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Gespräche am Feldrand: Erzähl uns Deine Geschichte

Der Feldrand ist die physische Grenze zwischen den Bauern und den Konsumenten. Im Sommer wird diese Linie nicht selten mit einem Gespräch überschritten. Das kann positiv oder negativ sein. Wir sammeln eure Erfahrungen.


Publiziert: 16.07.2019 / 12:12

Wer am Feldrand arbeitet kennt es, die Spaziergänger die vorbeikommen sind oft zu einem Gespräch aufgelegt. Das kann befruchtend sein oder aber auch frustrierend. 

Spaziergänger bediente sich am Gemüse

Hannes Blaser ist Gemüseproduzent in Salavaux VD, auch er hat schon etliche Gespräche am Feldrand geführt. Ein Erlebnis ist ihm dabei besonders in Erinnerung geblieben.

Hannes Blaser erzählt: Ich war mit meinem Vater am Salat für den Markt schneiden, als ich einen älteren Mann sah, welcher mit dem Fahrrad unterwegs war. Er hielt an und begann seelenruhig Salat auf unserem Feld zu schneiden. Darauf machte er sich zu den Topinambur und schnitt Blumen ab. Ich ging auf ihn zu und stellte ihn zur Rede: "Was machen Sie da? Das ist unser Gemüse!". Der Mann verteidigte sich: "Ich bezahle schliesslich Subventionen über die Steuern, das Gemüse gehört auch mir". Die Blumen habe er für seine kranke Frau abgeschnitten, erklärte er weiter und richtete dabei das Rüstmesser immer auf mich. Ich erklärte ihm, dass das so nicht gehe. Als dann mein Vater noch dazukam, entfernte sich der Dieb und fuhr mit dem Fahrrad davon.

Paar bedankt sich für Arbeit in der Hitze

Adrian Raschle ist Landwirt in der Ostschweiz. Er freute sich kürzlich sehr über eine Reaktion am Feldrand.

Adrian Raschle erzählt: Heute ist mir etwas passiert, was ich kaum glauben kann. Ich war am heuen an einer vielbefahrenen Überlandstrasse. Auf einmal hielt ein Mercedes mit einem Zürcher Kontrollschild. Ein Paar stieg aus und winkte mich zu sich. Da habe ich kurz gedacht: "Oh weh, was wollen die von mir". Sie begrüssten mich freundlich und fragten mich, wie es mir denn gehe. "Danke gut, etwas heiss", antwortete ich. Darauf meinte das Paar: "Wir wollen uns bei euch bedanken, dass wir dafür sorgen, dass wir täglich qualitativ hochwertige Produkte auf dem Tisch haben dürfen." Weiter meinten sie, dass sie einen grossen Respekt hätten vor der Arbeit, welche wir bei dem heissem Wetter leisteten. Sie freuten sich auch über die Hornkühe, welche sie beim Vorbeifahren auf der Weide sehen. 

Unliebsame SMS wegen Pflanzenschutzmittel

Ein Bauer aus dem Seeland erzählt: Ich spritze jeweils in der Nacht, damit ich die Leute nicht störe. Und man sollte auch nicht Pflanzenschutzmittel anbringen, wenn es zu heiss ist. Da hat sich letztens ein Nachbar per SMS beschwert, da ihn das Geräusch der Maschine störe. Ich habe nicht darauf geantwortet. Denn ich bin da schon radikal. Wenn jemand ein Problem mit der Landwirtschaft hat, soll er auch keine Lebensmittel mehr essen. Ich finde es schlimm, dass die Leute so wenig Verständnis haben für die Landwirtschaft. Es gibt aber auch manchmal positive Erlebnisse. Ich verschenke zum Beispiel immer mal wieder Gemüse. Das freut die Leute immer sehr.

Ein Esel büxt aus

Franziska Schärer ist Bäuerin in Melchnau BE ihr Hof liegt an einem Wanderweg, da gibt es immer wieder mal Gespräche am Feldrand.

Franziska Schärer erzählt: Meistens sind meine Erlebnisse mit Passanten und Spaziergängern positiv. Einmal half ich zum Beispiel einer Frau, ihren Esel zu finden. Sie wollte auf eine längere Pilgerreise und war am Üben. Den Esel hatte sie nicht angebunden, weil er bis zu diesem Tag wohl noch nie weggelaufen war. Sie gab mir ihre Telefonnummer und bat mich, sie anzurufen, falls ich den Esel sehe. Am Schluss fand sie den Esel selbst wieder, das hat mich gefreut. Auch Wanderer kommen bei uns oft vorbei. Sie fragen auch mal nach dem Weg und so kommt man ins Gespräch.

Eine etwas weniger schöne Geschichte erlebte ich, als ich meine Hecke schnitt. Ich stutzte den Hasel etwas zurück, damit die anderen Pflanzen mehr Licht bekommen. Zusätzlich pflanzte ich noch weitere Sträucher ein. Eine Frau sprach mich darauf an und beschwerte sich, dass der Hasel schon wieder geschnitten würde. Ich erklärte ihr, dass ich damit den schwächeren Pflanzen helfen würde. «Dafür bekommen Sie wohl Beiträge», erwiderte sie mit einem unangenehmen Unterton. Das war kein schönes Erlebnis – macht mir doch das Arbeiten mit der Natur viel Freude und bedeutet mir mehr als das reine Abholen von Beiträgen.

Schutzmaske schreckt ab

Michael Mathys und Miriam Haller produzieren Obst und Wein und führen eine Pferdepension in Villnachern AG. Mathys freut sich über konstruktive Gespräche mit Konsumenten.

Michael Mathys erzählt: Ich erlebe viele positive, aber auch ein paar negative Rückmeldungen auf meine Arbeit im Alltag. Zum Beispiel schätzen es die Leute, dass sie direkt sehen, woher das Obst kommt, welches wir verkaufen. Im Hofladen werden wir oft auf unsere Arbeit angesprochen. Dann kann ich etwa erklären, warum wir Pflanzenschutzmittel einsetzen. Anders ist es auf dem Feld. Ich erlebe es zum Beispiel ab und zu, dass jemand auf dem Fahrrad vorbeifährt und mir den Stinkfinger zeigt. Die Leute haben aber nicht den Mut, abzusteigen und das Gespräch zu suchen. Das passiert vor allem, wenn ich Pflanzenschutzmittel ausbringe. Ich habe auch aufgehört, die Schutzmaske zu tragen, das würde die Leute sicher noch mehr abschrecken. Der Schutzanzug muss genügen.

Erzähl uns Deine Geschichte

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