Dem Wettbewerb der Aargauer Kirschenproduzenten stellten sich dieses Jahr zwölf Teilnehmer. Die zwölf Betriebe produzieren auf rund einem Viertel der Aargauer Kirschenanbaufläche Tafelkirschen. Kurz vor Erntebeginn wurden die Teilnehmer von den beiden Juroren des Aargauer Obstverbands (AOV) besucht.
Heuer waren dies Othmar Eicher, der langjährige und mittlerweile pensionierte Obstbauspezialist des Landwirtschaftlichen Zentrums Liebegg, und Jörg Bircher aus dem AOV. Bei der Bewertung der Kulturen wurden der Behang, die Fruchtgrösse, die Qualität und der Gesamteindruck der Kirschenkultur besonders gewichtet.
70 Punkte für Andy und Pia Steinacher
Besonders gut Kirschen essen ist dieses Jahr bei Andy und Pia Steinacher in Schupfart AG. Sie erreichten mit 70 Punkten das Spitzenresultat und den Jahressieg. Somit geht der Spitzenplatz für Aargauer Kirschen ins Fricktal. Die Preisübergabe erfolgte kürzlich in der Siegeranlage der Familie Steinacher in Schupfart.
Das diesjährige Klima scheint der Königin der Sommerfrüchte zu passen. In allen Aargauer Kirschenregionen gediehen die Früchte sehr gut. Dies ist aber nicht selbstverständlich, so mussten die Obstbauern dieses Jahr in den kalten Frostnächten der letzten Märztage um ihre Ernte bangen.
Mit aufwändigen Vorbeugemassnahmen wie dem Anzünden von Frostkerzen wurde die Ernte gerettet. Dies führte aber teils zu einem finanziellen Mehraufwand von bis zu 4000 Franken pro Hektare und Nacht.
Trotz der herausfordernden Witterungsbedingungen im April und Mai mit Trockenheit und hohen Temperaturen sind die Erträge und namentlich die Qualität in diesem Jahr im Kanton Aargau hervorragend.
Ziel des Qualitätswettbewerbs
Die Kulturen der zwölf teilnehmenden Betriebe präsentierten sich am diesjährigen Qualitätswettbewerb in einem sehr schönen Zustand. Alle Teilnehmer schafften es in die Medaillenränge. Ziel des wiederkehrenden Wettbewerbs ist es, die Produzenten zu Höchstleistungen bezüglich der Kirschenqualität anzuspornen. Moderne Kirschenanlagen sind heute gegen Hagel und Regen mit einem Witterungsschutz versehen.
Wie wichtig dieser ist, zeigte sich bereits in diesem Frühling. Die örtlichen Hagelschläge Mitte Mai und die mehrtägigen Niederschläge Ende Mai und Anfang Juni, also kurz vor Erntebeginn, hätten ohne Witterungsschutz mit Regendachfolie und Hagelschutznetzen zu grossen Einbussen durch Früchteschäden, Aufplatzen und Fruchtfäulnis geführt.
Auch seitlich sind die Kulturen immer häufiger mit engmaschigen Netzen eingenetzt und werden so gegen Vögel und weitere Schädlinge wie die Kirschessigfliege und Wanzen geschützt.
20 Prozent über dem Schnitt der letzten fünf Jahre
Der Kirschenanbau ist nicht nur im Fricktal, wo sich die diesjährige Siegeranlage befindet, bedeutend. Weitere wichtige Aargauer Kirschenregionen sind das Zurzibiet mit dem Hotspot in Leuggern sowie Einzelbetrieben im Aargauer Seetal, Freiamt, südwestlichen Wiggertal, am Bözberg und in Wiliberg.
Die total rund 100 Aargauer Kirschenproduzenten erwarten dieses Jahr annähernd 700 Tonnen Tafelkirschen, 200 Tonnen Konservenkirschen sowie 300 bis 400 Tonnen Brennkirschen. Auch die Schweizer Kirschenproduzenten erwarten in diesem Jahr mit gegen 2,4 Millionen Kilogramm Tafelkirschen eine gute Ernte.
Diese liegt rund 20 Prozent über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre und leicht über dem Vorjahr. Knapp jede dritte Tafelkirsche wird in den Nordwestschweizer Kantonen Aargau, Baselland und Solothurn geerntet.
Medaillengewinner des Aargauer Kirschenqualitätswettbewerb:
Andy und Pia Steinacher, Schupfart; Roman Bürgi, Olsberg; Urs und Fränzi Baur, Egliswil; BZG Reto Erne und Urs Zeder, Leuggern; Peter und Janine Hagenbuch, Oberlunkhofen; Gregor Rehmann, Kaisten; Andreas und Marietta Seeholzer, Künten; Paul und Ruth Müller, Alikon; Franz und Silvia Freiermuth, Wölflinswil; Urs Leimgruber, Gipf-Oberfrick; Thomas und Sandra Widmer, Oftringen; Hansruedi und Zita Burkart, Obermumpf.