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Munimast war nicht ihr Ding

Schon bald gibt die zweifache Mutter Karin Müller-Wettstein die Betriebsleitung ab. Und wird Statthalterin.


«Heute haben wir eine Schnupperlernende und dazu noch eine Schülerin, die im Rahmen des Zukunftstages einen Tag lang in unseren Betrieb reinschaut», erklärt Karin Müller. Beide Mädchen interessieren sich für die zweijährige EBA-Ausbildung Pferdewart, welche die Landwirtin anbietet.

«Lernende ausbilden – mit jungen Menschen arbeiten – ist eine schöne Aufgabe. Manchmal aber auch eine grosse Herausforderung. Die Jugendlichen kommen zum Teil aus schwierigen Verhältnissen: wer kein Urvertrauen entwickeln konnte, hat auch nicht erfahren, was Verbindlichkeit, Zuverlässigkeit und Anteilnahme bedeutet. Ich möchte solchen Jugendlichen eine Chance geben, sie fördern und fordern, damit sie in unserer Arbeitswelt bestehen können. Bei einigen ist es gelungen und sie konnten nach dem Berufsattest in eine EFZ-Ausbildung einsteigen. Andere schaffen diesen wichtigen Schritt nicht – oder erst später.»


Weiter kommen im Leben


Karin Müller ist auf einem Bauernhof mit drei Schwestern gross geworden. Nach der Schulzeit machte sie eine Banklehre, blieb auch nach der Ausbildung dort und arbeitete sich mit Beharrlichkeit hinauf ins Kader. Dort blieb sie auch, als sie Anfang der neunziger Jahre ihr Pensum reduzierte.

In dieser Zeit war sie als 23-Jährige in die Gesundheitsbehörde in Bassersdorf ZH gewählt worden und hatte ihr Engagement auf dem elterlichen Bauernbetrieb erweitert. 1994 übernahm sie die Führungsverantwortung auf dem Betrieb. Ehemann Andi kommt nicht aus der Landwirtschaft und arbeitet als Markenverantwortlicher im Autogewerbe. Am Abend tauscht er Anzug und Krawatte mit dem «Übergwändli» und unterstützt seine Frau. Sohn Joel lernt Landwirt, Jana ist mitten in der Berufswahl.


Zufrieden mit Mutterkühen


Munimast, wie sie ihre Eltern betrieben, war nicht ihr Ding – Mutterkuhhaltung und Fleischproduktion schon. Auch nach der Umstellung auf Angus-Muttertiere konnte sie viele Jahre auf die tatkräftige Unterstützung ihrer Eltern zählen. «Wir sind sehr zufrieden mit unseren robusten Mutterkühen. Grad heute hat Mörli gekalbt, und in solchen Stresssituationen ist sie immer nervös. Einmal mehr dachte ich: Es war gut, auf eine genetisch hornlose Rasse zu setzen», sagt sie.


Ein Grossteil der Betriebsfläche wird Grün- und Zwischenfutter angebaut, daneben etwas Futtergetreide, Mais für den Eigenverbrauch und Zuckerrüben. Mit einem befreundeten Landwirt werden Flächen für die optimal Bewirtschaftung abgetauscht, denn Müllers Betrieb liegt teilweise in Grundwasserschutzprojekten.

«Fair und klar»

Karin Müller ist auf dem Betrieb zuständig für alles Administrative, für die Pferde, die Kühe und Kälber. Unterstützt wird sie stundenweise vom Roman, einem pensionierten, äusserst zuverlässigen Landwirt und von Istvan, einem rumänischen Jungbauern. In der Pferdehaltung leitet sie eine Lernende an.  

Zu ihrer Rolle als weibliche Chefin meint sie: «Ich bemühe mich, nicht als Frau, sondern als Mensch, fair und klar zu führen und verlange von meinen Mitarbeitenden das, was ich auch selber mache. Unser Rumäne arbeitet hervorragend; er will lernen, Erfahrungen sammeln und plant seinen eigenen Betrieb im Heimatland.» Führungsarbeit hat Karin Müller nicht nur bei der Bank und auf dem Hof geleistet, sondern auch in Behörde und Institutionen.


Nach drei Jahren in der kommunalen Gesundheitsbehörde wurde sie in den Gemeinderat gewählt. Während neun Jahren engagierte sie sich als Werkvorsteherin, danach war sie vier Jahre als Finanz- und Liegenschaften-Vorsteherin auch Vizepräsidentin der Gemeindeexekutive. Ihr Engagement in der Betriebskommission des regionalen Krankenheimverbands hat sie stetig weiterentwickelt: Seit der Umwandlung ins Kompetenzzentrum Pflege und Gesundheit ist sie dort Verwaltungsratspräsidentin.


Eine neue Herausforderung


Nun steht wieder eine neue Herausforderung an: Vor wenigen Wochen ist sie zur Statthalterin und Bezirksratspräsidentin gewählt worden, Mitte nächsten Jahres wird sie das Amt antreten. Einen Grossteil der Betriebsverantwortung wird sie dann ihrem Sohn Joel übergeben. «Er schliesst die Landwirtschaftliche Ausbildung im Sommer ab. Aber schon heute weiss er genau, was er auf dem Betrieb ändern wird. Er ist mit viel Begeisterung Landwirt – was gibt es Schöneres, einem motivierten Sohn Verantwortung zu übergeben. Andi und ich sind als unterstützende Eltern da und Joel kann seine Erfahrungen selber machen und daran wachsen.»

Margreth Rinderknecht

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