Die Landwirtschaft erlebt in technischer Hinsicht rasante Veränderungen. Dazu kommt der Strukturwandel: Die Zahl der Betriebe nimmt ab und die durchschnittlichen Flächen pro Betrieb nehmen zu. In vielen Bereichen ist die Automatisierung in vollem Gang – etwa bei Melkrobotern, GPS-gesteuerten Lenkungen und selbstfahrenden Jätsystemen. Die jungen Bauern haben oft eine gute und breite Ausbildung; darum werden viele Betriebe im Nebenerwerb geführt. Bei den Vollerwerbsbetrieben ist eine Tendenz zur Spezialisierung festzustellen. All das hat Auswirkungen auf die Landmaschinen-Branche.
Und damit setzte sich der Verbandspräsident Daniel Berhard an der Mitgliederversammlung des Schweizerischen Landmaschinenverbandes SLV-ASMA, vom 23. Januar im Landgasthof Schönbühl, auseinander. Zu Beginn seines Referats ging er auf die rasanten Veränderungen in der allgemeinen Wirtschaft ein, und unterlegte seine Ausführungen mit einer grafischen Darstellung der Kondratjew-Zyklen.
Kondratjew-Zyklen: von Dampf bis GPS
Um das Jahr 1800 trieben Dampfmaschinen und Baumwolle den Fortschritt an. 1850 folgten Eisenbahn und Stahl, um 1900 Elektrizität und Chemie. Das Automobil und die Petrochemie revolutionierten um das Jahr 1950 weite Teile des Alltags. Und heute treibt die Informatik den Fortschritt an! Der sowjetische Forscher Nikolai Kondatiew beschrieb die weltweite wirtschaftliche Entwicklung als Wellenbewegung, oder sogenannte Kondratjew-Zyklen. Diese Wellenbewegungen werden von Innovationen angetrieben. Zu Beginn einer technologischen Zeitspanne wird in die neue Technologie investiert – die Welle nimmt Aufschwung. Auf dem Höhepunkt der Welle hören die Investitionen auf und die Welle schwingt ab. In der Abwärts-Phase, die vielfach in eine wirtschaftliche Depression führt, erscheint der nächste Fortschritt. Wird darin investiert, erzeugt er eine neue Welle und der Zyklus beginnt von vorne. Hier mehr dazu.
Sind Landmaschinenbauer und -händler fit für den Fortschritt?
Bernhard fordert die Verbandskollegen auf sich diese Fragen zu stellen: Verändern wir uns gleich schnell wie die Landwirtschaft? Investieren wir genügend in unsere Infrastruktur? Investieren wir genügend in unsere Mitarbeiter? Verstehen wir die neuen Produkte und Technologien? Bieten wir die richtigen und geforderten Dienstleistungen an? Können wir die Künstliche Intelligenz und Digitalisierung gewinnbringend einsetzen?
Alle Geschäfte einstimmig abgesegnet
Der Geschäftsführer des Verbandes, Pierre-Alain Rom, ehrte verschiedene Firmen für ihre langjährigen Firmenjubiläen. Er verdankt die Arbeit der zurückgetretenen Vorstandsmitglieder Jürg Minger, Christian Penet und Rolf Schaffner. Rom erläuterte das Budget, die Rechnung und die Bilanz des Verbandes. Dieser schloss 2025 rund 37 000 Franken besser ab, als budgetiert. Die Rechnung und das Budget wurden einstimmig genehmigt. Auch der Vorstand erhielt ohne Einwände die Décharge für 2025.
Die Umsetzung von Digiflux ist zäh
Die Fachgruppe Spritzen/Düngung/Anbaugerätetechnik befasste sich im vergangenen Jahr, mit der Umsetzung von Digiflux. Dafür koordinierte und diskutierte sie mit den zuständigen Bundesstellen. Dabei stellte die Fachgruppe fest, dass die digitalen Möglichkeiten und der technologische Fortschritt nicht genutzt werden, dagegen aber neue, aufwendige administrative Strukturen entstehen. So werden neue Anforderungen an die Spritzgeräte gestellt, was die Beratung des Kunden und den Verkauf komplexer macht.
Lernende für den Beruf Melktechniker/in EFZ fehlen
Die Fachgruppe Hofeinrichtungen/Melktechnik stellt einen deutlichen Trend zu automatisiertem Melken fest. Die Zusammenarbeit mit der HAFL bei der Ausbildung der Melktechniker funktioniere gut. Aber es fehle an Lernenden im Bereich Melktechniker/in EFZ. Letztes Jahr wurden 34 neue Melkmaschinenkontrolleure und -kontrolleurinnen in deutscher und französischer Sprache ausgebildet. Ein weiteres Thema dieser Fachgruppe war und ist der «Absenkpfad Kühlmittel».
Komplexe Landtechnik erfordert sinnvolle und umsetzbare Lösungen
Die Fachgruppe motorisierte Landmaschinen und Traktoren befasste sich mit dem Problem der Anhängelast an Unterlenkern. Und sie erarbeitete im vergangenen Jahr, zusammen mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA), eine Lösung beim Risiko von Bremsanlagen bei kleinen Anhängern. Sie stellte einen Antrag auf Aufhebung der Nutzlastbeschränkung für gewerblich genutzte Traktoren und Transporter. Die Landtechnik Schweiz forderte beim ASTRA eine Revision der Maximalbreite bei Ballenwagen mit Ladungssicherungs-Systemen. Motoren in Maschinen ohne Strassenzulassung müssen neue Wartungsanforderungen erfüllen – wie jene bei Strassenfahrzeugen.
Der Verband präsentiert sich auch 2026 an Messen
Vom 27. bis 29. Januar 2026 findet in Martigny VS die nächste Ausgabe der Agrovina statt. Unter dem Titel «Innovation mit Weitblick für die Konsumenten von morgen» wird dem Fachpublikum die neueste Technik aus den Bereichen Önologie, Wein- und Obstbau präsentiert.
Die AGRAMA findet vom 26. bis 30. November 2026 in Bern statt. Die dreissigste Ausgabe findet in den neuen Hallen statt.
Ehrungen für langjährige Firmenjubiläen
Für 25 Jahre wurden geehrt:
- Hochdorfer Technik, Küssnacht am Rigi
- Lisibach Maschinenbau, Malters
Für 50 Jahre wurden geehrt:
- Sepp Knüsel AG, Küssnacht am Rigi
- Krieger AG, Ruswil
- Neuwerth Logistics SA, in Ardon
- Seelandtechnik AG, in Münchenwiler
Für 100 Jahre wurden geehrt:
- Rapid AG, Killwangen