Der Landwirtschaftsrat des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbands (LBV) hat an seiner Sitzung vom 9. Juni 2026 eine Resolution zu den Geschehnissen auf dem Schweinemarkt verabschiedet. Heute ging diese an den Adressaten: Proviande-Direktor Donat Schneider.

«Existenzbedrohende» Lage

«Der Kanton Luzern ist die bedeutendste Schweineregion der Schweiz. Entsprechend stark sind die Luzerner Zucht- und Mastbetriebe von der aktuellen Situation auf dem Schweinemarkt betroffen», heisst es im von LBV-Präsident Markus Kretz und LBV-Geschäftsführer Raphael Felder unterzeichneten Schreiben. 

Schweinemarkt Schweinepreise: Ein Markt im Tal der Tränen Donnerstag, 11. Juni 2026 Verabschiedet wurde die Resolution vergangene Woche vom Luzerner Landwirtschaftsrat, einem Gremium des LBV. Der Rat besteht aus rund 50 Mitgliedern, zu denen primär die Präsidentinnen und Präsidenten der regionalen Sektionen sowie der fachlichen bäuerlichen Organisationen gehören.

Die aktuell sehr tiefen Schweinepreise setzen die Schweinehalterinnen und Schweinehalter unter enormen Druck. Die Preisverwerfungen stellen viele Betriebe vor grosse Herausforderungen. 

Besonders betroffen seien junge Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter sowie Betriebe, die in den vergangenen Jahren in diesen Betriebszweig investiert haben. 

«Für sie wird die aktuelle Marktlage zunehmend existenzbedrohend», heisst es in der Resolution. Die Preise für Jager und Schlachtschweine sind auf historischem Rekordtief. Die Einstallungen auf den Mastbetrieben sind gemäss aktuellem Marktbereich der Suisseporcs «weiterhin überdurchschnittlich».

Marktakteure sollen rasch an einen Tisch

Mit grosser Sorge stellt der Landwirtschaftsrat fest, dass die Branche bisher nicht in der Lage sei, rasch und wirksam auf die Krise zu reagieren. Neben den wirtschaftlichen Folgen drohen tierschutzrelevante und soziale Probleme sowie ein erheblicher Imageverlust für die Schweizer Tierhaltung und Schweizer Fleisch, wird im Schreiben gemahnt.

Der Landwirtschaftsrat fordert die Proviande deshalb auf, Verantwortung als Branchenorganisation zu übernehmen und gemeinsam mit allen beteiligten Akteuren unverzüglich eine wirksame Lösung zur Stabilisierung des Schweinemarktes auszuarbeiten.

Erwartungen des Luzerner Landwirtschaftsrats:

  • dass Proviande rasch alle relevanten Marktakteure an einen Tisch bringt;
  • dass kurzfristige Massnahmen zur Entlastung des Schweinemarktes geprüft und umgesetzt werden;
  • dass verbindliche Schritte zu kostendeckenden Produzentenpreisen eingeleitet werden;
  • dass wirtschaftliche, tierschutzrelevante und soziale Schäden verhindert werden;
  • dass einem Imageverlust für die Schweizer Tierhaltung und für Schweizer Fleisch aktiv entgegengewirkt wird.

Die aktuelle Situation verlangt entschlossenes Handeln. Der Landwirtschaftsrat erwartet von Proviande, dass sie ihre koordinierende Rolle wahrnimmt und alles daransetzt, rasch eine breit abgestützte Lösung zu erarbeiten.