Haben Sie noch kein Abo der BauernZeitung?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits BauernZeitungs-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 17:00 Uhr

 

Haben Sie noch kein Abo der BauernZeitung?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits BauernZeitungs-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 17:00 Uhr

 

So wenige Milchkühe gab es noch nie

Die Anzahl Schweizer Milchkühe erreicht erneut einen Tiefpunkt. Innerhalb der letzten sieben Jahre ist jede zehnte Kuh verschwunden. Schuld daran sind die gesteigerte Effizienz pro Kuh und der tiefe Milchpreis.


von lid
Publiziert: 14.09.2019 / 17:23

Im Juli 2019 waren in der Schweiz 533 495 Milchkühe registriert. Gegenüber dem Vorjahresmonat hat sich der Bestand um 2% verringert, im Vergleich zu Juli 2012 sogar um 9%. Damit ist ein absoluter Tiefstand seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht.

Die Entwicklung hin zu weniger Milchkühen sei vor allem Folge der besseren Effizienz pro Kuh und der gegenüber dem Ausland höheren Nutzungsdauer pro Kuh, so Reto Burkhardt, Sprecher der Schweizer Milchproduzenten (SMP). Obwohl die Anzahl der Milchkühe seit Jahren abnimmt, bleibt die Milchmenge stabil. Dafür muss die Produktivität steigen. Genauer: Genetik und Management müssen stimmen, wie der SMP-Sprecher erklärt: "In den letzten Jahren wurde insbesondere auf eine hohe Milchleistung gezüchtet." Dass hier eine Trendwende stattgefunden hat, bestätigt René Bucher, Kommunikationsverantwortlicher von Swissgenetics: "Es gibt einen klar erkennbaren Trend hin zu langlebigen, robusten Milchkühen. Die Langlebigkeit haben wir deshalb sogar als Zuchtziel für unsere Stiere übernommen." In der steigenden Produktionsleistung pro Kuh sieht auch er den Hauptgrund für die Entwicklung hin zu weniger Milchkühen. Nebst der Genetik spielt laut SMP auch der hohe Wissensstand der Landwirte eine Rolle. "Sie sind besser ausgebildet. Dank den Verbesserungen im Futterbau können die Landwirte das ganze Potential ihrer Kühe ausschöpfen, weil sie ihren Kühen eine optimale Fütterung und Versorgung bieten", so Reto Burkhardt. Trockenjahr

2018 hatte kaum Einfluss auf Kuhbestand

Die gute Genetik kann ihr volles Potential entfalten, es wird viel Milch produziert, was zu einem tiefen Milchpreis führt. Viele Milchproduzenten hören auf zu melken, weil es sich bei den tiefen Milchpreisen nicht mehr lohnt. Der schlechte Erlös bei der Molkereimilch sei auch ein Grund, warum Betriebe die Milchproduktion aufgeben und damit der Milchkuhbestand immer weiter sinke, sagt Reto Burkhardt. Momentan herrscht aber laut SMP eine ausgewogene Situation auf dem Milchmarkt. Eine Folge des Hitzesommers 2018, wo viele Landwirte ihre Kühe notschlachten mussten? "Grundsätzlich überlegt sich ein Landwirt jedes Jahr gut, ob er genügend Winterfutter für alle seine Tiere hat. Wenn das Futter im Sommer bereits knapp ist, wird er sich von seinen älteren Kühen trennen", so Burkhardt. Deswegen sei es normal, dass die Bestandeskurve in den Monaten Juli und August etwas abtauche. Entgegen den Befürchtungen hatte der trockene Sommer 2018 aber kaum Einfluss auf den gesamten Verlauf des Milchkuh-Bestandes.

Wie lange kann das weitergehen?

Es stellt sich die Frage, wie lange der Trend noch weitergehen kann. Für René Bucher haben agrarpolitische Entwicklungen einen entscheidenden Einfluss auf die Anzahl Milchkühe. Der Anbieter für Rindviehgenetik ist bereits aktiv im Besamungsmarkt bei den Mutterkühen und auf dem internationalen Genetikmarkt involviert und wittert dort weiteres Potenzial. Beide Experten sind sich einig, dass der Bestand von Milchkühen weiter minimal abnehmen und dann stagnieren wird. Trends wie Nachhaltigkeit und Regionalität seien in der Agrarpolitik angekommen und werden auch von den Schweizer Milchproduzenten adressiert. "Ein Kriterium beim soeben eingeführten Standard Swissmilk Green ist eine langlebige Kuh", so Burkhardt. Das hat aber keinen Einfluss auf die Milchmengen. "Die Schweiz ist ein Wasser- und Grasland. Ich glaube, dass in Zukunft etwa gleich viel Milch produziert wird", schätzt der SMP-Sprecher die Situation ein. Verarbeitungsbetriebe müssten auch in Zukunft mit Schweizer Milch beliefert werden können: "Sonst drohen Milch-Importe, die nicht den hohen Schweizer Nachhaltigkeitsstandards entsprechen."

Werbung
Werbung
Verwandte Themen
War dieser Artikel lesenswert?
Kommentar erfassen
Käse, Kühe und viel Arbeit
Die Gebrüder Winterberger aus Meiringen BE produzieren Alpkäse AOP und sind erfolgreiche Original-Braunvieh-Züchter.
Artikel lesen
Wer kennt sie nicht, die drei Brüder Franz, Albin und Alfred Winterberger aus Meiringen BE. Sie sind nicht nur für ihre hervorragende Original-Braunvieh-Zucht bekannt, sondern auch für ihren Alpkäse AOP, den sie jeden Sommer herstellen. Seit vier Wochen sind sie nun auf der Breitenbodenalp, oberhalb Rosenlaui auf 2050 m ü. M. Dem Besucher der «BauernZeitung» bietet sich hier ein grandioses ...
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Artikel zum Thema
Umfrage
18.10.2019 - 24.10.2019

Die Bart-Frage

Wie ist der Bart am Schönsten?

Weitere Umfragen
Leser-Schnappschüsse Weitere Schnappschüsse Senden Sie uns Ihre Schnappschüsse!