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Bauern mit Pferdestärke: «Ich diskutiere nicht, ich mache»

Die Familie Blaser aus Milken im Kanton Bern bewirtschaftet ihre zwölf Hektaren hauptsächlich mit natürlichen PS und erzielt damit gute Leistungen. Bei der Arbeit mit Pferden hat Angst oder Stress definitiv nichts verloren, erklärt Rudolf Blaser.


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Energiegeladen stolzieren die Freibergerstuten und der Wallach aus dem reich mit Plaketten verzierten Pferdestall der Familie Blaser in Milken, Bern. Ein Pferd hält der Biolandwirt Rudolf Blaser am Zügel, das andere seine Tochter Rahel. Die grosse Stalltüre wirkt im Verhältnis zur Widerristhöhe der schweren Kaltblüter klein ausgemessen.

Ich sehe keine Nachteile

Es ist ein bedeckter Tag im April. Ein Feld oberhalb des Betriebs muss geeggt werden. Nachdem die zwei Freiberger-Begeisterten ihre Pferde für die Arbeit vorbereiten, geht es auf den Acker. Die Familie Blaser erledigt die meisten Arbeiten auf dem Betrieb mit natürlichen Pferdestärken. «Ich arbeite nicht vollumfänglich, aber zumindest integriert mit den Arbeitstieren», erklärt Rudolf Blaser am Küchentisch, nachdem er zusammen mit seiner Tochter und den zwei Pferden draussen einige Arbeitsabläufe demonstriert hat. «Ich sehe keine Nachteile in der Bewirtschaftung der Felder mit den Pferden», sagt Blaser. «Je nach Arbeit ist es schon zeitaufwendiger, aber beim Kreiseln habe ich dieselbe Leistung, wie wenn der Traktor ziehen würde, nur brauche ich anstatt Diesel Heu – und das aber jeden Tag.»

«Angst färbt sich auf das Tier ab. Man muss ruhig arbeiten können.»

Rudolf Blaser, Biolandwirt aus Milken

Den Traktor braucht es auch

Dennoch sei der Traktor nicht aus der Landwirtschaft wegzudenken, weiss er und will die Bewirtschaftungsweise mit den Pferden auch niemandem aufzwingen. «Für die Arbeit mit dem Pferd muss man das Tier schon gerne haben und es verstehen, sonst kommt es nicht gut», weiss der Biolandwirt. Angst oder Stress hätten dabei keinen Platz. «Und sollte man dennoch einmal Angst haben, darf es das Tier keinesfalls merken», so der Landwirt, schmunzelnd. «Ich bin schon einige Male vom Pferd oder Pony gefallen, bin aber immer wieder aufgestiegen», erinnert sich die 19-jährige Rahel Blaser. Die Detailhandelsfachfrau ist begeisterte Reiterin.

Rahel Blaser (19) mit Freiberger-Wallach Larry (5). 

Im Sommer braucht es mehr Hafer

Auf die Frage, ob sie auf dem Betrieb auch andere Pferde eingesetzt hätten, negieren beide. «Nein, die Freiberger sind elegant, sportlich und passen sehr gut», sagt der Landwirt und strahlt. Die Pferde werden mit Getreide, Heu und etwas Silage gefüttert. «Im Sommer brauchen die Pferde mehr Hafer, sonst passen wir die Fütterung aber nicht gross an», erklärt Rudolf Blaser. «Wir achten aber stark darauf, dass die Pferde nicht zu eiweisshaltig gefüttert werden.»

«Ich spanne lieber Pferde an»

Die Diskussionen über den CO2-Eintrag in die Atmosphäre und auch die Pflanzenschutz-Initiativen beschäftigen den Biolandwirt. Aber noch mehr beschäftigt ihn, dass eben nur darüber diskutiert und wenig gemacht wird. «Ich diskutiere nicht – ich spanne meine Pferde an, anstatt jedes Mal den Traktor zu verwenden und leiste so einen Beitrag für das Klima», meint Rudolf Blaser dezidiert. Zudem bedauert er, dass nicht darüber gesprochen würde, was die Haushalte den Abfluss runterspülen. «Die biologischen Spritzmittel, die wir benötigen, sind unbedenklich aber unabdingbar, sonst bekommen wir Probleme», so der Biolandwirt.

Der Markt braucht Zeit

Die Entwicklungen im Biomarkt beobachtet Rudolf Blaser aber genau: «Der Markt braucht seine Zeit. Der Biomarkt ist langsam gewachsen und der kann und soll auch nur langsam wachsen, damit es nachhaltig ist», ist Blaser überzeugt. Der Konsument müsse dabei mitziehen, damit die biologisch produzierte Ware auch abgesetzt werden könne. «Gute Ware hat ihren Preis», sagt Rudolf Blaser bestimmt und verteidigt sich so gegen den Vorwurf, dass Bioprodukte teilweise im oberen Preissegment anzutreffen sind. «Wenn sich Landwirte über tiefe Preise beschweren, aber dann den Bioproduzenten vorwerfen, zu teuere Produkte zu produzieren, kann ich ihnen nicht helfen – da ist doch keine Wahrheit dahinter», so Blaser.

Betriebsspiegel Familie Blaser

Name: Rudolf und Rosmarie Blaser mit Selina (23), Lukas (21), Rahel (19) und Sandra (14)

Ort: Milken

LN: 12 ha (Speisekartoffeln, Getreide, Futterrüben, Futterbau)

Produktionssystem: Biologisch

Nutztiere: Zwölf Swiss-Fleckvieh-Kühe, zehn Stück Jungvieh, momentan fünf Freibergerpferde, 1500 Mastpoulets

Sonstiges: Fohlen-Aufzucht, Kutschenfahrten für Hochzeits- oder Geburtstagsgesellschaften 

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