Im vergangenen Jahr gab es bei Brigitte Käslin und ihrem Mann viel Veränderung. Da ihr Sohn den Hof im Schwarzholz in Nottwil weiterführt, haben sie sich dazu entschlossen, ins Dorf zu ziehen. «Trotzdem sind wir noch fast jeden Tag auf dem Hof, um zu helfen», erzählt Käslin voller Freude. Die Entscheidung, ins Dorf zu gehen, sei richtig gewesen. Es gefalle ihnen. Seit 1989 haben sie den ehemaligen Milchwirtschaftsbetrieb mit Schweinehaltung und Kirschen geführt.

Betriebsübergabe an Sohn

Brigitte Käslin hat fünf Kinder und inzwischen drei Enkel. Bevor sie damals ins Schwarzholz gekommen sei, habe sie als Familienhelferin gearbeitet. Sogar noch mit Pflegeaufgaben, wofür es heute die Spitex gebe. «Ich habe selber die Berufsprüfung zur Bäuerin gemacht», erzählt sie stolz. Sowohl ihr drittes Kind, Matthias, wie auch ihre Tochter Michelle hätten beide eine landwirtschaftliche Ausbildung gemacht. Es sei schön, dass die Leidenschaft weitergehe. «Unser Sohn hat den Betrieb 2020 übernommen und unsere Tochter arbeitet beim Lawa», so Käslin.

Frühzeitige Übergabe planen

Schon vor Längerem hat Familie Käslin einen Kurs zum Thema Generationenkonflikte und Hofübergabe besucht. «Wir dachten damals schon, dass es sein kann, dass wir ins Dorf gehen. Es gehe so einfach besser», erklärt Brigitte Käslin. Sie bereut den Umzug nicht. «Wer sich nicht vorstellen kann, ins Dorf zu ziehen, macht es nicht. Aber wenn man sich damit befasst, sieht man auch die Vorteile davon.» Ihr Sohn Matthias habe zusammen mit seiner Freundin Salome und den Geschwistern Michelle und Roman eine Wohngemeinschaft im Bauernhaus gebildet.

«Mir war schon vorher klar, dass wenn mein Sohn Vollzeit auf dem Betrieb einsteigt, es mich nicht mehr immer zu Hause braucht», erklärt die sympathische Bäuerin. Zudem hätten sie den Betrieb 2018 auf Mutterkühe umgestellt und produzieren nun Natura-Veal. Als ihr Mann 2012 das Amt als Gemeinderat annahm, arbeitete Brigitte Käslin viel auf dem Betrieb und stärkte ihm den Rücken. Während dieser Zeit kam die Idee, dass sie, wenn der Sohn zu Hause einsteigt, ebenfalls nochmals auswärts arbeitet.

«Ich haushalte gerne, es ist nicht nur putzen.»

Brigitte Käslin zu ihrer Arbeit beim Haushaltsservice Agrihome.

Nebenerwerb begonnen

Im Jahr 2018 ist die Bäuerin mit einem kleinen Pensum bei Agrihome gestartet, einer Dienstleistung des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbands (siehe Kasten). «Ich suchte nach Jobs und bin bei den Inseraten plötzlich auf Agrihome gestossen», erklärt sie. Klar, kannte sie Agrihome, aber es sei ihr gar nicht selber in den Sinn gekommen. Sie habe sich beworben und konnte relativ schnell starten.

Das Schöne bei dieser Arbeit sei, dass man selber entscheiden könne, ob man einen Auftrag annehmen könne und wolle oder nicht. «Es gibt eine Whatsapp-Gruppe und da kommen die neuen Aufträge vom Agrihome-Büroteam rein», erklärt Brigitte Käslin. Das klappe so hervorragend. Es gebe ganz verschiedene Aufträge, Daueraufträge, Kurzeinsätze oder Fahreinsätze. Manchmal gehe man zum Beispiel auch einmalig mit einer Kollegin vorbei, um die Fenster in einem Haus zu putzen oder mache eine gründliche Küchenreinigung inklusive Kontrolle der Lebensmittel für eine kranke oder ältere Person.

Kontakte mit den Menschen

Brigitte Käslin arbeitet an verschiedenen Wochentagen. Für Agrihome sei es gut, wenn man an zwei Wochentagen verfügbar sei, so ist man flexibler bei der Annahme von Aufträgen. Für ihre Arbeiten hat Brigitte Käslin fixe Arbeitstage und Zeiten abgemacht. Sie geht bei den langfristigen Einsätzen immer am selben Tag vorbei. «Ich haushalte gerne, das ist ja nicht nur putzen», so Käslin. Bei einer Kundin mache sie den Garten, bei anderen habe sie auch schon zu Mittag gekocht oder mache die Wäsche. «Du hast Abwechslung, kannst selber einteilen und vor- und nachgeben.» An den meisten Orten werde die Arbeit auch sehr geschätzt. «Ein Kunde hat sich jeden Abend nach dem Einsatz per SMS bei mir bedankt», er habe sich so gefreut, dass geputzt und die Wäsche gemacht war. Brigitte Käslin ist besonders gerne bei Familien mit Kindern auf Einsätzen, dieser Kontakt sei schön und gebe einem viel. Auch die älteren Personen schätze sie, dort halte sie manchmal, wenn sie noch Zeit habe und nicht weiter müsse, einen kleinen Schwatz mit ihnen. Gerade Personen, die alleine wohnen, freuen sich über die netten Gespräche und etwas Zeit, die man ihnen schenke.

Brigitte Käslin findet, dass die Arbeit bei Agrihome auch für Bäuerinnen sehr interessant sei, weil man sich die Zeit einteilen kann. Man kann einen Tag arbeiten und ist dann einige Stunden weg und nicht einen vollen Tag. Ein Einsatz sei mindestens zwei Stunden am Stück.

Zeit neben der Arbeit

Die Bäuerin und Agrihome-Mitarbeiterin singt im Trachtenchor und geht ins Turnen. «Seit wir im Dorf leben, gehen wir viel mehr Velofahren und in den See baden», erklärt Brigitte Käslin. Laufen und Wandern sei ebenfalls ein grosses Hobby von ihr und ihrem Mann.

 

Agrihome kurz erklärt

Agrihome ist eine Dienstleistung des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbands und entlastet bei Hausarbeiten oder Kinderbetreuung. Erfahrene Bäuerinnen und Landfrauen gehen auf die individuellen Wünsche der Kundschaft ein.

Einige Beispiele aus dem Tätigkeitsgebiet:

  • Kochen
  • Waschen, Bügeln, Flicken
  • Reinigen und Aufräumen
  • Pflege von Pflanzen
  • Früchte und Gemüse ernten und verarbeiten
  • Nutz- und Ziergarten pflegen
  • Betreuung von Kindern und älteren Menschen
  • Boten- und Fahrdienste
  • Haus -und Gartenbetreuung während Ferienabwesen­heiten
  • Kleintiere füttern 

Weitere Informationen: www.agrihome.ch