Haben Sie noch kein Abo der BauernZeitung?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits BauernZeitungs-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 12:00 Uhr und
13:30 - 17:00 Uhr

 

Haben Sie noch kein Abo der BauernZeitung?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits BauernZeitungs-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 12:00 Uhr und
13:30 - 17:00 Uhr

 

Bald beginnt der Altweibersommer

Beinahe über Nacht verwandeln sich jeweils die Wälder in bunte Märchenlandschaften. 


Es ist wie ein farbenprächtiges Finale, mit dem die Natur die schöne Sommerzeit beschliesst. In diesen spätsommerlichen Tagen mit dem goldenen Licht überziehen eine wohltuende Stille und ein zarter Hauch von Melancholie die Landschaft. Erste Nebelschwaden und kühlere Winde begleiten das Abschied nehmen vom Sommer. 

Wie Haare alter Frauen

Der Ausdruck «Altweibersommer» stammt vom altdeutschen Wort «weiben» für weben, das insbesondere für das Knüpfen von Spinnweben verwendet wurde. «Weiben» beschreibt also das Phänomen, wenn Baldachinspinnen durch die Luft segeln und ihre Spinnfäden hinterlassen. Oft bilden sich nach kühlen Nächten Tautröpfchen auf den silbernen Spinnenfäden und schimmern wie aufgereihte Perlen in der Morgensonne. Die feinen glänzenden Spinnenfäden, welche an die Haare alter Frauen erinnern, sind eine weitere Erklärung für die Bezeichnung Altweibersommer. 

In der Mythologie glaubten die Menschen, Lebensfäden zu sehen, gesponnen von alten weisshaarigen Schicksalsgöttinnen. Ausserdem hielt der Volksglaube die Spinnenfäden für Gespinste von Elfen und Zwergen. Vielerorts betrachtete man auch die Jungfrau Maria als Urheberin der Seidenfäden. So sprach man vom Mariensommer, Marienseide oder Marienhaar. 

Wetter- und Bauernregel

Meteorologen bezeichnen den Altweibersommer als einen sogenannten Witterungsregelfall. Damit sind Wetterlagen gemeint, die zu bestimmten Zeitabschnitten im Jahr mit überdurchschnittlicher Wahrscheinlichkeit auftreten. Aus meteorologischer Sicht ist der Altweibersommer eine spätsommerliche Schönwetterperiode mit stabilem warmem und sonnigem Wetter. Meist beginnt er Mitte September und dauert bis etwa Ende
Oktober. Häufig entsteht in dieser Zeit ein beständiges Hochdruckgebiet über Mitteleuropa, mit kühlen, klaren Nächten
und warmen, fast windstillen Tagen. Es entsteht durch ein
Angleichen der Temperaturen von Land und Wasser, mit der Folge geringer Luftdruckunterschiede. Andere in unseren Breiten bekannte Witterungsregelfälle sind beispielsweise die Hundstage, die Eisheiligen und die Schafskälte. 

«Der September ist der Mai des Herbstes». Kurz und prägnant trifft es diese Bauernregel ziemlich genau; denn September und Mai sind sich bei den Temperaturen sehr ähnlich: Im September steigen sie tagsüber auf etwa 20°C, nachts kann es ähnlich wie im Frühjahr auch schon mal deutlich unter 10°C kalt werden.

Diese Temperaturunterschiede von Tag und Nacht sorgen dafür, dass die Farbe in die Apfelschale kommt. Es ist derselbe Prozess, der die Blätter färbt. Sonnentage mit kühlen Nächten wirken sich übrigens auch optimal auf den Zuckergehalt der Zuckerrüben aus.

Indian Summer in Kanada

Ein Farbenspektrum, das in dieser Vielfalt und Leuchtkraft in Europa nicht zu finden ist, unterscheidet den Indian Summer vom Altweibersommer. Besonders ausgeprägt zeigt sich dieses faszinierende Farbenspiel im Osten Kanadas. 

Ein Merkmal des Indian Summers ist ebenfalls eine ganz spezielle Wetterlage: Eine stabile Hochdrucklage sorgt für blauen Himmel und Temperaturen, die tagsüber 20°C erreichen. Die kühlen Nächte führen zu einer noch intensiveren und schneller voranschreitenden Blätterfärbung. Nach dem ersten Frost verfärben sich die Blätter des Zuckerahorns scharlachrot und bilden intensive Rottöne in den Laubwäldern. Als Symbol Kanadas ziert bekanntlich ein Ahornblatt die Nationalflagge. 

Was nun verbindet den Ahornsirup mit dem Indian Summer? Der Name gründet auf einer alten indianischen Legende, nach welcher das Rot der Bäume das Blut eines erlegten Bären symbolisieren soll. Seit Urzeiten kannte die indigene Bevölkerung Kanadas das Geheimnis des Zuckerahorns: Wie man den süssen Saft aus den Baumstämmen gewinnt und Sirup daraus kocht. In der Provinz Quebec werden jährlich über 10 00 Tonnen Ahornsirup hergestellt. Schon zum Frühstück wird er von den Kanadiern über die knusprigen Pancakes (kleine Pfannkuchen) gegossen.

Brigitte Meier

War dieser Artikel lesenswert?
Kommentar erfassen
Werbung
Artikel zum Thema
Leser-Schnappschüsse Weitere Schnappschüsse Senden Sie uns Ihre Schnappschüsse!
Folgen Sie uns