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Schule auf dem Bauernhof: Schüler und Lehrpersonen spüren und erleben Landwirtschaft

Am kantonalen Bildungstag des Kantons Schwyz besuchten Lehrpersonen auch den Lamahof in Sattel. Die Familie Betschart zeigte dabei praxisnah, wie der Wasserkreislauf auf ihrem Betrieb funktioniert.

Bereits seit 1998 begrüssen Regula und Bruno Betschart Schülerinnen und Schüler auf ihrem auf 850 m ü. M. gelegenen Bergbetrieb. Jährlich kommen rund 15 bis 20 Schulklassen im Rahmen von «Schule auf dem Bauernhof (SchuB)» auf den Betrieb oberhalb von Sattel.

«Bisher machten wir im Zusammenhang mit SchuB nur positive Erfahrungen. Insbesondere Primarschüler sind sehr begeisterungsfähig. Diese geniessen es, für einmal nicht im einengenden Schulzimmer zu lernen, sondern Natur und Tiere mit allen Sinnen zu erfahren», erklärt Regula Betschart.

Dank Bewegung entspannter und wieder aufnahmefähig

Die vereinzelten Sorgen der Lehrpersonen, dass sie ihre Schülerinnen und Schüler ausserhalb des Klassenraums nicht mehr im Griff haben könnten, seien unbegründet.

«Ich beschränke meinen Informationsblock bewusst auf rund 20 Minuten, dann geht es bereits im Laufschritt zu den Lamas in den Stall. Dank dieser Bewegungsphasen sind die Schülerinnen und Schüler danach entspannt und wieder aufnahmefähig», führt die erfahrene Bäuerin Regula Betschart weiter aus.

Schule auf dem Bauernhof: Schüler und Lehrpersonen spüren und erleben Landwirtschaft
Andreas Reichmuth, Projektleiter beim LID erklärte am kantonalen Bildungstag den Lehrpersonen die Schwerpunkte des Programms «Schule auf dem Bauernhof».

Lehrer bildeten sich auf Lamahof weiter

An diesem trüben Junitag durften Regula und Bruno Betschart für einmal nicht ganze Schulklassen, sondern 20 Lehrpersonen begrüssen. Diese besuchten den Lamahof im Rahmen des erstmals in dieser Form durchgeführten kantonalen Bildungstags des Kantons Schwyz.

Rund 2100 Lehrpersonen der kantonalen Volksschulen konnten dabei aus rund 90 Fachateliers zum Thema «Bildung für eine nachhaltige Entwicklung» auswählen. Einer dieser Weiterbildungsanlässe fand auf dem Lamahof zum Thema Wasserkreislauf statt (siehe Kasten).

Schule auf dem Bauernhof: Schüler und Lehrpersonen spüren und erleben Landwirtschaft
Seit 1998 führen Regula und Bruno Betschart den Lamahof. Neben den Lamas, der Landschaftspflege und SchuB ist auch der Agrotourismus ein wichtiger Betriebszweig.

72 000 Schülerinnen und Schüler im Jahr 2025

«Der Unterricht auf einem Landwirtschaftsbetrieb ermöglicht Schülerinnen und Schülern ein sinnliches Wahrnehmen von Natur und Tieren», erklärte Andreas Reichmuth, Projektleiter von SchuB, gegenüber den Schwyzer Lehrpersonen. Dabei komme es nicht selten zu Aha-Momenten. Zusätzlich führe der Hofbesuch zu einer emotionalen Bindung zur Landwirtschaft.

SchuB sei seit über 40 Jahren eine Erfolgsgeschichte. Rund 400 Betriebe würden schweizweit SchuB anbieten. 2025 hätten dadurch rund 3900 Klassen mit über 72 000 Schülerinnen und Schülern einen Blick hinter die Kulissen der landwirtschaftlichen Nahrungsproduktion werfen können, so Andreas Reichmuth weiter: «75 Prozent der Kinder geben an, wegen der Tiere gerne auf einen Hof zu kommen. Das zeigt, wie wertvoll es ist, einmal eine Kuh zu spüren und zu riechen.»

Betriebseigenes Quellwasser wird immer wertvoller

[IMG 2] Landwirt Bruno Betschart ging im Rahmen des kantonalen Bildungstags auf seinem Hof auf das Thema Wasserkreislauf ein. Das Wasser hat auf dem Betrieb der Familie Betschart eine besondere Bedeutung, denn die Bergheimet hat keinen Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung. Entsprechend überrascht waren Regula und Bruno Betschart bei ihrer Betriebsübernahme im Jahr 2000, als sie bemerkten, dass Brunos Urgrossvater vor rund 100 Jahren alle Rechte an Quell- und Grundwasser auf der Liegenschaft an Dritte verkauft hatte. «Glücklicherweise kam es nie zu einer Ableitung des Wassers. Zudem konnten wir erreichen, dass die Rechte heute wieder zum Betrieb gehören», erklärt Bruno Betschart. Mehrere Quellen befinden sich auf der Betriebsfläche, wovon zwei bisher auch bei längeren Trockenheitsphasen konstante Wassermengen lieferten. «Das Klima hat sich in den letzten 30 Jahren schon stark verändert, mittlerweile versiegen schwächere Quellen bei langen Trockenheitsphasen auch bei uns», so Bruno Betschart. Durchdachtes Wasserverteilungssystem Ein Teil des hofeigenen Quellwassers läuft zum Stall, wo es unter anderem zum Tränken der Lamas gebraucht wird. Vom Stall aus wird das Wasser mittels einer Widderwasserpumpe weiter zum höher gelegenen Wohnhaus hinaufgepumpt. Bevor das Wasser allerdings in das 10 000 Liter grosse Reservoir beim Haus einfliesst, werden die Keime mittels einer UV-Entkeimungsanlage reduziert. Das Bauernhaus selbst und der Agrotourismus lassen den Wasserverbrauch insbesondere über die Sommermonate nach oben schnellen. Wasser speist naturnahen Teich Das Quellwasser wird auf dem Lamahof jedoch nicht nur für Mensch und Tier benötigt. Ein grosser Teil fliesst in den hofeigenen Teich, den die Familie Betschart im Jahr 2019 in einer Geländemulde anlegte. In diesem neu geschaffenen Biotop finden Fische, Amphibien, Libellen sowie der heimische Edelkrebs passenden Lebensraum. Der Überlauf des Teichs fliesst in den nahe gelegenen renaturierten Hofbach und über diesen in den Lauerzersee und dann weiter Richtung Meer. Ein grosser Teil des Quellwassers des Lamahofs findet so in den natürlichen Wasserkreislauf zurück.

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