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Die faire Milch im Vergleich

Die Milch, die neu in den Volg-Läden im Zürcher Säuliamt verkauft wird, soll die Vollkosten decken.


Publiziert: 13.12.2017 / 06:49

«Di fair Mich», die neue Milch auf dem Markt, schlägt Wellen. Hat sie das Potenzial, den Milchmarkt aufzumischen? Die BauernZeitung vergleicht. 

Besser als Aldi?

Von den 1,90 Franken, die der Kunde für einen Liter Milch bezahlt, sollen umgerechnet 75 bis 80 Rappen beim Bauern ankommen. Am Samstag stand die Säuliämtler Milch das erste Mal im Regal der zwölf Volg-Filialen der Region. Die Genossenschaftsmitglieder boten sie auch zum Degustieren an.

Es sind etwa 23 Rappen mehr, als der Abnehmer sonst zahlen würde. Darum ist es «die faire Milch», denn der Richtpreis verharrt stets auf 68 Rappen. Aldi hat im Juli bereits ein Produkt mit dem «Fair Milk»-Label auf den Markt gebracht. Aldi garantiert einen Milchpreis, der fünf Rappen höher ist als der Richtpreis. Wie Aldi hat auch die Säuliämtler Milch als Credo, dass die Milchproduzenten BTS- oder RAUS- oder beide Auflagen erfüllt haben müssen. Wettbewerbsvorteil der Säuliämtler Milch ist die Regionalität, und dass die Milch nicht standardisiert wurde. Die Molkerei Höhn am Hirzel pasteurisiert und homogenisiert lediglich. Die Genossenschaft nennt das «Naturbelassenheit», informiert auf der Website dann aber sehr offen, wie dieser Begriff zu verstehen ist. 

Breit getragen

Zugpferde der fairen Säuliämter Milch sind ZBV-Vorstandsmitglied Martin Haab, der die Marketing-Verantwortung trägt, und Werner Locher. Letzterer war 2015 Protagonist an der Martini-Medienkonferenz des ZBV. «Die politischen Rahmenbedingungen haben meinen Betrieb arg durchgewirbelt», wurde er damals vom «Landboten» zitiert. Er sprach dann von der Aufgabe der Milchproduktion. Heute steht er als Präsident an vorderster Front im Kampf um einen fairen Milchpreis. So gesehen eine konsequente Haltung. 

Dass die Landi für das Milchprojekt der Säuliämtler zu gewinnen war, ist nicht weiter verwunderlich. Kann sie doch vom Mehrpreis, den die Kunden bezahlen, auch eine entsprechend höhere Marge verlangen. Sie hat der Genossenschaft eine Plattform zur Milchbestellung zur Verfügung gestellt und die Werbung in den Volg-Läden selber finanziert. Armin Heller, Geschäftsleiter der Landi Albis, sprach von etwa 5000 Franken.

Organisation

Die Standortförderung «Knonauer Amt» konnte ebenfalls als Partner gewonnen werden. Die 40 Mitglieder der Genossenschaft Faire Milch Säuliamt haben je einen Anteilsschein im Wert von 1000 Franken gezeichnet. Davon wurden die ersten Investitionskosten gedeckt. Allein das Design und Verpackungsmaterial hätten bereits 15 000 Franken gekosten, so Werner Locher. Den Transport übernimmt die ZMP. Deren Offerte hat vor der Mooh Genossenschaft und der Arnold Produkte AG das Rennen gemacht. Wobei nicht unbedingt der Preis entscheidend war. «Es war eine emotionale Entscheidung», offenbart Werner Locher auf Nachfrage.  

100 000 Liter im ersten Jahr

Die Milch wird zum selben Milchpreis abgeholt wie jede andere Milch auch und wie üblich über die ZMP abgerechnet. Der Aufpreis, den die Milch in den Läden generiert, geht auf das Genossenschaftskonto. Ende Jahr wird dann der gesamte Gewinn auf alle Genossenschaftsmitlieder verteilt. 

Ziemlich fair soweit. Die Milch, die dann in den rot-weissen Packungen der Säuliämtler Milch landet, stammt schlussendlich nur von vier Landwirten in der näheren Umgebung der Molkerei. Das spielt aber insofern keine Rolle, dass auch diese vier Landwirte den gleichen Anteil am Gewinn erhalten wie alle anderen. 

52 Prozent Rendite

Die faire Säuliämtler Milch mutet also auch ein wenig als Investoren-Projekt an. Und wenn die Berechnungen aufgehen, wird es eine sehr lohnenswerte Investition. Martin Haab rechnet vor: «Wir erhoffen uns einen Jahresabsatz von 100 000 Liter Milch. Das bedeutet etwa 23 000 Franken Gewinn für die Genossenschaft. Wir können den Bauern also je 520 Franken auszahlen Ende Jahr.» Eine Rendite von 52 Prozent für die investierte 1000er-Note. Und falls die Milch gut ankomme, könne man das Sortiment erweitern, etwa auf Joghurt und Rahm. Verkauft wird die Milch in den zwölf Volg-Filialen der Landi Albis. 

Nadine Baumgartner

Dieser Artikel ist aus der BauernZeitung Printausgabe vom 8. Dezember: Mit dem Kauf eines Abos unterstützen Sie unsere Arbeit, zudem können Sie die BauernZeitung jetzt 4 Wochen kostenlos kennenlernen und dabei einen Reisegutschein im Wert von 3000 Franken gewinnen.

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