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Trinkwasserinitiative: Fünf Gründe, warum die Produzenten dagegen sind

Am Donnerstag wurde die Initiative «Für sauberes Trinkwasser» bei der Bundeskanzlei eingereicht. Für Initiantin Franziska Herren ein grosser Schritt in Richtung einer naturnahen und ökologischen Produktion. Und das wiederum nehmen die Produzenten und ihre Verbände als grosse Bedrohung war. 


Publiziert: 18.01.2018 / 17:23

Weder der Gemüse-, noch der Obstproduzentenverband finden die Initiative gut. Der Schweizer Bauernverband schreibt: «Ja zu sauberem Trinkwasser, nein zur Initiative». Die Agrochemie-Industrie derweil äussert sich über die Industriegruppe Agrar des Think-Tanks Scienceindustries und findet, dass die Initiative Bedürfnisse von Landwirten und der gesamten Bevölkerung ignoriere.

 Fünf Gründe, warum die Initiative nur gut gemeint ist, aber (noch) nichts verändern wird.

  1. Niemand will unsauberes Trinkwasser
    Der Schweizer Bauernverband schreibt in seiner Mitteilung: «Sauberes Trinkwasser ist auch für die Landwirtschaft von zentraler Bedeutung». Die Initiative lehnt man trotzdem ab, da sich beim Gewässerschutz «in den vergangenen Jahren bereits viel verbessert» habe. Zudem sei die Qualität des Schweizer Trinkwassers auch im weltweiten Vergleich hervorragend. Und das soll auch so bleiben, denn die Schweizer Landwirtschaft sei sich ihrer Verantwortung bewusst. Man unterstützt den Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz und will den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln senken sowie die negativen Effekte anpacken. Ausserdem habe man kein Interesse daran, «unnötig kostspielige Pflanzenschutzmittel einzusetzen oder durch nicht-fachgerechte Anwendung deren Wirkung zu schmälern», heisst es.
  1. Ohne Pflanzenschutzmittel gibt es mehr Importe
    Den Initianten geht der Aktionsplan Pflanzenschutz aber offensichtlich zu wenig weit. Sie wollen, dass nur noch Direktzahlungen erhält, wer pestizidfrei produziert. Für den Schweizer Obstverband (und die übrigen Produzentenverbände) ist klar, dass damit die Nahrungsmittelproduktion geschwächt werden. «Gesunde und sichere Lebensmittel zu produzieren, das liegt im Interesse jedes Landwirtes», heisst es in der Medienmitteilung. Die Initiative würde eine erfolgreiche Landwirtschaft in der Schweiz verunmöglichen. Importe wären deshalb die Konsequenz. Doch Im Ausland «kann auf die Herstellung wenig Einfluss genommen werden. Das wäre nicht vereinbar mit der Ernährungssicherheit, welche die Bundesverfassung fordert. Die Schweizer Obstbranche setzt sich mit voller Kraft dafür ein, dass heute und in Zukunft in der Schweiz gesundes Obst produziert werden kann.» Rücksicht auf die Umwelt und die Bedürfnisse der Konsumenten habe dabei oberste Priorität.

  2. Es gibt schon umsetzbare Alternativen
    Und auch der Gemüseproduzentenverband (VSGP) betont, dass man keineswegs stehenbleiben wolle. Der VSGP engagiere sich «für einen nachhaltigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gemäss den Richtlinien von SwissGAP und Suisse-Garantie.» Dass im Rahmen des Aktionsplan Pflanzenschutz des Bundes Alternativen für chemische Pflanzenschutzmittel gefördert werden, unterstützt auch der VSGP. Von einem Totalverzicht will man aber nichts wissen: «Weder in der integrierten noch der biologischen Produktion», sei das möglich. Der VSGP werde sich deshalb mit aller Kraft gegen die Initiative wehren.

  3. Die politische Diskussion steht noch aus
    Ob das nötig sein wird, ist aber noch offen. Wie nämlich Bio Suisse schreibt, muss die politische Debatte zuerst «offene Fragen klären», bevor man eine Parole zur Initiative fassen könne. Die indifferente Haltung wird damit erklärt, dass bereits heute viele Bio-Betriebe Anliegen der Trinkwasserinitiative in ihrem Betriebsalltag berücksichtigen. Da der Aktionsplan Pflanzenschutz zudem «mutlos» und wenig zukunftsgerichtet sei, habe man Verständnis für die Zivilgesellschaften und deren Anliegen, die Anreize für Pestizideinsatz zusätzlich zu beschränken. Allerdings gibt es auch für Bio-Suisse Probleme: «Je nach Interpretation können sich allerdings auch für Bio-Betriebe einige Probleme stellen. Bevor Bio Suisse eine Parole zur Initiative fasst, muss die politische Debatte offene Fragen klären.» Wie Bio Suisse schreibt, wäre ein Gegenvorschlag denkbar, «der die Mängel des Aktionsplans behebt und eine mutige, aber realistische Perspektive für eine Schweizer Landwirtschaft ohne chemisch-synthetische Pestizide anbietet.»

  4. Die Initiative ignoriert Bedürfnisse der Landwirte und der gesamten Bevölkerung
    Ob es einen Gegenvorschlag geben wird, ist von den Beratungen im Parlament abhängig. Für die Agrochemie-Industrie ist die Forderung, dass nur noch Landwirte staatlich unterstützt werden, die weder Pflanzenschutzmittel noch vorbeugend Antibiotika einsetzen «unsachlich, einseitig und sie ignoriert die Bedürfnisse der Landwirte wie der gesamten Bevölkerung.»

    Antibiotika als Wachstumsförderer seien bereits seit 1999 verboten. Und seit 2016 ist gesetzlich festgeschrieben, dass Antibiotika nicht mehr prophylaktisch verabreicht werden dürfen. Ebenso erhalte kein Landwirt in der Schweiz Direktzahlungen, weil er Pflanzenschutzmittel einsetze. Es sei anders herum: «Wer weniger Pflanzenschutzmittel einsetzt, wird dafür belohnt.» Ausserdem würden in der Schweiz heute schon sinnvolle und sachgerechte Regeln gelten. Ohne diese Regeln und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wäre die sichere Versorgung der Schweizer Bevölkerung mit einheimischen Lebensmitteln nicht möglich.

Kurzum: Die Argumente werden klarer. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie der Bund, das Parlament und die Landwirte die Initiative im politischen Prozess verarbeiten werden.

hja

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