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Rettung für Rehkitze kommt aus der Luft

Landwirtschaftliche Geräte töten im Baselbiet jährlich über 100 Rehkitze. Moderne Technik soll helfen, unnötiges Leiden zu vermeiden.


21 Rehkitze fielen im vergangenen Jagdjahr im Kanton Basel-Landschaft landwirtschaftlichen Maschinen zum Opfer. Und dies seien lediglich die gemeldeten Fälle, so Martin Rebmann, Obmann Kommission Lebensraum Wild von Jagd Baselland. Es ist davon auszugehen, dass weit mehr junge Rehe durch Mähgeräte getötet werden.

Heute stehen verschiedene moderne Möglichkeiten zur Verfügung, um die Anzahl vermähter Kitze zu verringern. Der Hegekurs von vergangenem Samstag in Liestal bot Jägern, Landwirten und interessierten Kreisen die Gelegenheit, sich ein Bild über die Funktion von Drohnen und Infrarotsensoren zu machen. Über 70 Interessierte, mehrheitlich Weidmänner und -frauen, nahmen am Kurs teil.


Dank Drohneneinsatz haben 55 Kitze überlebt


Trotz grosser Bemühungen seitens Jäger und Landwirte würden herkömmliche Massnahmen zur Rehkitzrettung nicht immer funktionieren. Deshalb lancierte die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) Zollikofen ein Projekt zur elektronischen Erkennung von Rehkitzen in Grasbeständen. Anlässlich des Hegekurses demonstrierte Nicole Berger, HAFL, die Suche von jungen Rehen aus der Luft mittels Drohne und

Wärmebildkamera. Die Bilanz des Projekts: 55 gerettete Kitz während zweier Saisons.

In den frühen Morgenstunden sind die Chancen am grössten

Das Absuchen der Wiesen erfolgt systematisch. So werden vor dem Flug Wegpunkte fixiert, welche die Drohne abfliegt. In drei bis vier Minuten ist eine Hektare überflogen. Je nach Bedingungen fliegt die Drohne 30 m ab Boden über das Feld. Auf Bildschirmen erscheinen Rehkitze, die im Gras liegen, als rote Punkte – vorausgesetzt, die Sonne hat die Umgebung noch nicht erwärmt. So ist laut Nicole Berger der Einsatz der Drohne mit Wärmebildkamera zwischen fünf und halb neun morgens am effizientesten.

Sichtet das Rettungsteam ein Kitz auf dem Bildschirm, wird die Position des Multikopters gespeichert. Je nach Alter der jungen Tiere werden diese an Ort und Stelle mit einer Holzharasse fixiert, aus dem Feld transportiert, vertrieben oder eingezäunt. Denn gefährdet sind nicht nur die jüngsten Kitze, die sich bei Gefahr ducken, sondern auch die älteren Jungen, die flüchten. Dies würden sie meist zu spät tun, so Berger.

Interessengruppen sollen Einsätze finanzieren


Ziel des Folgeprojekts soll sein, dass die Rehkitzrettung personell, organisatorisch und finanzielle abgesichert ist. Nicole Berger kann sich vorstellen, den technischen Bereich der Suche mittels Hobby-Piloten abzudecken. «Diese verfügen bereits über einen Teil der Ausrüstung.» Deren Anschaffung ist nicht günstig.

Die Agronomin schätzt die Kosten einer vollständigen Ausrüstung auf 20'000 bis 25'000 Franken. Darin enthalten: Akkus, Software, Bedienung, Thermalkamera, Drohne, Bildschirme. Die Entschädigung der Hobby-Piloten müsste durch Interessengruppen erfolgen, beispielsweise durch landwirtschaftliche Verbände, Jägerschaft, Tierschutz, Kantone.


Was können Landwirte und Jäger tun, wenn keine solch moderne Technik zur Verfügung steht? Berger rät, die Felder gut zu beobachten, zu

verblenden, zu vergällen und die Felder von innen nach aussen oder nach Möglichkeit zum Wald hin zu mähen.

Austausch zwischen Jägern und Landwirten ist wichtig


Im Anschluss an die Demonstration der Rehkitzrettung via Drohne hatten die Anwesenden die Möglichkeit, an verschiedenen Posten weitere Rettungsmassnahmen von Rehen und Feldhasen kennenzulernen. So verfügt die Jagdgesellschaft Lupsingen einen tragbaren, fünf Meter breiten Infrarot-Wildtierretter. In Deutschland werde diese Technik versuchsweise direkt an Traktor und Mähwerk angebracht. Im Gespräch mit den Jägern ging hervor, dass trotz aller Technik die Zusammenarbeit von Bauern und Jägern bei der Rettung von Jungtieren sehr wichtig ist.

Andrea Imbaumgarten

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