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FiBL: Düngen mit Mikroorganismen – Funktioniert das?

Biofertilizer bringen Bakterien und Pilze in den Boden, um die Kultur zu düngen. In Studien werden Erfolge verzeichnet, im Feld aber seltener. Ein Faktenblatt des FiBLs zeigt den Wissensstand zu Biofertilizern.


Um gut wachsen zu können, braucht eine Kultur genügend Nährstoffe und zwar in der richtigen Form. Nur so werden sie von den Pflanzen auch aufgenommen. Hierbei spielen Mikroorganismen wie Pilze oder Bakterien im Boden eine wichtige Rolle, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten oder zu verbessern. Und hier setzen auch Biofertilizer an. Dabei handelt es sich um Mittel in fester oder flüssiger Form, die für die Pflanzen förderliche Mikroorganismen enthalten und wie Dünger ausgebracht werden.  

Pilzpartner und aktives Bodenleben

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL unterteilt Biofertilizers in verschiedene Kategorien:

  • Stickstoff-Fixierer
  • Phosphat-Löser
  • Kalium- und Zink-Löser
  • Mykorrhizza 
  • Mischungen 

Letztere haben sich laut Faktenblatt als besonders robust unter verschiedenen Umweltbedingungen herausgestellt. Ausserdem können sich in Mischungen die verschiedenen Eigenschaften von Mikroorganismen positiv ergänzen. 

Gute Leistung unter bestimmten Bedingungen

Biofertilizer können im Gartenbau (z. B. für Zier- und Topfpflanzen), auf dem Acker oder bei der Wiederherstellung von Böden nach Rodungen oder auch Bränden eingesetzt werden. Internationale Forschungsergebnisse zeigen die Wirkung von Mikroorganismen, etwa verbessertes Wachstum der Kultur, erhöhte Eiweissgehalte bei Sojabohnen oder geringerer Düngerbedarf. Die Effektivität der ausgebrachten Mikroorganismen hängt aber stark vom Boden und den Umweltbedingungen ab. In Gewächshäusern und Töpfen sind diese generell einfacher zu kontrollieren und die Effekte von Biofertilizern daher stabiler. 

Die Alternative: Bestehendes nutzen und fördern

Statt neue Mikroorganismen auszubringen, kann man auch das bereits vorhandene Bodenleben fördern. Massnahmen wie eine vielfältige Fruchtfolge, reduzierte Bodenbearbeitung, Hülsenfrüchte und bewachsener Boden oder Kompost eignen sich laut dem FiBL dazu. Gerade Kompostdünger habe positive Effekte, auch deshalb, weil mit dem Material viele Mikroorganismen in den Boden gelangen. 

Auch eine Frage der Kosten

Eine tiefe Bodenfruchtbarkeit bedeutet meist auch weniger aktive Mikroorganismen in der Erde. Daher sind Biofertilizer in einer solchen Umgebung besonders wirkungsvoll. Ausserdem sind Gemüse und Hülsenfrüchte besser für diese Art der Düngung geeignet als Wurzelgemüse und Getreide. Ein Grund dafür könnte ihr hoher Nährstoffbedarf sein.  

Weiter stellt sich die Kostenfrage. Gerade für weniger wertvolle Kulturen sind Biofertilizer eine zu grosse Investition, heisst es im Faktenblatt des FiBL.

Wertvolles Werkzeug für bestimmte Systeme

Alles in Allem sei es wichtig, mit Biofertilizern sorgfältig umzugehen und die Herstellerinformationen genau zu befolgen, um eine gute Wirkung zu erzielen. Das Forschungsinstitut sieht darin vor allem eine Chance für trockene Gebiete, wo Kulturen mit Stress wie Wassermangel, hohem Salzgehalt im Boden und schlechter Bodenfruchtbarkeit konfrontiert sind. Da diese Bedingungen in Zukunft grössere Flächen betreffen dürften, könnten Mikroorgansimen auch als Ersatz für chemische Düngemittel an Bedeutung gewinnen. 

Das vollständige FiBL-Faktenblatt «Biofertilizers» (auf Englisch)  finden Sie hier.

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