Seit Januar dieses Jahres ist Regula Iten aus Edlibach die neue Präsidentin der Zuger Bäuerinnen. Ein Amt, das sie mit einem gewissen Respekt antrat. «Erst hatte ich meine Zweifel, ich trete in wirklich grossartige Fussstapfen», erklärt die Bäuerin. Vor der ersten Sitzung, die sie als neue Präsidentin leiten musste, war ihr etwas mulmig. «Doch ich habe mich gut vorbereitet, alles genau notiert und schlussendlich habe ich mir viel zu viele Gedanken gemacht», denn ihre Kolleginnen hätten sie sehr herzlich und wohlwollend empfangen.
88 Jahre Zuger Bäuerinnen
Der Verein der Zuger Bäuerinnen wurde 1934 gegründet und zählt zurzeit ungefähr 500 Mitglieder. Sie alle sind fast ausschliesslich aktive oder pensionierte Bäuerinnen. Alle elf Zuger Gemeinden stellen jeweils eine Ortsvertreterin. Der Verein ist unter anderem Mitglied bei der Dachorganisation Schweizerischer Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV).
Ziele sind, Kurse zu Themen wie Kochen, gesunde Ernährung, Produktverwertung, Gartenbau, Deko und vieles mehr zu organisieren, die Interessen der Bäuerinnen in anderen Organisationen zu vertreten und Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft zu betreiben.
Sozialer Aspekt wichtig
Gemütliches Beisammensein wird bei den Zugerinnen grossgeschrieben. Sei es auf dem alljährlichen Ausflug, der Bäuerinnen-Auszeit oder dem Besinnungsnachmittag. Demnächst führen sie gemeinsam mit dem Zuger Bauernverband den ersten Zuger Agrotreff durch.
«Mein Ziel ist es, mit dem weiterzumachen, was bereits besteht. Speziell das Weiterführen der vielseitigen Kurse der Bäuerinnen ist mir ein Anliegen», denn für die Neupräsidentin ist der soziale Aspekt bei diesen Treffen besonders wichtig. «Doch zuerst muss ich alle und alles ein bisschen besser kennenlernen.»
Das Amt sei für sie eine willkommene, neue Herausforderung, denn mittlerweile sind auch die jüngsten Kinder, die Zwillinge Sina und Lara, eingeschult worden. «Ich habe definitiv mehr Zeit, jetzt, wo alle weg sind,» erzählt die fünffache Mutter.
Vielseitige Tätigkeit
Die Arbeit als Präsidentin der Zuger Bäuerinnen sei ein Amt, das nicht zu unterschätzen sei, meint die kreative Bäuerin. «Ich wusste gar nicht, wo wir als Verein überall Mitglied sind. Neben den Tätigkeiten im Vorstand des Zuger Bauernverbandes und im leitenden Ausschuss kommt viel Büroarbeit dazu. E-Mails müssen gecheckt, Informationen gesammelt und weitergeleitet werden.» Zudem sei man viel unterwegs, sei es an Generalversammlungen oder Konferenzen, ergänzt sie.
Regula Iten stammt ursprünglich aus Küssnacht und ist dort auf einem landwirtschaftlichen Betrieb mit vier Geschwister aufgewachsen. Sie ist gelernte Konditorin-Confiseurin und hat viele Jahre auf dem Beruf gearbeitet, sogar als Saisonnier in Celerina bei St. Moritz GB. Später absolvierte sie die Handelsschule und besuchte einige Module der Bäuerinnenschule. «Vor allem die kreativen Module wie Gartenbau oder Textiles Gestalten interessierten mich», erzählt sie. Auch in ihrer Freizeit widmet sich die Bäuerin der kreativen Arbeit. Sie backt für die Familie oder verwöhnt sie mit ihren Dessert-Kreationen, zudem schreibt sie gerne Karten und liebt es, zu dekorieren. Dieses Flair widerspiegelt sich auch im Haus der Familie, das liebevoll und saisonal geschmückt ist.
Musikbegabte Familie
Auch musikalisch hat die Familie Iten etwas zu bieten. So spielte Regula Iten jahrelang Klavier, widmet sich jetzt aber dem Singen und Leiten vom «Chinderjodelchörli Ägerital». Ihre Kinder Severin und Aline spielen Schwyzerörgeli und Alessia spielt Kontrabass.
Unterstützung vom Mann
Den Betrieb führen Regula und ihr Mann Peter Iten gemeinsam. Auch die Schwiegereltern helfen mit. Denn es gilt 80 Rinder in Aufzucht und 25 ha Grünland zu unterhalten. «Dass mein Mann und ich als Team funktionieren, wissen wir längst, denn wir haben uns mit 18 Jahren kennen und lieben gelernt», erzählt die Zuger Präsidentin lächelnd. An Peter schätze sie seine Ruhe und Gelassenheit. «Als ich in meiner vierten Schwangerschaft erfuhr, dass es Zwillinge werden, war ich kurz aus der Fassung geraten», erinnert sich Iten. Doch ihr Mann habe sie beruhigt und sei während dieser Zeit eine grosse Hilfe gewesen. So hält er ihr auch bei ihrem neuen Amt stets den Rücken frei.

