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Gülle nicht bei grösster Hitze ausbringen

Es zeigt sich, dass abends ausgebrachte Gülle einen weniger starken Emmissionsanstieg zur Folge hat. Tiefere Temperaturen und die höhere Luftfeuchtigkeit sind der Grund dafür.


Es ist ein alljährliches Übel, dass bei grösster Hitze nach der Heuernte Gülle ausgebracht wird. Dabei ist bekannt, dass der in der Gülle enthaltene Ammonium-Stickstoff, welcher rund 50 Prozent des Gesamtstickstoffs der Gülle ausmacht, gasförmig in die Luft

entweichen kann. Bei einer unverdünnten Milchvieh-Vollgülle sind rund 2,5 Kilogramm Stickstoff pro Kubikmeter Gülle betroffen.

Das ist der Hauptgrund, weshalb Güllelager-

abdeckungen und vor allem Schleppschlauchverteiler von Güllespezialisten empfohlen werden. Denn damit werden die erwähnten Verluste reduziert. Je höher die Temperaturen sind und je trockener die Witterung ist, desto mehr Ammonium entweicht gasförmig.


Weniger Luftkontakt dank Schleppschlauch


Da ein Schleppschlauch die Gülle in Bodennähe abgibt, ist der Luftkontakt geringer und die Luft nimmt weniger Ammonium auf. Auch auf dem Boden liegt die Gülle streifenförmig und nicht ganzflächig, wodurch die Verdunstung geringer ausfällt. Der Schleppschlauch ist eine technische Massnahme, über die nicht jeder Landwirt verfügt. Aber über die Jahre hinweg doch an Attraktivität gewonnen hat.

Wie die Forschungsanstalt Agroscope in einem Bericht schreibt, weise der Schleppschlauch-

verteiler für Gülle im Vergleich zu Breitverteilern eine hohe Verteilgenauigkeit auf und vermindere Ammoniakemissionen durch die streifenförmige Ablage der Gülle effektiv. Diese präzise und umweltschonende Verteiltechnik weise jedoch gewisse Nachteile auf.

Die im Vergleich zum Prallteller aufwändige Konstruktion eines Schleppschlauchverteilers führe zu einem höheren Gewicht, zu höheren Kosten und beim Auftreten von Verstopfungen zu einem zusätzlichen Arbeitsbedarf.

Bauern damit zufrieden

Eine Praxisumfrage zeige, dass die Landwirte mit dieser Technik zufrieden sind. Das Hauptproblem liege bei den Verstopfungen, die jedoch bei neueren Fabrikaten weniger häufig auftreten.

Zusätzlich sollten die Landwirte darauf achten, dass keine Fremdkörper wie Ballenfolien, Holzteile, Ohrmarken etc. in die Güllegrube gelangen, denn häufig verursachen diese die Verstopfungen. Fremdkörperabscheider bieten hier Abhilfe.

Die wirtschaftlichen Berechnungen zeigen, dass mit einer guten Auslastung die Mehrkosten aufgefangen werden können. Bezüglich Arbeitszeit unterscheiden sich die verschiedenen Systeme nur geringfügig, da der Anteil der Transportzeit jener der Verteilzeit übersteigt.


Bei grosser Hitze sind die Verluste gross


Es zeigt auch, dass abends ausgebrachte Gülle einen weniger starken Emmissionsanstieg zur Folge hat. Der Grund liegt in den tieferen Temperaturen, der höheren Luftfeuchtigkeit und dem meist schwächerem Wind in der Nacht. Diese drei Faktoren beeinflussen die Verdunstung besonders stark.

Bis zum kommenden Morgen hat die Gülle Zeit, in den Boden zu versickern. Wenn sie erst einmal versickert ist, ist die Verlustgefahr gebannt. Morgendliches und mittägliches Güllen führen zu wesentlich höheren Verlusten. Am Mittag ausgebracht, steigen die Verluste sofort stark an, wie die Hitze bereits voll da ist.


Die Gülle mit Wasser verdünnen


Welche zusätzliche Massnahmen kann der Landwirt direkt vornehmen, um Stickstoffverluste im Sommer zu senken? Im Sommer hilft es auch, wenn man die Gülle mit Wasser verdünnt.

Optimal ist es, die Gülledüngung dem Hauptwachstum des Grünlands anzupassen und die Hauptgaben im Frühjahr zu planen. Dabei sind jedoch auch betriebsspezifische Ansprüche zu berücksichtigen. Betriebe, bei denen der erste Schnitt im Frühling besonders wichtig ist, können dann einen grösseren Güllebedarf abdecken, als wenn man auf einen möglichst frühen Heuschnitt setzt.


Peter Fankhauser

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