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Kein optimales Ersatzmittel für Chlorpropham zur Keimhemmung, aber Ersatzmethoden

Nach dem Verbot von Chlorpropham fehlt ein Ersatzmittel mit vergleichbarer Wirkung. Dafür gibt Ansätze zur Keimhemmung bei den Kartoffelsorten und den Lagerbedingungen.


Kartoffeln, die für die Herstellung von Pommes Frites und Chips verwendet werden sollen, müssen über mehrere Monate gelagert werden können, ohne dass sie keimen oder zu viel reduzierende Zucker bilden (siehe Kasten). Nach dem Verbot des bis anhin wichtigsten Mittels zur Keimhemmung Chlorpropham braucht es Alternativen. 

Sechs Moleküle untersucht

In einem Forschungsprojekt von Agroscope und diversen Partnern wurde die keimhemmende Wirkung folgender sechs Moleküle getestet:

  • L-Carvon (Bestandteil von ätherischem Minzenöl) (zugelassen)
  • Limonen (Bestandteil von ätherischem Öl der Orange)
  • 1,4-Dimethylnaphtalin (1,4-DMN) (Seit Kurzem in der Schweiz bewilligt unter dem Produktname Dormir)
  • 3-Decen-2-on
  • Maleinsäurehydrazid (zugelassen)
  • Ethylen in Kombination mit 1-Methylcyclopropen (1-MCP) (zugelassen)

Da Ethylen bei bestimmten Kartoffelsorten den Gehalt an reduzierenden Zuckern erhöhen kann, wurde es mit 1-Methylcyclopropen (1-MCP) kombiniert, dass dieser Entwicklung entgegenwirken sollte. 

Keine vergleichbare Wirkung

Alle getesteten Stoffe hatten eine keimhemmende Wirkung, aber keine kam an jene von Chlorpropham heran. Zudem sind die untersuchten Alternativen in den meisten Fällen teurer und/oder aufwändiger in der Anwendung, schreiben die Forschenden. Limonen und 3-Decen-2-on sind zudem in der Schweiz nicht zugelassen. 

Neue Lagerungsstrategien für mehr Wirksamkeit

Um eine ähnlich gute Keimhemmung zu erreichen, wird empfohlen, Alternativstoffe mit neuen Lagerungsstrategien zu kombinieren. Dazu arbeite man bei Agroscope bereits an verschiedenen Ansätzen:

Keimhemmungsmodell: Damit soll aufgrund von Wetterdaten vorhergesagt werden können, wann welche Sorte keimen wird. Das Modell könnte dabei helfen, mit weniger oder ganz ohne Keimhemmer auszukommen.

Geeignete Verarbeitungssorten: Für Frites und Chips müsste man neue Sorten finden, die auch bei tieferen Temperaturen ( 4 oder 6 °C) nicht mehr reduzierende Zucker bilden. Bei so kühler Lagerung käme es nämlich nicht zur Keimung. Bereits wurden drei geeignete Sorten gefunden: Lady Claire, Verdi und Kiebitz.

Fortschreitende Temperaturerhöhung: Sorten, die bei höheren Temperaturen zur Bildung reduzierender Zucker neigen, lagert man bei dieser Methode bei etwa 4 °C und erhöht die Temperatur dann schrittweise auf 15 °C. Damit soll der Gehalt reduzierender Zucker bei dafür anfälligen Sorten deutlich verringert werden können. 

Warum die Keimung hemmen?

Bei der Lagerung von Kartoffeln darf der Gehalt reduzierender Zucker nicht ansteigen. Sonst schmecken die Produkte nach der Verarbeitung zu süss und beim Frittieren können toxische Stoffe wie Acrylamid entstehen. 

Ein Anstieg der reduzierenden Zucker in Kartoffeln gehört zum natürlichen Alterungsprozess der Knollen dazu, tritt aber vor allem bei der kühlen Lagerung bestimmter Sorten auf. Lagert man Kartoffeln zu warm, beginnen sie zu keimen. Die Folge sind Gewichtsverluste und Veränderungen in Aussehen und Geschmack. 

So werden Chips- und Frites-Kartoffelsorten bei mindestens 8 Grad gelagert, damit nicht zu viel reduzierender Zucker gebildet wird. Und man behandelt sie zusätzlich mit einem Keimhemmer, um ihre Dormanz aufrechtzuerhalten. 

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