Liste der Absolventinnen und Absolventen
«Ihr habt nun das Knowhow auf Augenhöhe zu kommunizieren und Forderungen zur Arbeitsaufteilung zu stellen», sagte SBLV-Präsidentin Anne Challandes bei der feierlichen Übergabe der Fachausweise in Lupfig (AG). «Denn Betriebe, die offen kommunizieren, sind erfolgreich und erledigen die anfallenden Arbeiten effizient.» Die Frauen seien eine wesentliche Kraft in der Landwirtschaft und auf den Höfen, so Challandes. Weiter machte die Präsidentin den Absolventinnen und dem Absolventen Mut, auf sich selbst zu hören, der inneren Stimme und dem Bauchgefühl zu folgen und für neue Wege offen zu sein.
Sie erwähnte auch das internationale Jahr der Bäuerin und Landwirtin, das die UNO 2026 ausruft. Jede Frau weltweit leiste in der Landwirtschaft einen wertvollen Beitrag zur Ernährung. Der SBLV will das Jahr nutzen, um die grosse Vielfalt, Vielseitigkeit und Stärke der Frauen in den Vordergrund zu rücken. Die Verbandspräsidentin hatte aber auch eine Forderung im Gepäck: «Bringt euch in einem Verein und dem Verband ein. Denn es ist ein tolles Netzwerk.»
Zahlen aus dem Prüfungsbericht
Die Fachausweise wurden gemeinsam von Chefexpertin Christine Gerber und der Präsidentin der Prüfungsleitung, Sandra Schmid, übergeben. Doch zuvor war von Christine Gerber aus dem Prüfungsbericht zu erfahren, dass sich das Modul der landwirtschaftlichen Betriebslehre zunehmender Beliebtheit erfreut. Bei den Abschlussarbeiten sei jedoch das Modul Haushaltführung «mit Abstand am meisten» bearbeitet worden. Das Durchschnittsalter aller zur Prüfung angetretenen Personen lag bei 29,3 Jahren. Die jüngste Kandidatin war 29 und die älteste 57 Jahre alt. Alle Kandidatinnen brachten 36 vorherige Berufsabschlüsse mit, hielt Christine Gerber fest. Vertreten waren etwa die Berufe Goldschmidin, Agronomin, Bekleidungsgestalterin, Pflegefachfrau, Notarin und Tierärztin. Der Gesamtnotendurchschnitt liegt bei 4,51.
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Drei Mal wurde die Bestnote erzielt
Nachdem die Fachausweise übergeben waren, fand die Ehrung der besten Abschlüsse mit einem Notenschnitt von 5,5 und mehr statt. Von den Teilnehmenden, die ihre Prüfung im Herbst 2025 abgelegt haben, sind dies:
Note 5,6: Lea Königer, Altnau TG und Stefanie Jobin-Bieli, Matzendorf SO.
Note 6,0: Tamara Bieri, Oberembrach ZH, Veronica Oberholzer, Altendorf SZ sowie Stefanie Schori, Madiswil BE.
Dass gleich drei Frauen die Höchstnote 6 erhielten, habe es noch gar nie gegeben, betonte Christine Gerber stolz.
Eine weitere Ehrung erfolgt im Sommer
Traditionell finden pro Jahr zwei Feiern für die Fachausweisübergabe an die Bäuerinnen statt. Im Sommer nehmen dann diejenigen Absolventinnen, die jetzt Anfang Jahr die Prüfung erfolgreich ablegen, ihre Ausweise entgegen. Und an dieser zweiten Feier werden die oben genannten besten Absolventinnen noch einmal geehrt. Dann nämlich, wenn die Schweizer Agrarmedien AG, zu der auch die BauernZeitung gehört, den besten Absolventinnen einen Spezialpreis übergibt.
Als einziger Mann nahm Christoph Meier aus Ottoberg im Kanton Thurgau seinen Fachausweis bäuerlicher Haushaltsleiter entgegen. Er absolvierte die Ausbildung gemeinsam mit seiner Frau und seiner Schwester, verriet er der BauernZeitung am Rande der Feier.
Der Einkauf im Hofladen gibt ein gutes Gefühl
Zu den Gratulantinnen gehörte Patricia Kettner, Generalsekretärin des Departements Finanzen und Ressourcen des Kantons Aargau. Sie vertrat den gesundheitlich verhinderten Regierungsrat Markus Dieth. «Sie bereiten vielen Menschen ein gutes Gefühl», erzählte sie aus eigener Erfahrung. Denn der wöchentliche Einkauf in einem Hofladen zaubere ihr stets ein Lächeln ins Gesicht. Zudem würden Bäuerinnen Brücken bauen und Vertrauen in die Regionalität schaffen, lobte sie.
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Auf die Selbstfürsorge achten
Als Referentin aus dem Gastkanton Aargau reiste Daniela Huwiler an. Vielen dürfte sie als Teilnehmerin der «Landfrauenküche» 2022 bekannt sein. In ihrem berührenden Referat über ihr Leben als Bäuerin, Mutter und Frau berichtete sie offen von ihrem schwierigen Weg zwischen Alltag und Aufbruch. Denn Daniela Huwiler und ihre Familie hat schwierige Zeiten hinter sich und auch Herausforderungen vor sich. Sie betonte die Bedeutung von professioneller Hilfe, Selbstfürsorge und unterstützenden Netzwerken und machte deutlich, dass Selbstfürsorge kein Luxus ist, sondern Notwendigkeit.