Zunehmende Hilfegesuche bei den Urner Bäuerinnen

Vielfältige Aktivitäten sind im laufenden Jahr geplant und es wurde aufgerufen auch mal inne zu halten.

«Sich einfach und schnell schminken» war nur einer der Kurse im letztjährigen Programmheft der Urner Bäuerinnen. «Eigentlich sollte man heute sehen, welche Frauen diesen Kurs besucht haben», meinte die Präsidentin Margrith Gisler schmunzelnd in ihrem Jahresbericht. Humorvoll leitete sie die Generalversammlung des Bäuerinnenverbands Uri im frühlingshaft geschmückten Pfarreizentrum in Erstfeld.

Zahlreiche Aktivitäten

Über 100 Frauen fanden Zeit, der Präsidentin zu lauschen, wie sie vom vergangenen Verbandsjahr erzählte, von Schneeschuh- und Alpwanderungen, von Workshops und Vorträgen, von Ausflügen ins Tessin und nach Ilanz. Zudem hatte der Vorstand an zahlreichen Sitzungen teilgenommen und öffentliche Anlässe wie den Tag der Pausenmilch organisiert.

Auch für dieses Jahr sei ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. So wollen die Bäuerinnen beispielsweise im Oktober zum ersten Mal einen Apfelwähentag auf die Beine stellen.

Wechsel im Vorstand

Mit dem Rücktritt von Silvia Imholz gab es ausserterminlich einen Wechsel im Vorstand. Brigitte Walker aus Gurtnellen wurde als neues Vorstandsmitglied vorgeschlagen und mit Applaus einstimmig gewählt.

Auch bei den Ortsvertreterinnen gab es eine Veränderung. Lydia Epp, Intschi, und Maria Baumann, Wassen, gaben ihr Amt ab. Für sie wurde kein Ersatz bestimmt, ihre Gebiete werden von den Ortsvertreterinnen Barbara Schilter aus Gurtnellen und Margrit Baumann vom Meiental übernommen.

Valeria Meyer aus Andermatt hatte den Fachausweis Bäuerin absolviert und wurde dafür mit einem Blumenstrauss und einem Geschenk geehrt. Sie habe jedoch nicht vor, sich auf ihrer Auszeichnung auszuruhen, und biete im nächsten Jahr das Agriprakti auf ihrem vielseitigen Betrieb mit Alpwirtschaft und Direktvermarktung an. Somit ist sie ein weiteres Beispiel für die innovativen Bäuerinnen im Urnerland.

Präsidentin Margrith Gisler (links) und Valeria Meyer, Absolventin Bäuerin FA.
Präsidentin Margrith Gisler (links) und Valeria Meyer, Absolventin Bäuerin FA.

Diesen positiven Eindruck nach aussen betonte Sabrina Imfeld in ihrem Tätigkeitsbericht. Die landwirtschaftliche Beraterin nahm an vielen Sitzungen teil und stand bei verschiedenen Projekten zur Seite. Sie nahm die Urner Bäuerinnen als sehr engagiert wahr und bestärkte die Frauen, nicht locker zu lassen. Die steigende Anzahl von Hilfsgesuchen, deren Bearbeitung ebenfalls zu Sabrina Imfelds Tätigkeiten gehört, zeige, dass die kommende Zeit nicht einfacher werde. Die Bäuerinnen wurden aufgerufen, sich auch mal eine Pause zu gönnen und bei Zeichen von Überlastung rechtzeitig zu reagieren und Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Rechtzeitig Hilfe holen

Die Urner Bäuerinnen in ihrer Arbeit zu bestärken, war auch das Anliegen von Gabi Schürch, Vizepräsidentin des SBLV. Dazu zeigte sie verschiedene Leistungen des Dachverbands auf, zum Beispiel im Bereich Fortbildung. Sie betonte auch die Hilfestellung des SBLV in Bezug auf die bevorstehende Biodiversitäts-Initiative und dass hierbei viel Aufklärungsarbeit bevorstehe.

Ebenfalls nach vorne schaute der Regierungsrat Christian Arnold. Er rief die Bäuerinnen dazu auf, ihre Kräfte zu bündeln und auf Positives in der Zukunft zu achten.

Nach diesen ermutigenden Worten blieb der Präsidentin Margrith Gisler nicht viel mehr, als auf das aufgebaute Dessertbuffet hinzuweisen mit den Worten: «Geniesst den Abend, arbeiten könnt ihr morgen wieder.»