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Zahl der Schweine und der Betriebe sinkt in der EU trotz steigendem Preis deutlich

Während in den meisten grossen Schweine-Produktionsländern die Bestände abnehmen, legt Spanien weiter zu. In Deutschland und weiteren Ländern sind starke Rückgänge zu beobachten.

Die Produzenten auf den europäischen Schweinemärkten machen stürmische Zeiten durch. Nach zwei Jahren mit schlechten bis sehr schlechten Preisen sind in vielen Ländern mittlere bis starke Produktionsrückgänge zu verzeichnen. So wird für 2022 laut dem Branchen-Portal Pig 333 die Produktion in Deutschland und Polen um je 14 % abnehmen, in Italien rechnet man mit 7,5 % Rückgang. In Belgien wird eine Abnahme von 3 % erwartet, in den Niederlanden eine Stagnation auf dem Stand 2021.

Von 130 auf 200 Euro in fünf Monaten

An diesen Prognosen ändert auch die aktuelle Erholung des Preises nichts. Dieser hat sich im Durchschnitt seit Februar markant erholt, wie Zahlen der EU zeigen. In dieser Zeitperiode sind die Notierungen pro 100 kg SG von rund 130 auf durchschnittliche 200 Euro gestiegen. Zum Vergleich: in den letzten fünf Jahren lag der Schnitt im Jahresverlauf zwischen 145 und 170 Euro.

Besonders drastisch ist der Rückgang der Bestände, wie auch die obenstehende Grafik zeigt, in Deutschland. Alleine zwischen November 2021 und Mai 2022 ist die Tierzahl laut dem statistischen Bundesamt um gut 6 % oder knapp 1,5 Mio auf noch 22,3 Mio Schweine gesunken. Gegenüber dem Mai 2021 betrug die Abnahme nicht weniger als 9,8 %. Im Jahr 1990 waren in Deutschland noch 30,8 Mio Schweine verzeichnet worden.

Parallel dazu nimmt auch die Zahl der schweinehaltenden Betriebe stark ab. Im Mai 2022 gab es noch 17'900 Schweinehalter in Deutschland. Damit hat die Betriebszahl seit letztem November um deren 1000 abgenommen. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 1900 Betriebe weniger. Im Zehnjahresvergleich ist ein Rückgang um 41 % (12'400 Betriebe) zu verzeichnen. Trotz der gestiegenen Preise für Schlachtschweine bleibe die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe u. a. aufgrund von gesteigerten Energie-, Düngemittel- und Futterkosten weiterhin schwierig, so das Bundesamt zur Begründung.

ASP als Unsicherheitsfaktor

Weitere Gründe für die Rückgänge sehen Experten bei den drohenden scharfen Emissionsbeschränkungen, namentlich in Belgien und den Niederlanden, sowie in den Auswirkungen der Unsicherheit aufgrund der Afrikanischen Schweinepest (ASP), die auch aufs Exportvolumen negative Auswirkungen hat.

Einzig Spanien scheint derzeit dem Trend trotzen zu können. Laut «Pig 333» wird im unterdessen mit Abstand grössten Produktionsland der EU im laufenden Jahr mit einer weiteren Ausdehnung der Produktion um 3 % gerechnet.

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