AboGastbeitragDie Landwirtschaft braucht eine sichere StromversorgungDonnerstag, 9. Dezember 2021Am 13. Februar stimmen wir über die extreme und unverhältnismässige Werbeverbots-Initiative ab. Die Initiative will jede Art von Werbung für Tabakprodukte komplett verbieten, die Kinder und Jugendliche in irgendeiner Form erreichen kann. Dass die Initianten trotz eines sehr griffigen und zielorientierten, indirekten Gegenvorschlages nicht von der Initiative absehen wollten, ist unverständlich. Zurecht kann man sich die Frage stellen, welches Werbeverbot als nächstes kommt. Wenn Sie das für übertrieben halten, dann bitte weiterlesen! 

Bizarre Werbeformen in Frankreich

In Frankreich, wo seit Jahren ein striktes Werbeverbot für Tabakprodukte besteht, die Raucherquote aber trotzdem höher liegt als in der Schweiz, wird in diesem Jahr bei Autoreklamen vorgeschrieben, auf umweltfreundliches Verhalten hinzuweisen. Ab März 2022 sollen Plakate und andere Werbeformen für Autos Hinweise enthalten, etwa zu Carsharing, zu öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem zu Fuss gehen. Was sich wie ein schlechter Witz anhört, wird zur Realität.

Nein zur Initiative heisst Ja zum Gegenvorschlag

TabakwerbungIG Bauern Unternehmen will keine totalen WerbeverboteDienstag, 11. Januar 2022 Erstmals, und dies ist auch richtig so, wird der Jugendschutz bei Tabakprodukten in einem Bundesgesetz verankert. Kinder und Jugendliche sollen vom Rauchen abgehalten werden. Ich selbst bin weder Raucher, noch habe ich ein Mandat bei einem Verband. Mich stört, dass diese Initiative falsche Versprechungen macht.

Im Gegensatz zur extremen Volksinitiative setzt das revidierte Tabakproduktegesetz am richtigen Ort an und schützt die Jugend zielgerecht. Es beinhaltet ein Verkaufsverbot für unter 18-Jährige sowie ein Werbeverbot für jene Zeitungen, Zeitschriften und Internetseiten, «die für Minderjährige bestimmt sind».

Es verbietet Plakatwerbung von Tabakprodukten und E-Zigaretten sowie Werbung in Kinos, in öffentlichen Verkehrsmitteln und Gebäuden und auf Sportplätzen. Ebenfalls verboten wird das Sponsoring für Veranstaltungen in der Schweiz, wenn diese internationalen Charakter haben oder auf ein minderjähriges Publikum abzielen.

Es wurde bereits viel gemacht

Es ist richtig, Kinder und Jugendliche zu schützen. Und es ist richtig, sie vor den Gefahren des Tabakkonsums zu warnen. Doch es ist naiv zu glauben, dass Werbung der Kern allen Übels ist.

Zudem wurde in den letzten 50 Jahren sehr viel erreicht, um das Nichtrauchen zu fördern. So wurden auf allen Zigarettenpackungen und Werbungen für Tabakprodukte Warnhinweise in Sprache oder sogar mit krassen Bildern aufgedruckt. Ebenfalls wurde ein Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden,Zügen und Flugzeugen eingeführt und mit der Eröffnung von Fumoirs in Restaurants, Bars und Clubs wurde auch dieser Bereich entsprechend reglementiert.

Initiative zu radikal 

Die politischen Kreise, welche diese Initiative unterstützen, trauen unseren Jugendlichen nicht zu, der Werbung für solche Produkte zu widerstehen. Gleichzeitig fordern sie aber das Wahl- und Abstimmungsrecht für 16-Jährige. Jemand, der das Wahl- und Stimmrecht erhält, sollte auch in der Lage sein, sich nicht von der Werbung verführen zu lassen.

Damit unter 18-Jährige besser geschützt werden, haben Bundesrat, National- und Ständerat ein griffiges Tabakproduktegesetz ausgearbeitet, welches zielorientiert die Jugend schützt. Aus diesem Gründen sage ich Nein zur radikalen Werbeverbots-Initiative und Ja zum sinnvollen Gegenvorschlag mit Signalwirkung.

Zum Autor
Mike Egger ist SVP-Nationalrat des Kantons St. Galler. Der Fleischfachmann schreibt regelmässig für die Rubrik «Arena» im Regionalteil Ostschweiz/Zürich der BauernZeitung.