«Erreichte Ziele soll man feiern.» Dieser Meinung ist Regula Gygax, die Leiterin Hauswirtschaftliche Bildung am Wallierhof im solothurnischen Riedholz. Und gefeiert wurde, als 20 Frauen ihre Modulpässe entgegennehmen konnten. Mit dem Abschluss der bäuerlich-hauswirtschaftlichen Fachschule haben sie ein Zwischenziel auf dem Weg zur Bäuerin geschafft. Oder wie Regula Gygax es ausdrückte: «Alle Absolventinnen sind gewachsen, haben sich entwickelt, den Blick auf Betrieb, Familie und Landwirtschaft erweitert.»

Alles hängt zusammen

Humorvoll haben die beiden Klassen, der Vollzeitkurs 2025/26 und der berufsbegleitende Kurs 2024/26, auf ihre Ausbildungszeit zurückgeblickt. Da war etwa von viel zu gross gekochten Mengen, der Leidenschaft für Desserts, der geschätzten Znüni-Züpfe oder von «Konfiglasmomenten» die Rede. Konfigläser sind vielseitig einsetzbar, haben die Frauen unter vielem anderem gelernt. Ihr Inhalt hält sich aber nur, wenn die Gläser gut verschlossen sind. Dies sei vergleichbar mit einem Betrieb. Dieser funktioniere schlussendlich nur, wenn alles, auch die Buchhaltung stimmt. «Wir haben verstanden, wie alles zusammenhängt», hiess es vonseiten des Vollzeitkurses. Salome Odermatt vom berufsbegleitenden Kurs machte deutlich, dass ihre Klasse, die jeweils am Freitag zum Unterricht erschien, selten Zeit gehabt habe, um die Woche gemütlich mit einem Cüpli ausklingen zu lassen. Denn viel zu viel habe es zu lernen gegeben.[IMG 2]

Sich selbst auf die Schulter klopfen

Die am Wallierhof traditionelle Ansprache durch eine externe Person hielt heuer Barbara Niederberger aus Buochs im Kanton Nidwalden. Ihr fehlte nach der Bäuerinnenausbildung der gemeinsame Austausch mit den anderen Frauen. So hat sie nach langer Planung den Podcast «Aus Sicht der Bäuerin» ins Leben gerufen. Alle zwei Wochen spricht sie abwechselnd mit einer Bäuerin und einer Fachperson. Ziel des Podcasts ist es, Bäuerinnen sichtbar zu machen. Sie legte den Frauen ans Herz: «Jede Arbeit ist gleich viel wert, egal ob Haus- oder Stallarbeit. Das, was ihr macht, ist sehr viel wert und wichtig.» Wichtig sei es aber auch, sich in der schnelllebigen Zeit regelmässig Momente zum Innehalten und Dankbarsein zu nehmen. Und: «Klopft euch immer mal wieder selbst auf die Schulter, seid euch selbst eine gute Freundin. Hinterfragt euer Tun nicht immer kritisch, sondern seht, was ihr tagtäglich alles leistet.»

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Die Absolventinnen

Albani Aline, Langenbruck; Boillat-Renn Petra, Saignelégier; Furrer Eveline, Neudorf LU; Gerber Marina, Aarwangen; Hediger Nina, Kienberg; Isenschmid Lara, Seedorf; Lang Eveline, Urswil LU; Mächler Sonja, Ramiswil; Marti Eva, Solothurn; Niederberger Lorena, Dallenwil NW; Nydegger Barbara, Orpund; Odermatt Andrea, Oberdorf NW; Odermatt Salome, Egolzwil LU; Risi Nadja, Wolfenschiessen NW; Röthlisberger Laura, Solothurn; Schärli Amélie, Le Bémont JU; Schwab Beatrice, Niederösch; Studer Sara, Dulliken; Wyss Salome, Boningen; Zihlmann Patricia, Hergiswil bei Willisau LU.