Milchbauer Hanspeter Egli aus Trachslau SZ war seit der Gründung der Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost (VMMO) im Jahr 2006 Mitglied des VMMO-Vorstandes. Seit 2013 stand er der Organisation mit rund 3800 Mitgliedern als Präsident vor. Zudem ist der 60-Jährige auch erster Vizepräsident der Schweizer Milchproduzenten (SMP). In seinem Rücktrittsschreiben an den Vorstand teilte Egli gemäss einer Medienmitteilung mit, dass der Rücktritt nach sorgfältiger Abwägung im Interesse der Organisation erfolgt sei.
Differenzen bei der Liegenschaften-Strategie
VMMO-Vizepräsident Urs Werder wird die Genossenschaft bis zur Delegiertenversammlung vom 10. April 2026 führen. Er erklärte gegenüber der BauernZeitung, dass nicht die aktuell schwierige Situation auf dem Milchmarkt ausschlaggebend für den unerwarteten Rücktritt gewesen sei, sondern Differenzen im Zusammenhang mit der zukünftigen Strategie bei den VMMO-eigenen Liegenschaften.
150 Mietverhältnisse im Verbandsgebiet
Die Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost besitzt gemäss der VMMO-Website zehn Liegenschaften an verschiedenen Standorten im Verbandsgebiet, darunter auch das Hotel Waldhaus am See in St. Moritz. Die Immobilien wurden früher hauptsächlich als Molkereien, Käsereien und Milchsammelstellen genutzt. Im Laufe der Zeit wurden diese stillgelegt und umgenutzt. Dadurch entstanden allmählich Immobilien, die zu Wohn- oder Gewerberaum umgebaut wurden. Die VMMO unterhält gesamthaft etwa 150 Mietverhältnisse. Die Genossenschaft finanziert sich und ihre Dienstleistungsangebote hauptsächlich aus den Erträgen dieser Liegenschaften.
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Junger VMMO-Milchbauer steht in den Startlöchern
Trotz der angespannten Situation auf dem Milchmarkt läuft das Tagesgeschäft der VMMO gemäss Urs Werder normal weiter. Die Nachfolge für Hanspeter Egli sei bereits aufgegleist, ein junger VMMO-Milchbauer stelle sich erfreulicherweise für dieses Amt zur Verfügung, erklärte Vizepräsident Werder weiter.
Am kommenden Freitag werde der VMMO-Vorstand definitiv über die Nominierung entscheiden. An der Delegiertenversammlung vom 10. April 2026 würde dann im Rahmen der Gesamterneuerungswahlen nicht nur der neue Präsident, sondern auch der Vorstand, die Geschäftsprüfungskommission und die Revisionsstelle gewählt.
