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So können Sie schadenstiftende Mäuse erkennen

Was klein und pelzig ist, muss nicht immer ein Schädling sein für Gemüse oder Futterbau. Hier lesen Sie, wie Sie Scher- von Feld- und Spitzmäusen oder Maulwürfen unterscheiden können und bei welchen Arten sich eine Bekämpfung lohnt.


Angefressene Rüebli, Kot, Urin und Haare auf dem Spinat und Erdhügel im Futtergras – Wühlmäuse können im Gemüse- und Futterbau erheblichen Schaden anrichten. Da sie immer wieder einwandern können, ist die Bekämpfung meist langwierig.

Insektenfresser sind kaum eine Gefahr

Wenn man aber eine Maus oder etwas Mausähnliches davon huschen sieht oder tot auffindet, müssen nicht in jedem Fall die Alarmglocken läuten. Denn neben Wühlmäusen, zu denen die Scher- sowie die Feldmaus gehört, könnte es sich auch um eine Spitzmaus oder einen Maulwurf handeln. Beide stellen für landwirtschaftliche Kulturen keine oder zumindest eine viel kleinere Gefahr dar, als Wühlmäuse:

  • Spitzmaus und Maulwurf sind keine Nagetiere, sondern Insektenfresser. Somit interessieren sie sich nicht für Gemüse oder Wurzeln, sondern können bodenbürtige Schädlinge wie Engerlinge ausschalten. 
  • Maulwürfe vermehren sich nicht massenhaft wie Schermäuse. Daher werden ihre Hügel auch weniger zum Problem. 

Vorsicht geschützte Art

Während Wühlmäuse und Maulwürfe nicht geschützt sind und man daher Massnahmen zu ihrer Dezimierung ergreifen darf, sind Spitzmäuse in der Schweiz geschützt. Sie zu bekämpfen, würde wie oben ausgeführt aber auch keinen Sinn machen. 

Zur Vertreibung von Maulwürfen kann man gemäss Agroscope neben der Förderung natürlicher Feinde (wie Fuchs, Hermelin oder Raubvögel) und der direkten Bekämpfung mit Fallen deren Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen und Geräuschen ausnutzen. Dabei schlage man Holzpfähle in die Hügel und klopfe dagegen oder stecke kleine Windräder in die Haufen. Eine weitere Möglichkeit bestünde darin, eine Brühe aus Thuja, Holunder oder Knoblauch in die Gänge zu schütten.  

Folgende Tabelle basiert auf dem Merkblatt «Mäuse und andere Kleinsäuger im Gemüsebau» von Agroscope sowie den Angaben von Wildtier Schweiz

  Merkmale


Lebensraum

Gut zu wissen

Feldmaus (Bild Marzena7 / Pixabay)

 

  • Klein (9 bis 12 cm Kopf-Rumpflänge)
  • Feiner Kopf, schlanker Körper, kleine Füsse
  • Gut sichtbare, abgerundete Ohren
  • Ohrmuschel innen fast unbehaart
  • Kurzes, glattes Fell oben graubraun, 
    unten graubeige

 

Offene Landschaften bis über 2'000 m. ü. M. 
Kulturlandschaften mit gut entwässertem Boden.

  • Sowohl tag- als auch nachtaktiv
  • Lebt in Kolonien mit gemeinsamen Nestern
  • Vermehrt sich vor allem unter günstigen Bedingungen
    (viel Futter, wenig Feinde)
  • Feldmäuse sind eine wichtige Nahrungsquelle für verschiedene Raubtiere und Vögel (Graureiher, Mäusebussard, Eulen, Hermelin, Mauswiesel, Fuchs). Daher bei der Bekämpfung grundsätzlich auf teures Gift verzichten.
  • Bekämpfung wie bei Schermäusen möglich (siehe nächste Zeile)

Schermaus (Bild Hans / Pixabay) 

  • Grosser, gedrungener Körper
    (12 bis 17 cm Kopf-Rumpflänge)
  • Breiter, rundlicher Kopf mit
    stumpfer Schnauze
  • Dicker Hals
  • Ohren Kaum sichtbar und
    fast völlig mit Fell bedeckt 
  • Langes, dichtes, glänzendes Fell.
    Oben grau- oder schwarzbraun,
    Seiten gelbbraun, Bauch beige
Gewässer, Wiesen und Felder, Obstgärten. 

 

Spitzmaus (Bild Rollstein / Pixabay) 

  • Klar erkennbar an der namensgebenden
    langen und spitzen Nase
  • Typisch für Feldspitzmäuse: Abstehende Ohren,
    Fell am Bauch deutlich heller als am Rücken,
    lange, einzelne Wimperhaare
    am zweifarbigen Schwanz 
Felder, Waldränder und Gärten. Bevorzugt trockene Standorte. Mag Kleinstrukturen wie Trockenmauer, Legesteinhaufen und Ruderalfluren. 
  • Geschützte Art
  • Nachtaktiver Einzelgänger
  • Frisst Insekten und deren Larven, Spinnentiere und Schnecken
  • Legt keine unterirdischen Gänge
    an und wirft keine Erdhaufen
  • Es gibt verschiedene Spitzmausarten

Maulwurf (Bild Brun-nO / Pixabay)

  • Walzenförmiger Körper
    (12 bis 14 cm Kopf-Rumpflänge)
  • Übergrosse Grabschaufeln statt Vorderpfoten
  • Rosafarbene Schnauze
  • Kleine Augen und aufrechter Schwanz
  • Keine Ohrmuscheln 
  • Samtig schwarzes Fell ohne Strich
Meistens Wiesen, Laubwälder bis 2'000 m. ü. M., bevorzugt feuchte Böden und kann gut schwimmen. 
  • Frisst Insektenlarven, Regenwürmer und Schnecken
  • Gräbt grosse Gangsysteme in unterschiedlichen Tiefen
  • Erdhügel vulkanartig mit Loch in der Mitte und groben Erdkrümeln

 

Hügel im Vergleich


(Bild anaterate / Pixabay)

Wühlmaus


Scher- und Feldmäuse legen gerade Gangsysteme dicht unter der Oberfläche und nagen die Wände ab. Die Hügel beider Wühlmausarten  sind länglich und flach, da sie die Erde seitlich aus dem Bau werfen, sowie häufig mit Gras oder Wurzeln durchzogen.  

(Bild Hans / Pixabay)

Maulwurf

Maulwurfshügel haben die Form eines Vulkans und bestehen aus grobscholliger Erde, die rund um das Loch in der Mitte aus dem Tunnel geschoben wird. 

Die Gangsysteme von Maulwürfen sind stark gewunden und ungeordnet in verschiedenen Tiefen angelegt. Auch Wühlmäuse können sich darin ansiedeln. 

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