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Fenaco steigt in den Ring

Das Agrarunternehmen investiert 200'000 Franken in die Bekämpfung der beiden Pflanzenschutz-Initiativen. Dies entspricht rund einem Viertel der Kosten für die Vorkampagne "Wir schützen, was wir lieben". Neben dem SBV und einer Stiftung greifen unter anderen auch die Futtermittel-Produzenten in die Tasche.


Publiziert: 16.05.2019 / 16:56

Die Fenaco hält sich politisch üblicherweise eher bedeckt. Nun betrachtet sie die Lage aber als derart ernst, dass sie in den Abstimmungskampf gegen die Pflanzenschutz-Initiativen eingreift. Wie CEO Martin Keller im Interview mit der BauernZeitung erklärt, werde man 200'000 Franken in die Vorkampagne investieren und wenn nötig auch argumentativ "nach vorne steigen", also öffentliche Diskussionen mitführen.

"Nachhaltige Lebensmittel-Versorgung in Frage gestellt"

Laut Martin Keller sei durch die Initiativen in Frage gestellt, "ob wir künftig die nachhaltige Versorgung mit Lebensmitteln noch sicherstellen können", sagt er im Interview. Es gehe dem Unternehmen dabei nicht um schwindende Umsätze mit Pflanzenschutzmitteln, diese machten lediglich ein Prozent des Umsatzes aus.

Vielmehr müsse man verhindern, "dass plötzlich wirkungsvolle Instrumente für die Landwirtschaft nicht mehr zur Verfügung stehen, um die Qualität zu produzieren, welche die Kunden wollen", so Keller, denn "dann haben wir ein Problem und deshalb intervenieren wir". Das ganze Interview mit Martin Keller finden Sie hier (Abo-Artikel).

Eine Million Franken für die Hauptkampagne

Für die Vorkampagne "Wir schützen, was wir lieben", sind laut dem Verantwortlichen Urs Schneider 800'0000 Franken budgetiert. Davon trägt der Schweizer Bauernverband (SBV) 250'000 Franken aus Rückstellungen und eine Stiftung des Verbands steuert 150'000 Franken bei.

Dazu kommen Mittel von weiteren der rund 70 Mitglieder der Allianz zur Bekämpfung der Pflanzenschutz-Initiativen, so etwa der erwähnte Beitrag von Fenaco oder 30'000 Franken vom Verband der Futtermittelfabrikanten (VSF). Für die eigentliche Abstimmungskampagne, welche drei Monate vor dem Urnengang beginnt (wahrscheinlicher Termin 17. Mai 2020), rechnet Urs Schneider mit Kosten von rund einer Mio Fr.

 

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Kommentare (10)
Martin Steiner am 19.05 2019 um 17:28
Das ist die Qualität, die ich will: gesunde Nahrung, reines Wasser. Die industrielle Landwirtschaft ruiniert unsere Lebensgrundlagen. Antibiotika werden systematisch prophylaktisch in der Ernährung der Tiere eingesetzt, damit diese Art der Fleischproduktion (!) überhaupt möglich ist. Stop! Falsche Richtung! Umdenken. Die Hälfte des sogenannten „Schweizer Fleisches“ wird mit importierten Futter gemästet, bei den Hühnern 70% - und die Gülle, der Mist bleibt hier und belastet unser Trinkwasser. Die natürliche Balance ist da verloren. Die Landwirtschaft ist zur grünen Wüste geworden. Damit es so bleibt, wird eine Million investiert? Die Trinkwasser Initiative ist nicht gegen die Bauern. Sie unterstützt ein Umdenken, das gerade stattfindet. Die Schweiz kann und muss vorne sein bei gesunden, qualitativ hochstehenden Lebensmitteln, nicht bei makellosen, die man möglichst lang liefern, lagern, verkaufen kann. Es geht ohne Pestizide. So viele Betriebe zeigen es vor. Bruno Martin aus Ligerz und viele andere zeigen es seit Jahrzehnten: mehr Qualität, etwas höherer Preis, gesunder Betrieb, zufriedene Kunden.
Regula Züger am 19.05 2019 um 10:08
Danke für diesen super Artikel, den man unbedingt von Seiten der Befürworter der Initiative überall verbreiten sollte! Spricht für sich und macht allen klar, woher der Wind weht.
Eden am 17.05 2019 um 20:01
Vielen Dank für die tollen Kommentare, das macht mir doch etwas Mut! Statt die Million in sinnvolle Projekte einzubringen, wird mit den Verbandsgeldern grosszügig über die Köpfe der Zahler hinweg bestimmt. Auf so einen Verband pfeiffe ich. Wen wunderts, bei der Fenaco u.a. Düngerhändler Landor mit dabei! Für mich ist Landi und Volg gestorben, kaufe wer wolle diese kranke Strategie-Ware. Für Landwirte gibt es mittlerweile eigene Absatzkanäle, Direktvermarktungen, welche transparent, effizient und gewinnbringender sind...
ueli ineichen am 17.05 2019 um 09:44
Als Biobauer werde ich der Trinkwasserinitiative aus prinzipiellen Gründen zustimmen. Allerdings stimmen mich die Aussichten auf den Ausgang der Abstimmung nicht besonders euphorisch. Zwei Schwergewichte bestimmen hierzulande über gegen 80% der Nachfrage und damit über deren Versorgung. Diese beiden – auch so ein eidgen. Sonderfall – werden sich nicht kampflos aus den fetten Pfründen unserer irgendwie fast heiligen Agrarpolitik verabschieden. Verabschieden, weil die Initiative u.a. auch festlegt, dass ALLE LEBENSMITTEL in der Schweiz künftiglich aus pestizidfreier Produktion zu stammen haben. Die bisherigen Muster „Billiges aus der Schweiz und noch Billigeres aus Importen“ werden zwar weiterhin Bestand haben. Die Beschaffung hingegen wird schwieriger, deutlich teurer werden. Ausserdem dürften sich die hier nicht genannten – für sie erfreulicherweise – seit 1989 immer mehr in der Pflicht sehen, die Landesversorgung sicherzustellen. Nach bald einmal 75 konfliktfreien Jahren findet der Souverän offenbar, das gehe auch so… Ueli Ineichen
Rolf Frischknecht am 17.05 2019 um 09:41
Das kurzfristige Denken der Agrarlobby wird den Bauernstand langfristig ruinieren. Selbst wenn diese Initiative "gebodigt" würde- die nächste ist schon geplant. Ohne Umdenken wird das Schweizer Volk eines Tages gar nicht mehr bereit sein, die Landwirtschaft zu unterstützen.
Andi Häfliger am 17.05 2019 um 08:17
Liebe Kommentarverfasser. Sie können nicht Wasser predigen und Wein trinken! So viel, bewusste, Sorge zur Natur wie die Schweizer Landwirtschaft, trägt wahrscheinlich kein weiteres Land auf der Welt. Klar arbeitet man auch mit Pestiziden, aber mit geprüften, ganz gezielt und in geringstmöglichen Mengen. Zurück zum Anfang meines Kommentares. Wieso wollen Sie die Schweizer Landwirtschaft von sehr gut auf perfekt zwingen und kaufen dann aber das günstiger Importprodukt, welchem gar kein bis mittelmässigen Umweltschutz anhaftet? Und wenn das nicht Sie sind, wer dann importiert die 3'600'000'000 kg "giftigen" und umweltschädlichen Nahrungsmittel vom Ausland? Kaufen Sie regional. Das ist ökologischer, gesünder und konsequent.
Günter Rieker am 18.05 2019 um 20:19

