«Wie gehst du vor nach dem Einarbeiten der Gründüngung mit der Fräse? Streust du noch Mist oder Stroh?», ist als Kommentar auf der Austauschplattform Terrabc zu lesen. «Der Mist von den Tiefstreubuchten meiner Aufzuchtrinder wird in die noch wachsende Gründüngung ausgebracht», so die Antwort des Landwirts, dessen Kunstwiesen-Umbruchverfahren auf der Internetplattform geschildert wird. In kurzen Artikeln werden auf der Seite regelmässig Betriebe vorgestellt, oder Verfahren, die dort angewendet werden.
Strukturierter Aufbau
Wer bereits Besucher(in) der Website war, weiss, dass diese nach Themen und dann weiter nach Unterthemen gegliedert ist. Möchte man beispielsweise Erfahrungen von anderen Landwirten im Bereich Homöopathie in der Tierhaltung lesen, reichen zwei Klicks, schon befindet man sich im gewünschten Themengebiet. Es bleibe jedoch laut Hubert Würsch, Umweltingenieur und Redaktor von Terrabc, eine Herausforderung, eine einfache, klare Struktur für die komplexen landwirtschaftlichen Themen zu finden. Mit der Schlagwortsuche kommen Leser(innen) aber immer ans Ziel. Doch wie gelangen die Inhalte auf die Plattform und wie entstehen sie?
Die BauernZeitung ist dieser Frage nachgegangen. Es gibt verschiedene Autoren der Beiträge auf der Plattform. Da sind einmal die aktuell drei Mitglieder der Redaktion, zwar landwirtschaftlich ausgebildet, jedoch nicht selbst Bewirtschafter. Sie schreiben Artikel für Terrabc, bauen das Netzwerk rund um die Seite auf und bereiten Inhalte und Artikel auf, die von Landwirt(innen) direkt eingebracht werden. Den direkten Austausch und damit die Verbreitung und Weiterentwicklung von erfolgreichen landwirtschaftlichen Methoden zu fördern, ist wichtiges Ziel der Plattform. Doch viele Landwirt(innen) haben nicht die Kapazität, sich umfassend für die Seite zu engagieren. Und so sind Hofbesuche ein wertvoller Weg, um Wissen von den Landwirtschaftsbetrieben auf die Seite zu bringen.
Hofbesuche sind wichtig
Zwar können nicht unbeschränkt Betriebe besucht werden: «Dies wäre zwar schön, doch aus zeitlichen und auch finanziellen Gründen leider nicht möglich.» Mithilfe von Kontakten besuchter Landwirte, Kooperationspartnern, persönlichen Kontakten, Leuten aus Forschung und Beratung und über Medien werden spannende Betriebe gefunden. «Da viele Landwirt(innen) meist nicht Zeit oder Lust dazu haben, selbst zu schreiben, möchten wir es ihnen so einfach wie möglich machen», schreibt Hubert Würsch auf Anfrage. Oft sei hierbei ein telefonisches Interview die Lösung. Dies ersetze jedoch niemals die Qualität eines Hofbesuches, auf dem alles vor Ort ersichtlich ist. Obwohl ihn diese persönlich am meisten inspirieren bei seiner Arbeit: «Es ist beeindruckend, mit wie viel Freude, Engagement und Stolz Landwirt(innen) über ihren Betrieb berichten. Ich finde es auch spannend, mit welchem Elan immer wieder Neues auf den Höfen ausprobiert wird», meint Würsch.
Zweiseitige Kommunikation als Stärke
Hubert Würsch sagt, dass Terrabc unabhängig von Labels und Marken gestaltet werde. Eine grosse Vielfalt an Landwirtinnen und Landwirten soll angesprochen werden. Die Betriebe sollten jedoch entsprechend den Zielen von Terrabc handeln (siehe grauer Kasten). Die Vielfalt der Themen auf der Website sei jedoch noch ausbaufähig. «Wir möchten zudem mehr Landwirt(innen) dazu bringen, ihr Wissen selbst auf die Seite zu bringen», so Würsch. «Eine grosse Stärke, anders als bei Zeitungen oder Verbänden, ist der Dialog, welcher auf unserer Seite ermöglicht wird.» Der Austausch von Erfahrungen unter Berufskollegen sei sehr wertvoll – ja, sogar unerlässlich, ist Würsch überzeugt, gerade auch angesichts von Herausforderungen wie Klimawandel, Erhalt von Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität, gesellschaftlichem Rückhalt und Selbstbestimmung in der Landwirtschaft. An einer Mitarbeit interessierte sind herzlich eingeladen, sich zu melden.
Ziele Terrabc
1. Landwirten Erfahrungsaustausch und Zugriff auf Wissen ermöglichen 2. Plattform bieten, auf der Praktiker von Praktikern lernen (auch von deren Fehlern) 3. Zugriff bieten auf nützliche, praxisnahe Methoden 4. Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft 5. Altes Erfahrungswissen neu aufblühen lassen 6. Neues Wissen verbreiten 7. Praxisbezogene Forschungsergebnisse zur Verfügung stellen
Weitere Informationen: www.terrabc.org

