Haben Sie noch kein Abo der BauernZeitung?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits BauernZeitungs-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 12:00 Uhr und
13:30 - 17:00 Uhr

 

Haben Sie noch kein Abo der BauernZeitung?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits BauernZeitungs-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 12:00 Uhr und
13:30 - 17:00 Uhr

 

Interview: Kritische Fragen zum Vogelschutz

Fressen einem die Vögel die Bestäuber weg und muss man mit grösseren Schäden rechnen, wenn es dank funktionierendem Vogelschutz mehr von ihnen gibt?


Vogelschutz macht Arbeit, das steht ausser Frage. Aber ist es überhaupt wünschenswert, dass es mehr Vögel im Kulturland gibt? Könnte das nicht kontraproduktiv sein, schliesslich haben wir ein Insektensterben? Wir haben bei Livio Rey, Biologe und Vogelkundler bei der Vogelwarte Sempach nachgefragt.

Könnten insektenfressende Vögel den Bestand an Bestäubern dezimieren?

Livio Rey: Viele Insektenfresser sind wenig spezialisiert und fressen auch Bestäuber. Das ist aber kein Problem, denn in einem intakten Ökosystem hält sich das die Waage. Im Gegensatz dazu fehlt in gestörten Ökosystemen die natürliche Kontrolle durch Insektenfresser bei gebietsfremden invasiven Arten, weshalb diese grosse Schäden anrichten können.

Könnten Vögel auch gegen invasive Insekten (z. B. den Japankäfer) helfen?

Grundsätzlich schon. Sie müssen aber teilweise erst lernen, mit solchen neuen Insekten umzugehen. So haben einige Vögel eine Strategie entwickelt, um den Buchsbaumzünsler zu fressen: Sie beissen den ungeniessbaren Kopf ab und fressen nur den Rest. Da braucht es jeweils etwas Anpassungszeit.

Muss man wegen Massnahmen zum Vogelschutz mit mehr Schäden rechnen,  z. B. durch Krähen?

Grundsätzlich nicht, denn von Vogelschutzmassnahmen profitieren ja nicht in erster Linie Krähen. Im Gegenteil: Durch das Pflanzen von Hecken und Feldgehölzen wird den Feinden von Rabenvögeln Deckung angeboten. Wenn sich die Rabenvögel nicht sicher fühlen, kann sich ihre Aufenthaltsdauer auf den Feldern reduzieren. Das ist
effizienter als ein Abschuss. In einer offenen Landschaft dagegen ist das Saatgut
quasi auf dem Serviertablett.

Mehr von der Vogelwarte zum Umgang mit Krähen:

Vögel können fliegen, ist da die Vernetzung von Ökoelementen in der Landschaft überhaupt noch wichtig?

Tatsächlich können Vögel fliegend weite Strecken und Hindernisse leicht überwinden. Ihre Nahrungsquellen, etwa Insekten oder Pflanzen, aber weniger. Für sie
ist die Vernetzung sehr wichtig, damit nicht einzelne Populationen genetisch verarmen oder ersatzlos aussterben. Zur richtigen Platzierung von Biodiversitätsförderflächen braucht es daher Wissen und Beratung, damit Lebensräume verbunden werden können.

Was ist entscheidend dabei, welche Vogelarten wo gefördert werden können?

Dafür ist die Landschaft ausschlaggebend. Wenn ihnen ein Lebensraum geschaffen wird, kommen die Vögel. Jedenfalls sofern sie in einem Gebiet noch vorkommen. Besonders wichtig ist es, die Vögel dort zu erhalten und zu fördern, wo sie noch vorkommen. Von dort aus könnten sie sich auch wieder ausbreiten, wenn wir ihnen wieder Lebensraum schaffen.

Gefällt Ihnen was Sie lesen?

Warum nicht mal drei Monate «schnuppern»? Für nur CHF 20.- erhalten Sie 12 Print-Ausgaben (Regionen nach Wahl) sowie den kostenlosen Online-Zugriff.

Gleich hier bestellen
War dieser Artikel lesenswert?
Kommentar erfassen
Welche Vögel Landwirte wie fördern können
02.06.2020
Nicht alle Vogelarten profitieren von einem Nistkasten. Wer weiss, was den Vögeln Probleme macht und was einzelne Arten brauchen, kann sie gezielt fördern. Das bringt neben Arbeit auch Vorteile mit sich.
Artikel lesen
Wiesenbrüter, Vögel des Ackerlandes und Insektenfresser – verschiedene Vogelgruppen verzeichnen seit Jahren sinkende Bestände. Es gibt aber auch verschiedene Beispiele von Vogelarten, die dank der Förderung durch Bäuerinnen und Bauern ihren Bestand vergrössern konnten. So gibt es heute etwa doppelt so viele Turmfalken in der Schweiz wie vor 30 Jahren. Auch Weissstorch und Rotmilan sind deutlich ...
Werbung
Leser-Schnappschüsse Weitere Schnappschüsse Senden Sie uns Ihre Schnappschüsse!
Folgen Sie uns