Wir kaufen sehr gern regional und sind auch bereit den Preis dafür zu zahlen - sofern die Produkte dann auch Bio sind. Wenn unsere CH-Bauern, die immer noch glauben die Qualität der landwirtschaftlichen Produkte könne an der Grösse des Spritzbalkens abgeleitet werden, nicht bereit sind diese zu produzieren, dann halt aus dem Ausland. Alnatura lässt grüssen.

Christine Steffen am 17.05 2019 um 07:57
Aha, dafür hat man dann Geld. Das ganze Jahr wird gejammert und geklönt, wenn es aber dann um Nachhaltigkeit geht, da hat man plötzlich fast eine Viertelmillion. Sind das Subventionsgelder? Also Steuergelder, die gegen die Gesundheit der Bevölkerung zum Kampf für Gift eingesetzt werden?
Beatrice von Arx am 17.05 2019 um 00:07
Was ist an der jetzigen "normalen" Nahrungsmittelprodktion nachhaltig????? Vergiftetes Wasser, vergiftete Böden, Rückgang der Biodiversität... Nachhaltig? Wohl eher nicht! Auf meiner Terrasse und in meinem nicht geschleckt sauberen Garten gibt es mittlerweile mehr Biodiversität als in der umliegenden Agrarlandschaft. Das sollte doch zu denken geben....
Thalmann Christina am 16.05 2019 um 22:51
Es ist bedenklich wie kurzfristig die Fenaco , der Bauernverband und die neue Allianz denken , handeln und Propagandageld einsetzen. In den letzten 50 Jahren hat die Landwirtschaft massiven Raubbau an der Umwelt betrieben. Ich möchte den Boden, die Luft und das Wasser, also die Grundlage für die Landwirtschaft, so an meine Nachfolger weitergeben, dass sie sich vom Boden auch die nächsten 50 und besser 100 Jahre ernähren können. Das braucht ein grundlegendes Umdenken der Verbände, Berater und Vertreter der Landwirtschaft und das schöne Päckli hilft da auch nicht viel !
Many Matters am 16.05 2019 um 18:27
Dazu die Millionen der Agrochemie. Der Bauernverband auf dem falschen Dampfer. Werden sich die Stimmbürger kaufen lassen? Pestizide im Trinkwasser, im Essen, in Schutzgebieten und den Gewässern, tote Bienen, Vögel, Insekten und Biodiversität generell auf dem Rückzug: das sind die wichtigen Argumente der Initianten. Sie kann man nicht mit Propaganda beseitigen.
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"Wir leisten einen Beitrag von 200'000 Franken gegen die Pflanzenschutz-Initiativen"
Die Fenaco hat ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr hinter sich. Aber man ist trotzdem beunruhigt. Das Unternehmen fürchtet die Auswirkungen einer allfälligen Zustimmung zu den Pflanzenschutz-Initiativen, wie Martin Keller im Interview mit der BauernZeitung erklärt.
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