Varroa destructor trägt ihren lateinischen Namen nicht ohne Grund. Die Milbe gilt als besonders schädlicher Parasit, weshalb der Bienengesundheitsdienst zur Bekämpfung eine regelmässige Befalls-Überwachung in den Völkern empfiehlt. Nun wurde vom Schweizer Start-up Apizoom Sàrl eine App entwickelt, die das aufwändige Zählen übernehmen kann, wie in einem Beitrag von Agrarforschung Schweiz erklärt wird. 

Aufwändiges Auszählen von Auge

Bisher wird der Varroabefall in einem Bienenvolk überwacht, indem eine Varroa-Unterlage im Stock platziert und durch ein Gitter von den Insekten getrennt wird. Anhand der Anzahl toter Milben auf dieser Unterlage könne man abschätzen, wie gross der Gesamtbefall ist. 

Allerdings gestaltet sich das Auszählen von Auge gemäss Agrarforschung Schweiz schwierig und zeitintensiv: Die Milben sind weniger als zwei Millimeter gross, manchmal sehr zahlreich und zudem mit Abfällen vermischt. Die Kontrolle erfordere ein gutes Sehvermögen und müsse mehrmals während der Saison wiederholt werden. 

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Ein Programm, das lernt

Dank der guten Qualität der Fotosensoren in modernen Smartphones kann das Gerät Varroamilben mit hoher Genauigkeit erkennen, heisst es weiter. Damit sei auch ein automatisches Zählen möglich. Die künstliche Intelligenz, die in der Apizoom-App zum Einsatz kommt, lernt anhand neuer Bilder dazu und die Ergebnisse werden daher immer besser. 

Neben der beträchtlichen Zeitersparnis sind die zentral erfassten Daten ein weiterer Pluspunkt der App. Sie ermöglichen es gemäss Agrarforschung Schweiz, die Entwicklung der Varroapopulation systematisch statistisch zu analysieren. Dies quasi in Echtzeit für eine Region oder landesweit. Das dürfte sich für die Forschung und die regionale Überwachung als sehr nützlich erweisen, geben sich die Autoren zuversichtlich. Die Zusammenarbeit zwischen Privaten und Behörden böte sich an.  

 

Mehr über Apizoom

Weitere Informationen zur mobilen Applikation finden Sie auf der Apizoom-Website: https://www.apizoom.app.

Die Qualität der Ergebnisse der Zählung per App hängen laut Agrarforschung Schweiz von der verwendeten Kamera, den Lichtverhältnissen am Bienenstand sowie der Dichte des Abfalls auf der Varroa-Unterlage ab.

Das Start-up Apizoom wird von der EPFL unterstützt sowie vom Zentrum für Bienenforschung von Agroscope und der Identitas AG begleitet. Es gewann für seine Entwicklung den landwirtschaftlichen Innovationspreis 2020 des Kantons Freiburg.