Viele Felder konnten endlich abtrocknen und die Gerstensaat rückt immer näher. Jetzt ist Geduld gefragt. Im Idealfall wird Gerste Ende September bis Anfang Oktober gesät.
Bei frühen Saaten besteht die Gefahr, dass Blattläuse das Gelbverzwergungsvirus übertragen oder dass bereits im Herbst erste Krankheiten wie Rhynchosporium die Gerste befallen. Sind zudem die Wachstumsbedingungen im Herbst ideal, so dass die Gerste zu üppig in den Winter geht, tritt vermehrt Schneeschimmel auf, was zu Auswinterungsschäden führen kann. Aber auch eine späte Saat hat ihre Nachteile, so hat spät gesäte Gerste ein tieferes Ertragspotenzial als früh gesäte.
Sauberes Saatbett
Wird die Gerste nach einem Getreide, wie zum Beispiel Weizen gesät, sollte die verbleibende Zeit bis zur Saat für die Regulierung des Ausfallgetreides genutzt werden. Wurde bereits eine Stoppelbearbeitung durchgeführt, kann mit einer weiteren flachen Bodenbearbeitung das aufgelaufene Ausfallgetreide sauber beseitigt werden.
Wurzelunkräuter: Sind Wurzelunkräuter wie Ackerkratzdistel oder Blacken vorhanden, kann die Produzentin anstelle einer Bodenbearbeitung auch ein Totalherbizid einsetzen.
REB: Falls von einem Ressourceneffizienzbeitrag (REB) für schonende Bodenbearbeitung profitiert werden soll, ist unbedingt die maximal erlaubte Wirkstoffmenge an Glyphosat von 1,5 kg/ha einzuhalten.
Pflug: Wird auf den Beitragverzichtet und wurde bis anhin keine Bodenbearbeitung durchgeführt, können vorhandene Unkräuter und Ausfallgetreide auch mit dem Pflug beseitigt werden.
Je nach Saatzeitpunkt und Witterungsbedingungen sollte die Saatmenge angepasst werden. Unter guten Bedingungen beieiner Saat Ende Septemberbeträgt die ideale Saatdichte250 Körner/m2 für 6-zeilige Gerste und 275 Körner/m2 bei 2-zeiliger Gerste. Bei einer früheren Saat muss auf jeden Fall die Saatdichte um 25–50 Körner/m2reduziert werden. Ansonsten wird der Bestand aufgrund derstärkeren Bestockung im Herbst zu dicht.
Von der Frühsaat abgeraten
Ist in der Gerste eine mechanische Unkrautregulierung geplant, muss von einer Frühsaat Mitte September abgeraten werden. Da sich ansonsten die Unkräuter zu schnell entwickeln und mit dem Striegel kaum erfasst werden können.
Getreide reagiert vor allem während der Bestockung sehr stark auf Konkurrenz durch Unkraut. Da Gerste vor allem im Herbst bestockt, muss die Unkrautbehandlung auch bereits zu dieser Zeit erfolgen. Dies kann sowohl chemisch als auch mechanisch gemacht werden. Sobald die Gerste mit der beginnenden Bestockung genügend verwurzelt ist, kann eine erste mechanische Unkrautregulierung mit dem Striegel durchgeführt werden. Diese sollte so früh wie möglich erfolgen, denn nur so werden die auflaufenden Unkräuter genügend erfasst und beseitigt. Vielerorts entwickeln sich die Gründüngungen trotz der relativ trockenen Bedingungen und der vergleichsweise späten Saat sehr erfreulich. Jedoch etablieren sich auch Problemunkräuter in den Gründüngungen sehr gut. Daher sind diese vor allem auf Blacken zu kontrollieren und nötigenfalls durch Einzelstockbehandlungen oder durch Ausreissen zu bekämpfen. Im Minimum müssen die Samenständer entfernt werden. So samen diese nicht ab und Probleme in den Folgekulturen werden verhindert.

