Im Rahmen der Betriebsleiterschule Zentralschweiz wurde diesen Frühling erstmals das Modul Smart Farming (BF30) durchgeführt. Die Teilnehmenden vertieften ihr Wissen in den Bereichen Maschinenkommunikation, Datenmanagement und dem Einsatz von Sensorik im Stall, Futter- und Ackerbau und lernten konkrete Anwendungen praxisbezogen kennen. Der Unterricht beinhaltete Exkursionen, Referate von Fachpersonen und Praktikern sowie den Austausch mit Berufskollegen und Fachpersonen.
Digitalisierung als Trend
Der Einsatz moderner Technologien findet auch in der Landwirtschaft immer mehr Verbreitung. Häufige Gründe und Chancen sind: Arbeitserleichterungen, präziseres und effizienteres Arbeiten, Schonung von Ressourcen, Früherkennung und Prognose. Die heutigen technischen Möglichkeiten sind wertvolle Hilfsmittel bei der Arbeit, doch sie ersetzen nicht das Auge des Praktikers und das Wissen und die Erfahrungen eines erfolgreichen Landwirts.
Themen im Feldbau
Im Unterricht wurden im Teil Feldbau folgende Themen behandelt:
- Lenksysteme: Grundlagen der Satellitennavigation, Felder- und Fahrspurplanung, Funktion und Technik von Lenksystemen und Isobus.
- Teilflächenspezifische Bewirtschaftung: Geografische Informationssysteme, Sensorik, teilflächenspezifische Bewirtschaftung und Datenaustausch.
- Praxisteil: Für einen Düngerstreuer wurde die Applikationskarte auf einer Heimparzelle erstellt. Auf dem Display konnte die Ausbringmenge mit «variabler Rate» simuliert und mitverfolgt werden.
Anwendung im Stall
Wachsende Tierbestandsgrössen und zunehmende Leistungen erhöhen die Anforderungen an das Tier und an die Tierbetreuung. Zielgrössen eines Herdenmanagements sind eine gute Gesundheit, verbunden mit hoher Fruchtbarkeit, langer Nutzungsdauer sowie hohen Leistungen bei guter Qualität.
Digitale Herdenmanagementsysteme setzen sich aus verschiedenen Bestandteilen und Sensoren zusammen. Die Herdenmanagement-Software ist die Zentrale, in der alle Daten wie zum Beispiel Milchleistung, Kraftfutterverzehr und Tieraktivität zusammenlaufen und dann weiterverarbeitet werden.
Viele Programme entwickeln sich vom reinen Aufzeichnungstool hin zu einem Farm-Management- und Informations-System (FMIS) mit zahlreichen Funktionalitäten. FMIS sammeln, bearbeiten, analysieren, speichern und kommunizieren Daten in einer Form, welche für die Ausführung von Prozessen und Funktionen nötig ist. Sie verringern den administrativen Aufwand und bieten eine gute Managementhilfe für den Betrieb. Die über Jahre gesammelten Daten zeigen Tendenzen und Entwicklungen auf und erlauben so Vergleiche und gezielte Verbesserungen im betriebswirtschaftlichen wie auch im produktionstechnischen Bereich.
Kosten und Nutzen beurteilen
Oft braucht es hohe Investitionen, die man wieder hereinholen muss. Aus diesem Grund ist eine realistische Kosten-Nutzen-Rechnung unabdingbar. Auch eine mögliche Arbeitsentlastung kann ein Grund für Digitalisierung sein. Wichtig ist auch, sich vor der Anschaffung nicht nur in Hochglanzprospekten, sondern auch bei praktizierenden Landwirten, welche die Technologie bereits einsetzen, gut zu informieren.
Stimmen von Lernenden
Adrian Tschopp, Grosswangen: «Meine Erwartungen an den Kurs wurden erfüllt. Es gibt viele technische Möglichkeiten, doch am Ende müssen Kosten und Nutzen übereinstimmen.» Adrian Bucher, Urswil: «Die Exkursionen waren sehr gut. Interessante Betriebe und super vorbereitete Betriebsleiter, welche die Digitalisierung auf ihre Weise erfolgreich umgesetzt haben. Die Diskussionen mit Anwendern sind wichtig und hatten genügend Platz im Kurs.» Sven Brem, Rudolfstetten: «Alle Referenten waren sehr kompetent. Das Modul hat mich ermuntert, auf meinem Betrieb den digitalen Hofmanager Barto noch intensiver zu nutzen.» Fabian Müller, Kottwil: «Der Kurs war sehr lehrreich. Smart Farming kann eine Chance sein für den Betrieb, um Abläufe zu vereinfachen und die Arbeit zu erleichtern.»

