Nur als Notalp sei die Alp Unterlachen seit über 50 Jahren genutzt worden, weiss Toni Spichtig. Er konnte diese 2013 von der Alpgenossenschaft Kerns pachten, in einem desolaten Zustand, verwaldet, verbuscht, verunkrautet. 2015 kam die Alp Oberlachen dazu, auch in einem schlechten Zustand, ausser dem Kuhstall und einigen teilsanierten Weiden.
Heisses Tränkewasser
Allerdings waren Weidetränken mit Leitungen über dem Boden erschlossen, «das Wasser bei schönem Wetter fast zu heiss für die Tiere», erzählt Spichtig. Und die Beweidung des Lachen Stöckli sei für die Tiere ein Risiko gewesen. Vor dem Vertragsabschluss einigte sich Spichtig mit der Alpgenossenschaft auf eine Alpsanierung. Diese wurde von der Eigentümerin mit bis zu 50 000 Franken unterstützt, alle weiteren finanziellen Mittel hatte der Pächter aufzubringen.
Das Sanierungskonzept beinhaltete den Um- und Ausbau der Alphütte zum Käsen, Wohnraum mit Schlafräumen, ein Viehtriebweg zum Lachen Stöckli, Sicherung der Trinkwasserversorgung und Verlegung aller Wasserzuleitungen in den Boden.
Finanzielle Unterstützung boten unter anderem die Coop-Patenschaft für Berggebiete, dabei nahm das Landwirtschaftsamt Obwalden eine Vermittlerrolle wahr. Zahlreiche Unternehmen und Schulen leisteten zudem Helfereinsätze. Allein für den Umbau der Hütte wurden 400 Helferstunden und 300 Stunden Eigenleistungen eingesetzt. Insgesamt wurden in den letzten neun Jahren in die Sanierung der Alp Unter- und Oberlachen 3000 Alpwerkstunden und 650 Maschinenstunden investiert.
Seit sechs Jahren gekäst
Bereits in der sechsten Saison wird nun auch Alpkäse hergestellt. Mitte Juni fand mit 50 Gästen die Einweihung statt – mit Berggottesdienst, Jodelgesang, Alphornklängen und Bewirtung mit Bratkäse und Älplermagronen. Dabei wurde nicht nur den vielen Unterstützern des Projekts gedankt, sondern auch die mit viel Herzblut vorgenommene Sanierung durch Familie Spichtig gewürdigt.

