«Heute steht die Massnahme M7, also die emissionsarme Ausbringung flüssiger Hof- und Recyclingdünger mit Schleppschuh und Gülledrill, im Fokus», erklärte Patrik Huber, Vorstandsmitglied des Bauernverbandes Aargau (BVA), gegenüber den gut 60 anwesenden Bäuerinnen und Bauern in seiner Eröffnungsrede.
Das Hauptziel des Massnahmenplans Ammoniak (dieser umfasst total elf Massnahmen) sieht eine Reduktion der Ammoniak-Emissionen um 15 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2019 vor. Das Güllen per Schleppschuh oder Gülledrill soll ab sofort mit 45 Franken pro Hektar gefördert werden. Die Aufzeichnungen können durch den Betriebsleiter parzellentreu im LAWIS Plus erfasst werden.
Sieben Anbieter präsentierten Technik
Sieben Anbieter präsentierten ihre Gerätschaften in Gränichen AG. Die Firma Swisstec AG aus der Ostschweiz brachte ihre Schleppfix-Maschinen gar per Sattelschlepper auf die Liebegg. Jedes Unternehmen stellte sein Angebot kurz vor, bevor der Liebegger Landtechnik-Profi Hansjörg Furter, der den Anlass mit Sarah Waldvogel vom BVA organisierte, mit pointierten Interviewfragen nachhakte. Das Interesse an der präsentierten Landtechnik war definitiv gross – das zeigte sich auch in den zahlreichen Diskussionen.

Wohl kurzfristig kein Schleppschuh-Boom
Als eher verhalten optimistisch darf man jedoch die Begeisterung für die angekündigten Fördermassnahmen bezeichnen. «Wir werden nur zwei Jahre nach dem Schleppschlauch-Obligatorium wohl keinen Schleppschuh-Boom erleben», sagte Joel Süess, Verkaufsleiter der Hochdorfer Technik AG aus Küssnacht am Rigi SZ.
Dies auch deshalb, weil das Umrüsten von Schleppschlauch auf Schleppschuh nicht ganz einfach sei. Für Lohnunternehmer und Ausbringgemeinschaften könne sich eine Anschaffung der präsentierten Maschinen jedoch durchaus rechnen. Neben Schleppfix und Hochdorfer präsentierten die Agrar Landtechnik aus Balterswil TG, die Kohli AG aus Gisikon LU, R. Sandmeier aus Seengen AG sowie die Agromesser Technik AG aus Bözberg AG ihre im Vertrieb stehenden Schleppschuh-Systeme.

Reicht der Kredit aus?
Gülle-Profi René Messer von der Agromesser Technik AG konnte sich zum Abschluss seines Referates einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen: «Am Ende geht es beim Einsatz des Schleppschuhs auch um die Überzeugung, dass mehr Nährstoffe der Pflanze zur Verfügung stehen, statt zu verpuffen – und nicht grundsätzlich um das Einheimsen von Fördergeldern.»
Der Anlass an der Liebegg zeigte auf, dass die nötige Technik, um die Massnahme M7 im Massnahmenplan Ammoniak einzuhalten, vorhanden ist. Offen ist, ob diese von der Landwirtschaft aber grossflächig eingesetzt wird. Bei rund 1,8 Millionen Kubikmetern ausgebrachter Gülle pro Jahr würden bereits 20 Prozent der angemeldeten Flächen ausreichen, um das Budget von 2,16 Millionen Franken in den nächsten vier Jahren auszuschöpfen. In der Beilage zum Massnahmenplan Ammoniak des Kantons Aargau ist aufgeführt: «Sollte der dafür vorgesehene Kredit nicht ausreichen, kann der Ansatz angepasst werden.»
Auch Strip-Till und Eingrubbern beitragsberechtigt
Neben den vielen Schleppschuh-Varianten präsentierten zwei Anbieter auf der Liebegg weitere Varianten, um Gülle emissionsarm unter die Erde zu bringen. Die Salm AG aus Lenzburg AG arbeitet dafür mit dem italienischen Technikunternehmen M.O.M. zusammen, das ein Strip-Till-Verfahren entwickelt hat, das gleichzeitig Maiskulturen hackt und die Gülle dabei unter die Erde einbringt. Ruedi Strebel aus Waldhäusern AG präsentierte den Anwesenden seine Variante des Eingrubberns der Gülle. Der selbstfahrende «Terra Gator» besteht aus einem 15-Kubikmeter-Güllefass mit einem angehängten Grubber – das Umpumpen der Gülle erfolgt am Feldrand. Sowohl das Strip-Till- als auch das Grubber-System sind beitragsberechtigt.

