl der Markt abgeräumt ist und die Angebote der Nachfrage angepasst sind. Die Schweinemäster sind deshalb auf breiter Front unzufrieden.

Aufnahmestopp bei IPS

715 493 Schweine wurden 2021 unter dem Käfer geschlachtet. Damals wurde die ehemalige Coop Naturafarm bei IP-Suisse integriert. Seither wird in der Schweiz gut ein Viertel aller Schweine unter dem Käfer geschlachtet. Doch das scheint zu viel zu sein. Nachdem bereits 2022 die Produktion gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken ist, steht IP-Suisse weiterhin auf der Bremse. «Die aktuelle Angebotsplanung bei den Schweinen ist tiefer als im Vorjahr», betont Nilaus Hofer. So werden keine neuen Produzenten mehr aufgenommen und Aussteiger nicht generell ersetzt.

Weniger Schwein

Bemerkenswert ist, dass beispielsweise beim Rindfleisch der Preisdruck weniger zu spüren ist. So scheint der Konsument beim sowieso schon preisgünstigen Schweinefleisch nicht nur wegen dem Preis zögerlicher zuzugreifen. Im Gegensatz zum stets beliebteren Pouletfleisch gilt es nach wie vor als ungesund oder wird in einigen Kulturkreisen nicht gegessen. Ausserdem eignet es sich für die schnelle und günstige Gastronomie weniger als etwa Poulet. So baut auch IP-Suisse die Geflügelproduktion im Gegensatz zum Schweinekanal massiv aus.

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