Es gebe immer weniger Fachleute, und an den Schulen werde die Ausbildung im Bereich Landtechnik reduziert. Defizite gebe es auch bei den Lehrmitteln, bedauerte Urs Wegmann von der Fachkommission Weiterbildung an der 102. Delegiertenversammlung von Landtechnik Schweiz am 10. April in Zug.
Andererseits werde die Technik immer komplexer, die Anforderungen an das Verständnis höher und auch die behördlichen Auflagen würden steigen. Mit Agridea sucht die Dachorganisation nach neuen Möglichkeiten, um die landtechnische Bildung wieder zu stärken.
Mehr Zeit am Schreibtisch als auf dem Feld
Präsident Werner Salzmann wies auf die wachsende Abhängigkeit von digitalen Plattformen hin, wie Digiflux oder die Fachbewilligung Pflanzenschutz oder das neue Tool für die Rückerstattung der Mineralölsteuer. «Die Bauern verbringen immer mehr Zeit im Büro statt mit praktischer Arbeit draussen.»
Der gläserne Bauer sei Realität, wobei nicht immer klar sei, wofür es denn all die Daten brauche. Wenn die AP2030+ glaubwürdig sein wolle, so brauche es einen messbaren Abbau der Bürokratie.
Transporte im Visier der Polizei
Häufiges Beratungsthema waren landwirtschaftliche Transporte und die dafür verwendeten Anhänger. Bei Polizeikontrollen würden Anhängevorrichtungen und Gewichte vermehrt inspiziert, erklärte Direktor Roman Engeler.
Mit den Behörden habe man erreicht, dass es bis zu einer Anhängerlast von 3500 kg keinen spezifischen Eintrag für die Anhängung an den Unterlenkern im Fahrzeugausweis brauche. Vorausgesetzt, der Traktor verfüge über eine genügende Anhängelast. «Allerdings scheinen dies einige Kantone noch nicht zu akzeptieren», meinte Engeler.

Mit einem Merkblatt «notwendige Strassendimensionen» setze sich der Verband bei Verkehrsplanern auch dafür ein, dass bei Strassenbauten die immer grösseren Gefährte beachtet werden.
Verband lebt von Substanz
Landtechnik Schweiz kämpft seit Jahren mit einem Mitgliederschwund, derzeit seien es strukturwandelbedingt noch rund 15 000. Präsident Salzmann bedauerte, dass 60 Prozent aller Landwirtschaftsbetriebe nicht dabei seien. «Stärke entsteht erst durch Zusammenarbeit.»
Finanziell konnte zwar ein Gewinn von 20 000 Franken ausgewiesen werden, bei einem Eigenkapital von noch rund 1,1 Mio. Franken. Der Verband lebe aber bereits von der Substanz, erklärte Stefan Plattner, Präsident der Finanzkommission. Es brauche neue Geschäftsfelder und Massnahmen gegen den Mitgliederschwund.
Und Sparmassnahmen seien eingeleitet, kein Thema sei aber eine Erhöhung der Mitgliederbeiträge, ergänzte Salzmann.

