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Sentience Politics: Tierprodukte aus der Strategie Nachhaltige Entwicklung auszuklammern, geht gar nicht

Der Verein vermisst in der Strategie Nachhaltige Entwicklung des Bundesrats griffige Ansätze. Man winde sich in theoretischen Konstrukten und scheue sich davor, Fakten zur tierischen Produktion zu benennen.


«Die Wissenschaft ist sich einig: Tierprodukte bilden das hauptsächliche Problemfeld im Bereich der umweltschädlichen Nahrungsmittelproduktion», schreibt Sentience Politics in einer Stellungnahme zur Strategie Nachhaltige Entwicklung, die aktuell in der Vernehmlassung ist. Es sei unverständlich, dass der Bundesrat folgende Fakten nicht benennt und damit Tierprodukte als Fokus der Nachhaltigkeits-Bemühungen identifiziert:

  • Die Nutztierhaltung sei für 85 Prozent der landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen verantwortlich. 
  • Die Schweiz importiere pro Jahr über eine Million Tonnen Futtermittel, unter anderem 280’000 Tonnen Soja, wovon fast 100’000 Tonnen aus Brasilien kommen.
  • Die gesamten Futtermittelimporte der Schweiz entsprechen einer zusätzlichen virtuellen Anbaufläche im Ausland von etwa 250'000 Hektaren. Das sei fast das Doppelte des inländischen Ackerbaus.

Die Pyramide sei kein guter Ratschlag 

Zwar schätzt Sentience Politics die Tatsache, dass in der Strategie nachhaltige Ernährung als wichtiges Handlungsfeld anerkannt wird. Dass die Ziele aber an der Schweizer Ernährungspyramide ausgerichtet sind, stellt für den Verein ein Problem dar. Die Pyramide entspreche nämlich nicht den Anforderungen einer klimafreundlichen und nachhaltigen Ernährungsweise. Ausserdem sei die Zielsetzung, dass gerade mal ein Drittel der Bevölkerung bis 2030 nach diesen Richtlinien essen soll, zu tief. 

Mutigere und ehrlichere Ziele

Sentience Politics ist der Meinung, dass die Schweiz eine internationale Führungsrolle beim notwenigen Wandel im Bereich der Ernährung einnehmen muss. Mit den aktuellen Formulierungen in der Strategie Nachhaltigkeit entziehe man sich aber dieser Verantwortung. 

«Wir wünschen uns vom  Bundesrat mutigere und ehrlichere Zielsetzungen sowie wirklich griffige Massnahmen», heisst es weiter. Für Massnahmen auf den politischen Prozess zu verweisen, hält der Verein für gefährlich, da die Strategie zu viel Spielraum für Interpretationen lasse. Das biete unnötige Angriffsfläche für jene, die nicht an der notwendigen Transformation hin zu nachhaltigeren Ernährungssystemen interessiert seien. 

Statt der Lebensmittelpyramide

Gemäss Sentience Politics entspricht die von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung propagierte Lebensmittelpyramide. nicht den Anforderungen einer klimafreundlichen und nachhaltigen Ernährungsweise. Stattdessen verweist der Verein in seiner Stellungnahme auf den EAT-Lancet-Report oder die «Plant-Based Diet» des Harvard Food Institutes. Bei Ersterer haben Milchprodukte und Fleisch nur einen kleinen Anteil am idealen Teller. Das Harvard Food Institute empfiehlt, rotes Fleisch und Milch zu limitieren. 

Optimaler Teller gemäss der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE, abgeleitet aus der Lebensmittelpyramide
Gemäss der «Plant-Based-Diet» des Harvard Food Institutes
Diese Aufteilung empfiehlt der EAT-Lancet-Report
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