Muttergebundene Haltung von Kälbern gewinnt auch beim Milchvieh immer mehr an Bedeutung. In Systemen, die den Kuh-Kalb-Kontakt (KKK) ermöglichen, können natürliche und bindungsstärkende Verhaltensweisen vermehrt ausgelebt werden. Die Forschung in diesem Bereich ist allerdings noch limitiert. Forschende der schwedischen Universität Uppsala haben nun untersucht, wie sich die Haltung mit KKK beim Milchvieh auf das Liegeverhalten der Mutterkühe auswirkt, welches essenziell für die Milchbildung ist.
Zwei unterschiedliche Gruppen untersucht
Dazu verglichen die Wissenschaftler zwei Tiergruppen für 14 Tage nach der Kalbung. Während die Kälber der einen Gruppe nach der Geburt von ihren Müttern getrennt wurden, blieben die Kälber der zweiten Gruppe bei ihrer Mutter. Im Versuch wurde die Dauer der täglichen Liegezeit beobachtet. Zudem wurde festgestellt, wie oft sich die Kühe der beiden Gruppen täglich hinlegten.
Liegeverhalten nicht vom Kontakt mit Kalb abhängig
Die Ergebnisse zeigten, dass die tägliche Liegezeit (weder in Dauer noch Frequenz) nicht davon beeinflusst wurde, ob die Kühe Kontakt zu ihren Kälbern hatten.
Die durchschnittliche tägliche Liegezeit verlängerte sich bei beiden Gruppen mit voranschreitender Laktation. Sowohl bei der Liegedauer als auch bei der Liegefrequenz beobachteten die Forscher allerdings einen Effekt der Parität (Anzahl bereits durchlebter Geburten). Bei den mehrgebärenden (multiparen) Kühen aus der KKK-Gruppe beobachteten die Forschenden eine höhere Liegedauer als bei den erstgebärenden (primiparen) KKK-Tieren. Die Forscher folgerten, dass das Liegeverhalten nicht primär vom Kontakt zum Kalb, sondern von anderen Faktoren beeinflusst wird.

