Noch im September hiess es im Newslettter des Zuger Landwirtschaftsamtes, dass im Jahr 2026 auf der ganzen Kantonsfläche kein Mais nach Mais möglich sei, weil der Maiswurzelbohrer an zahlreichen Standorten nachgewiesen worden sei.

Auch im Kanton Luzern wurde diesen Herbst darauf aufmerksam gemacht, dass die Luzerner Ausnahmeregelung, wonach zweimal hintereinander Mais angebaut werden darf, im kommenden Jahr nicht mehr gilt. Inzwischen liegt aber vom Bund die «Verordnung über koordinierte Massnahmen zur Bekämpfung von Schadorganismen der Kulturen» vor, welche ab 1. Januar 2026 gilt. Darin ist festgelegt, dass der Anbau von Mais auf Mais nur erlaubt ist, wenn der erste Mais auf eine Wiese folgt und die Anzahl von 250 Käfern des Maiswurzelbohrers pro Falle nicht überschritten wird.

Fangzahlen deutlich unter 250 Käfern

Nun haben die Kantone reagiert und neue Weisungen erlassen. So erklärt das Zuger Landwirtschaftsamt auf Anfrage, dass der Kanton zwar gemäss Verordnung als befallenes Gebiet einzustufen und der Anbau von Mais nach Mais demnach verboten sei. Weil aber die Fangzahlen 2025 deutlich unter 250 Käfern lagen, könne die Ausnahmeregelung angewandt werden, wonach Mais nach Mais möglich sei, wenn dieser auf Wiese folge. Die im September erlassene kantonale Verfügung werde somit per Inkrafttreten der neuen Verordnung widerrufen.

Der Kantonale Pflanzenschutzdienst Aargau publizierte Mitte November eine Information zum Maiswurzelbohrer. Die neue Regelung des Bundes sei so in der Vernehmlassung nicht als Variante vorgesehen gewesen und man bedauere die jetzt geltenden Vorschriften, welche eine vorzeitige und langfristige Planung des Maisanbaus weiterhin verunmöglichen würden. Aufgrund der Bundesvorgabe habe man entschieden, dass Aargauer Landwirte, die 2026 auf einer Parzelle Mais anbauen wollen, wo bereits 2025 Mais stand, dort im Jahr 2024 eine Wiese als Vorkultur gehabt haben müssten. Zudem müsse die Parzelle in einer Region liegen, in der die Anzahl gefangener Käfer in Fallen nicht überschritten worden sei. Da im ganzen Kanton dieses Jahr keine Käfer gezählt wurden, sei somit ein Anbau von Mais nach Mais 2026 möglich. Weil das Auftreten des Maiswurzelbohrers schwankend sei, müsse die Situation jährlich neu beurteilt werden.

Ausnahmeregelung besteht schon seit 2019

Auch im Kanton Luzern wurde letzte Woche vom kantonalen Pflanzenschutzdienst ein Infoschreiben an die Landwirtschaftsbetriebe versandt. Weil die Kommunikation der neuen Bundesregelung sehr spät erfolgt sei, werde für den Kanton Luzern für 2026 eine Übergangsregelung eingeführt. Die bisherige kantonale Ausnahmeregelung, welche für die Jahre 2019 bis 2025 galt, bleibe für ein weiteres Jahr bestehen. Somit könne ohne weitere Bedingung auch nächstes Jahr Mais angebaut werden auf Parzellen, wo schon dieses Jahr Mais stand.

Der Kanton Luzern werde aber aufgrund der wiederkehrenden Fänge als Befallsgebiet eingestuft. Und ab 2027 gelte die Bundesverordnung, wonach Mais nach Mais nur noch unter den entsprechenden Bedingungen möglich sei. Auch die Luzerner Bauern würden dann jeweils jährlich nach Abschluss des Monitorings über die Fallenfänge und somit über den Entscheid zum Anbau von Mais nach Mais informiert.

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Mais liegt im Trend – auch wegen dem Klimawandel

Schweizweit und auch in der Zentralschweiz wird seit Jahren immer mehr Mais angebaut, die Flächen von Grün- und Silomais stiegen vor allem in den letzten Jahren deutlich (siehe Grafik). Mais bringe sehr hohe Erträge und sehr viel Energie, das mache die Kultur für die Fütterung bei hohen tierischen Leistungen (Milch und Mast) interessant, auch bezüglich Nährstoffbilanz, erklären Pflanzenbauberater. Mais sei nicht nur ein nährstoffreiches, sondern pro Energieeinheit auch ein günstiges Grundfutter.

Zudem sprechen arbeitswirtschaftliche Gründe für die Maiskultur. Von der Saat bis zur Ernte kann viel an Lohnunternehmer delegiert werden, was spezialisierte Milchviehbetriebe arbeitsmässig stärker entlastet, als wenn bei fast jeder Schönwetterperiode Heu- oder Silogras gemäht werden muss. Und auch die klimatischen Veränderungen dürften den Maisanbau bei uns begünstigen.