Oft dümpelt im Wäscheschrank noch ein Stapel alter Bettwäsche mit schönen Stoffmustern vor sich hin, der nicht mehr genutzt wird. Die Stoffe eignen sich aber für diverse kreative Nähprojekte, wie diese Einkaufstaschen.

Stofftaschen sind praktisch und nehmen zusammen gefaltet nur wenig Platz ein. So kann man sich immer dabei haben, braucht im Laden nicht für Plastik- oder Papiertüten zu bezahlen und tut erst noch was für die Umwelt. Wer solch eine Stofftasche selbst näht, kann sie zudem den individuellen Bedürfnissen und Wünschen anpassen.Für die Taschen eignen sich allerdings nur gewobene Bettanzüge. Jersey ist dehnbar und daher nicht empfehlenswert.

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Individuelle Masse

Als erstes sollten bei Kissen oder Duvets durchgescheuerte oder schadhafte Stellen abgeschnitten werden. Nur intakte Stoffe lohnen sich für ein Upcycling. Denn es ist schade, wenn man Zeit investiert und der neue Gegenstand hält dem Härtetest des Alltags nicht stand.

Es lohnt sich, ein Schnittmuster mit den individuellen Grössen zu zeichnen, dabei hilft eine Vorlage. Wer eine oder beide Taschen auf dem Bild genau so nach nähen will, findet hier je eine Vorlage mit den Massangaben für das Schnittmuster.[IMG 3]

Dann kann es auch schon los gehen. Nähutensilien und Maschine auspacken und das Bügeleisen in Griffnähe stellen. In wenigen Schritten ist die Tasche auch schon fixfertig genäht.

Nur sieben Schritte

  1. Das Taschenmuster auf den Stoff stecken. Rundum eine 1 cm breite Nahtzugabe einzeichnen. Die Henkel zuschneiden, gemäss Angaben auf der Vorlage.
     
  2. Die Seitennähte einen Zentimeter tief zusammennähen. Die Kanten mit Zickzackstich versäubern. Die Öffnung zwischen Boden und Seite ebenfalls einen Zentimeter tief zusammennähen und zickzacken.
     
  3. Oben an der Tasche für den Saum einen Zentimeter einschlagen und drei Zentimeter umschlagen. Feststecken und bügeln.
     
  4. Die Henkel längs zusammenlegen und bügeln. Die Henkel wieder öffnen und nun die Schnittkanten von beiden Seiten her in die Mittelfalte bügeln und nochmals zu-sammenfalten. Die Henkel liegen in vierfacher Lage da und alle Schnittkanten sind in der Mitte. Die Henkel beidseitig schmalkantig absteppen.
     
  5. An der Taschenöffnung mit einer Stecknadel beidseitig die Mitte bezeichnen. Die Henkel je sieben Zentimeter von der Mitte entfernt hinlegen und einen Zentimeter unter den Saum schieben. Mit Stecknadeln gut fixieren.
     
  6. Den Saum schmalkantig absteppen, auch über die Henkel. Nun die Henkel zur Öffnung hin bügeln. Der obere Rand der Tasche ebenfalls schmalkantig absteppen und bei den Henkeln der kleinen Tasche dreimal darüber nähen. Die Henkel an grossen Taschen kreuzweise abnähen, das erhöht die Stabilität.
     
  7. Bei der kleinen Tasche auf einer Seite einen Kopf zwischen die Henkel annähen und ein Gummiband daran befestigen. So kann man die Tasche bei Nichtgebrauch klein zusammen rollen und mit dem Gummi fixieren. Oder ein verstürztes Stück Stoff aufsteppen, um die Tasche kompakt darin zu versorgen.