So manch ein Schafhalter und Älpler wird nun etwas aufatmen. Gerade im Zeitraum, in dem viele Tiere auf die Alpen aufgetrieben werden, konnte im Meiental in der Gemeinde Wassen UR ein schadenstiftender Wolf von der Wildhut des Kantons entnommen werden.
Gesamter Kanton Uri ist Wolfpräsenzgebiet
Die Urner Sicherheitsdirektion erliess am 9. Juni 2026 für das Tier eine Abschussverfügung, nachdem die Schadensschwelle gemäss Bundesrecht erreicht worden war. Auf der Alp «Heimkuhweide Fürlauwi» ereigneten sich vorgängig mehrere Wolfrisse, denen nach heutigen Erkenntnissen sechs Schafe zum Opfer gefallen sind.
Die Kantone können eine Abschussbewilligung für einzelne, nicht zu einem Rudel gehörende Wölfe erteilen, die erheblichen Schaden an Nutztieren anrichten. Ein erheblicher Schaden durch einen einzelnen Wolf liegt dann vor, wenn in seinem Streifgebiet mindestens sechs Nutztiere innerhalb von vier Monaten getötet werden, nachdem bereits früher Schäden durch Wölfe zu verzeichnen waren (Wolfpräsenzgebiet). Der gesamte Kanton Uri ist Wolfpräsenzgebiet, weil sich bereits in anderen Jahren Wolfrisse an Nutztieren ereignet hatten. Die Herden müssen jedoch geschützt sein bzw. bei nicht zumutbar schützbaren Alpen müssen Notfallmassnahmen nach dem ersten Angriff umgesetzt sein.
Schadensschwelle erreicht
Es musste damit gerechnet werden, dass im Meiental durch den Wolf weitere Übergriffe stattfinden würden. Um dies zu verhindern, wurden in Absprache mit dem Herdenschutzverantwortlichen als Notfallmassnahme Elektrozäune auf der betroffenen Alp erstellt. Zudem verfügte die Sicherheitsdirektion am 9. Juni 2026 den Abschuss des schadenstiftenden Wolfs, der nun erfolgreich vollzogen wurde.
DNA-Proben entnommen
Ob es sich beim erlegten Tier um den schadenstiftenden Wolf handelt, sei immer schwierig zu beurteilen, sagte die Urner Sicherheitsdirektorin Céline Huber gegenüber dem «Boten der Urschweiz». Ein schadenstiftender Wolf kehre oft relativ rasch wieder an den Ort zurück, an dem er Tiere gerissen habe. Das habe sich im vorliegenden Fall bestätigt. Man gehe davon aus, dass es auch wirklich der Wolf sei, der die Tiere gerissen habe. Dem erlegten Tier seien DNA-Proben entnommen worden. Der Wolf wurde zur weiteren Untersuchung an das Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin in Bern überführt.