In seiner Eröffnungsansprache an der Delegiertenversammlung der Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost (VMMO)Anfang April in Sargans appellierte Präsident Hanspeter Egli an ein geschlossenes Auftreten der gesamten Landwirtschaft im Hinblick auf die Massentierhaltungs-Initiative (MTI). Er betonte die Bedeutung der Delegierten, welche politische Aufgaben wahrnehmen und damit die nationalen Landwirtschaftsvertreter stärken können.

Preise sollen den Markt abbilden

Hanspeter Egli stellte fest, dass sich der Milchmarkt tendenziell weiter zu einem Verkäufermarkt entwickelt. Milch, insbesondere Milchfett, ist in der Schweiz nicht mehr im Überfluss vorhanden. Die produzierten Milchmengen haben sich auf dem Vorjahresniveau stabilisiert.

Entsprechend erhalten die Milchproduzenten aktuell zwar 3 bis 5 Prozent mehr als noch vor Jahresfrist. Anderseits sind auch die Produktionskosten in diesem Zeitraum enorm gestiegen. Die aktuelle Marktsituation bezeichnete Egli als paradox: Einerseits ist Milch ein gesuchtes Gut. Andererseits sinken die Nettoerträge der Produzenten.

«Als Produzentenorganisation stehen wir dafür ein, dass unsere Mitglieder Preise ausbezahlt erhalten, welche die Kostenwahrheit und den Markt auch abbilden», so Egli. Als positives Signal wertet es die VMMO, dass der Vorstand der Branchenorganisation Milch (BOM) entschieden hat, den Richtpreis für die A-Milch um 5 auf 78 Rp. pro kg zu erhöhen. Diese Erhöhung ist ab dem 16. April gültig und wurde vom BOM-Vorstand bis Ende 2022 fixiert.

Liquidation von Käsereien ein häufiges Thema

Die VMMO widmete sich im Geschäftsjahr 2021 dem Abstimmungskampf gegen die beiden Pflanzenschutz-Initiativen, der Interessenvertretung Milch sowie Dienstleistungen für die Mitglieder. Aufgrund der Corona-Situation konnte der Dialog mit Mitgliedern, Fachleuten und Konsumenten nur in stark eingeschränktem Masse geführt werden. Umso höhere Bedeutung kam deshalb dem Auftritt an der Olma zu, an welcher der VMMO den Stand «Unsere Milch ist Mehrwert» mitorganisierte und -finanzierte.

Geschäftsführer Markus Berner orientierte darüber, dass es im Geschäftsjahr 2021 möglich war, den Mitgliedern zum dritten Mal eine Kostenbeteiligung an die Produzentenbeiträge SMP auszurichten. Bei der Beratung von Käsereigenossenschaften war auch 2021 die Liquidation ein häufiges Thema. Es gibt viele Gründe für eine Liquidation, etwa den Verkauf der Käserei oder zu hohe Steuerlast.

Immobilien waren grösstenteils vermietet

Die VMMO finanzierte sich selbst und die Dienstleistungsangebote auch 2021 aus eigenen Erträgen. Als Hauptfinanzierungsquelle dienen die verschiedenen Liegenschaften. Trotz schweizweit hoher Bautätigkeit, anhaltender Corona-Pandemie und vielzähligen Angeboten auf dem Immobilienmarkt, waren die Immobilien der Genossenschaft im vergangenen Jahr grösstenteils vermietet. Während der Pandemie konnten Lösungen mit Gewerbemietern, welche Einbussen erlitten, gesucht und gefunden werden. Der Geschäftsführer sagte, dass nebst den administrativen und agrarpolitischen Aufgaben das Marketing und die Öffentlichkeitsarbeit künftig an Bedeutung gewinnen würden.

Marcel Dettling neu in den Vorstand gewählt

2021 verlängerten die Schweizer Milchproduzenten die Zusammenarbeit mit Kometian. SMP-Mitglieder profitieren von einem Rabatt auf die Eintrittsgebühr und aktuell auf die Beratungskosten. Der Einsatz von komplementärmedizinischen Methoden kann als Zusatzanforderung beim «Grünen Teppich» angerechnet werden.

Die diesjährige DV stand zudem im Zeichen der Neuwahlen. Vorgängig hatte der Vorstand 134 wiederkandidierende und 42 neue Delegierte gewählt. Neu in den Vorstand gewählt wurde Marcel Dettling aus Oberiberg als Vertreter des Wahlkreises Schwyz.