Die Demeter-Bewegung in der Schweiz bündelt ihre Kräfte: Die Hauptversammlung des Vereins für biologisch-dynamische Landwirtschaft hat am 21. Mai 2026 in Solothurn einstimmig der Fusion mit dem Schweizerischen Demeter-Verband sowie einem neuen Namen zugestimmt: Demeter Schweiz. Bereits am 22. April 2026 hatten die Mitglieder des Schweizerischen Demeter-Verbandes den Fusionsvertrag abgesegnet.
Vierjähriger Strukturprozess erfolgreich abgeschlossen
Mit dem Start von Demeter Schweiz endet ein aufwendiger Strukturprozess, der bereits 2022 angestossen worden war. Im Zuge der Neuorganisation lösen sich neben dem Schweizerischen Demeter-Verband auch die Interessengemeinschaft Verarbeitung und Handel, der Schweizerische Verband der Konsumentenvereine sowie verschiedene biodynamische Konsumentenvereine auf.
Der Verein Demeter Schweiz übernimmt sämtliche Vermögenswerte, Schulden und Verträge des bisherigen Verbandes. Die geprüfte Jahresbilanz per 31. Dezember 2025 zeige, dass der Verband finanziell gesund sei, hiess es an der Hauptversammlung. Er verfügt über mehr Vermögen als Schulden und bringt einen klaren Überschuss in die Fusion ein.
Die Mitglieder beider Organisationen werden zusammengeführt und erhalten dieselben Rechte. Die am 21. Mai 2026 beschlossene Fusion sowie die Namensänderung werden mit der Eintragung im Handelsregister rechtswirksam. Die Fusion gilt rückwirkend per 1. Januar 2026, was insbesondere für Buchhaltung und Jahresrechnung relevant ist.

Neuer offizieller Vereinsname und neuer Vorstand
Der vollständige Name des Vereins lautet künftig: «Demeter Schweiz – Verein für biologisch-dynamische Landwirtschaft, assoziatives Wirtschaftsleben und menschengerechte Ernährungskultur».
Zum ersten Präsidenten von Demeter Schweiz wurde Alfred Schädeli (Uettligen BE) gewählt. Ebenfalls neu in den Vorstand gewählt wurden:
- Lucas Didden (Dornach SO)
- Théo Fischer (Saint-Saphorin VD)
- Thomas Gabriel (Ennetbürgen NW)
- Andreas Hirschi (Madiswil BE)
- Jasmin Peschke (Arlesheim BL)
- René Sgier (Wetzikon ZH)
Alfred Schädeli: «Ein Meilenstein für die Demeter-Bewegung»
«Der Begriff Meilenstein für die heutige Fusion ist nicht zu hoch gegriffen», sagte Präsident Alfred Schädeli an der Hauptversammlung. Die Fusion ermögliche es, «alle Menschen der Demeter-Bewegung ihre Energie in der Schweiz in einer Organisation zu bündeln».
Durch die Zusammenführung solle die Zusammenarbeit innerhalb der Bewegung verbessert werden. Gleichzeitig könnten administrative und organisatorische Aufwände reduziert sowie Ressourcen effizienter eingesetzt werden. «Eine Organisation gegen aussen gibt auch mehr Gewicht und mehr Power», betonte Schädeli.
Demeter Schweiz fördert gemäss Leitbild die biodynamische Landwirtschaft, das assoziative Wirtschaftsleben sowie eine menschengerechte Ernährungskultur.
Mitglieder aus der gesamten Wertschöpfungskette vereint
Demeter Schweiz vereint Menschen und Organisationen entlang der gesamten biodynamischen Wertschöpfungskette – von Produzenten über Verarbeiter und Händler bis hin zu Konsumenten. Zudem schützt und fördert der Verein die Marke Demeter in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein.
Bei Demeter Schweiz können alle natürlichen Personen Mitglied werden. Mitglieder haben die Möglichkeit, sich in Arbeits- oder Regionalgruppen sowie weiteren Gremien und Organen zu engagieren.

Hoheit über Anbaurichtlinien bleibt bei Landwirt(innen)
Die Richtlinienversammlung Anbau bleibt jedoch Mitgliedern mit einer landwirtschaftlichen Betriebsnummer vorbehalten. Damit soll sichergestellt werden, dass die Hoheit über die Anbaurichtlinien weiterhin in den Händen der Landwirt(innen) bleibt (siehe Kasten).
Das ändert sich durch die Fusion
Geschäftsprüfungskommission ersetzt Revisionsstelle Die bisherigen Revisor(innen) werden durch eine neue Geschäftsprüfungskommission (GPK) ersetzt. Diese prüft die Verwendung der Vereinsmittel, überwacht die Umsetzung der Beschlüsse von Hauptversammlung und Vorstand sowie die generellen Geschäftsabläufe. In die GPK gewählt wurden Marco Küng (Vattiz GR), Alvar Aebi (Blauen BL) und Vital Brodbeck (Wernetshausen ZH). Neue Richtlinienversammlung Anbau eingeführt Neu geschaffen wird die Richtlinienversammlung Anbau (RVA). Ihr gehören ausschliesslich Mitglieder mit einer landwirtschaftlichen Betriebsnummer an. Die RVA entscheidet künftig über Änderungen und Ergänzungen der Demeter-Anbaurichtlinien. Richtlinienkommission Anbau übernimmt neue Aufgaben Die bisherige Kommission für Richtlinienfragen heisst neu Richtlinienkommission Anbau (RKA). Sie verantwortet die Ausarbeitung, Bearbeitung und Auslegung der Demeter-Anbaurichtlinien und beaufsichtigt die Kontroll- und Zertifizierungsstelle Bio-Inspecta. Änderungen für Verarbeitung, Handel und Lizenznehmer Für Verarbeitungs- und Handelsbetriebe, die das Demeter-Label nutzen möchten, wird die Mitgliedschaft bei Demeter Schweiz künftig verpflichtend. Für bestehende Vertragspartner gilt eine Übergangsfrist bis Ende Juni 2028. Die bisherige Markenschutzkommission (MSK) trägt neu den Namen Richtlinienkommission Verarbeitung und Handel (RKV). Sie ist künftig für die Richtlinien im Bereich Verarbeitung und Handel zuständig und beaufsichtigt ebenfalls die Kontroll- und Zertifizierungsstelle Bio-Inspecta.

