«Ich hoffe, dass Migros in absehbarer Zeit wieder Mitglied unserer Branchenorganisation wird», schrieb Peter Hegglin 2017 in seinem ersten Vorwort als Präsident im Geschäftsbericht der Branchenorganisation Milch (BOM). Ohne Kenntnis der internen Diskussionen und Beschlüsse habe es von Dritten Vorwürfe und Anschuldigungen gegeben, schilderte Hegglin damals die Geschehnisse. 

Es sei sogar zu Boykottaufrufen gegenüber der Migros gekommen, was zum Austritt der Detailhändlerin aus der BOM geführt habe. Jetzt, neun Jahre später, ist die Migros zurück in den Reihen der Branchenorganisation.

«Wiedereintritt stärkt die Milchbranche»

Man habe den Antrag der Detailhändlerin auf einen Beitritt im Vorstand einstimmig angenommen, heisst es in einer aktuellen Mitteilung der BOM. Die Migros sei Gründungsmitglied der Branchenorganisation gewesen und der Wiedereintritt stärke die Milchbranche. In Zukunft würden die Entscheide in der BOM somit unter Einbezug der Migros gefällt.

Leiter der Migros Industrie in den Vorstand

Mit dem Wiedereintritt kann die Detailhändlerin auch wieder Einsitz nehmen im 20-köpfigen Vorstand der BOM. Der andere orange Riese – Coop – ist dort bereits durch Marc Muntwyler, Leiter Nachhaltigkeit und Wirtschaftspolitik, vertreten. Für die Migros stellt sich Matthias Wunderlin, CEO der Migros Industrie, für die Delegiertenversammlung der BOM Ende April zur Wahl. Der Vorstand unterstützt die Kandidatur gemäss Mitteilung.

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Verantwortung verstärkt wahrnehmen

«Der Entscheid zum Beitritt soll den Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren der Milchbranche stärken», erklärt Migros-Mediensprecher Tristan Cerf auf Anfrage der BauernZeitung. Die Mitgliedschaft in der BOM ermögliche es der Migros Industrie, ihre Verantwortung in der Branche verstärkt wahrzunehmen und die Herausforderungen im Milchmarkt – etwa die Überproduktion – gemeinsam mit anderen Akteuren anzugehen. 

«Der Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren der Branche ist für uns von zentraler Bedeutung», betont Matthias Wunderlin. Als grosse Verarbeiterin von Schweizer Landwirtschaftsprodukten wolle man aktiv an der Entwicklung gemeinsamer Lösungen innerhalb der BOM mitarbeiten.